Erster Schritt und erster Schrei: Wie das „Astronautenbaby“ zur Welt kam

dzGeburt während Mondlandung

Der erste Schritt eines Menschen auf dem Mond und der erste Schrei eines Babys auf der Erde fielen am 21. Juli 1969 zusammen. Elke Kleins Tochter wurde vor 50 Jahren als „Astronautenbaby“ gefeiert.

Kamen, Bergkamen, Werne

, 18.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein kleiner Schritt für die Mama, aber ein großer Sprung für die neue Erdenbürgerin: Genau in der Minute, als Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betrat, brachte Elke Klein ihre Tochter Petra zur Welt.

Der Tag der ersten Mondlandung jährt sich jetzt zum 50. Mal – und gleichzeitig ein Glücksmoment in einer Kamener und Bergkamener Familie. „That’s one small step for man, one giant leap for mankind“, sagte der US-Astronaut Neil Armstrong, als er am 21. Juli 1969 um 3.56 Uhr mitteleuropäischer Zeit seinen Fuß auf den Mond setzte. Zu diesem Zeitpunkt ertönte 300.000 Kilometer entfernt im Krankenhaus in Werne der erste Schrei eines Babys, und die 23-jährige Elke Klein war die glückliche Mutter.

Erster Schritt und erster Schrei: Wie das „Astronautenbaby“ zur Welt kam

Die Rückkehrstufe der Mondfähre mit den Astronauten Neil Armstrong und Edwin Aldrin an Bord schwebt am 20. Juli 1969 über dem Mond kurz vor dem Ankoppeln an die Apollo-Kapsel. Im Hintergrund ist die Erde zu sehen. Die beiden Astronauten hatten wenige Stunden zuvor als erste Menschen den Mond betreten. © picture alliance / dpa

Geburt der ersten Tochter zur Minute

Die heute 73-jährige Bergkamenerin hat zum 50. Geburtstag der Tochter, die in Kamen wohnt, Fotos und Zeitungsausschnitte aus jenen Tagen herausgesucht. In einem Bilderrahmen stecken neben Farbfotos der Astronauten Neil Armstrong, Edwin „Buzz“ Aldrin und Michael Collins Schwarzweiß-Bilder von Mutter und Tochter. Dazu ein vergilbter Zeitungsartikel mit dem Titel „Der erste Schrei ertönte um 3.56 Uhr“.

Der Doktor verpasst den ersten Astronauten

Im Licht eines historischen Moments in der Menschheitsgeschichte bekam eine „ganz normale Geburt“, so Klein, besondere Aufmerksamkeit. Ein Zeitungsartikel feierte das „Astronautenbaby“, und von der Sparkasse gab es ein Sparbuch mit 100 DM. Den Wirbel erklärt Klein mit der weltumspannenden Begeisterung, die damals der bahnbrechenden Mission „Apollo 11“ galt. Mehr als eine halbe Milliarde Menschen schauten der Mondlandung vor den Fernsehern zu. Viele Zeitzeugen können sich heute noch erinnern, wo sie in jener Nacht waren. Ähnlich wie Jüngere, die noch genau wissen, was sie am 11. September 2001 machten.

Erster Schritt und erster Schrei: Wie das „Astronautenbaby“ zur Welt kam

Das Astronautenbaby ist da: Die Geburt von Elke Kleins Tochter Petra in der Nacht der Mondlandung wurde in einem Zeitungsartikel erwähnt. © Stefan Milk

Dass die Geburt ihrer ersten Tochter mit dem ersten Schritt auf dem Mond zusammenfiel, erfuhr Elke Klein erst, als sie aus der Narkose erwachte. Im Krankenhaus in Werne durchkreuzte die neue Erdenbürgerin den Fernsehabend. Der Arzt musste im spannendsten Moment weg vom Bildschirm, konnte aber später noch den Ausstieg des zweiten Astronauten aus der Luke der Mondfähre sehen. „Da kam der Doktor“, erinnert sich Elke Klein, „und sagte: Da haben Sie mir einen Strich durch die Rechnung gemacht.“

Versprechen eingelöst

Der Papa verpasste außer der Mondlandung auch die Geburt. Denn „damals war das noch nicht so, dass die Väter im Kreißsaal dabeisein durften“, sagt Elke Klein. Vieles war damals anders: Für die Erziehung der Tochter blieb die gelernte Einzelhandelskauffrau und Chemielaborantin jahrelang zu Hause. Die Wege der Eheleute trennten sich irgendwann. Klein arbeitete zuletzt bei einer weltweit bekannten Modekette.

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Ein Versprechen aus den Tagen der Geburt hat die Mutter natürlich längst eingelöst. „Später werden wir Petra von der bedeutenden Stunde erzählen“, sagte Elke Klein damals dem Zeitungsreporter. Und so ist es auch gekommen. Auch ihr 21-jähriger Enkel Patrick ist längst eingeweiht.

Die berühmten Worte von Neil Armstrong gibt es auf der Webseite der Nasa zu hören.
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