Ob „Schlagerbooom“ mit Silbereisen oder Après-Ski in St. Anton: Tim Peters aus Kamen ist mit dabei. Zuerst textete und produzierte er für Schlagerstars, jetzt will er selbst als Sänger mit „Girl aus‘m Pott“ und einem Album durchstarten.

von Lena Zschirpe

Kamen

, 08.02.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Matthias Reim, Michelle, Semino Rossi und Eloy de Jong – die größte Gemeinsamkeit dieser Sänger ist der Schlager. Die zweitgrößte ist Musikproduzent Tim Peters aus Kamen. Er ist als Songschreiber und Produzent der Mann hinter Songs der Schlagerstars.

Mit seiner Single „Girl aus‘m Pott“ will Peters nun selbst als Schlagersänger durchstarten und überzeugte beim jüngsten „Schlagerbooom“ auch Florian Silbereisen. „Mein Traum war es immer, von Musik leben zu können“, erzählt der 29-Jährige. „Dann war der Gedanke, wenn es mit der eigenen Karriere zunächst nicht klappt, warum nicht für andere Künstler Songs schreiben?“

Musik gemacht hat Peters schon in verschiedenen Bands. Nach seinem BWL-Studium schnupperte er bei der Familie weitere Musikluft. „Mein Onkel war auch Musikproduzent und hatte damals ein Tonstudio. Dort hatte ich erste Berührungspunkte – auch mit Schlager – und konnte einiges ausprobieren“, so Peters. „Irgendwann war die Auftragslage so gut, dass ich hauptberuflich produzieren konnte. Aber ich habe immer an dem Traum festgehalten, eigene Songs zu veröffentlichen.“

Die Arbeit von Tim Peters als Musikproduzent

Seine Inspirationen schöpft Tim Peters auch aus eher zufälligen Situationen. „Ganz oft schreibt ja das Leben die Geschichten“, erzählt der Musikproduzent. „Ich bin eher intuitiv, war ich immer schon. Und weil ich für alles offen bin, fliegen mir Inspirationen oft zu: Wenn ich entspannt bin und Sport machen kann, kommen die Ideen.“

Sowohl die Texte als auch das musikalische Arrangement kommen aus seinem Studio. Die meisten Songs entstehen im Team von zwei bis drei Leuten, das sich immer wieder neu zusammensetzt. „Manche können eben Balladen besser und die anderen eher Partysongs. Meine Aufgabe in der Gruppe besteht ganz oft darin, den ersten Input oder die Vision zu liefern und zu wissen, was zu welchem Künstler passt.“ Ein Instrument spielt Tim Peters nicht, vieles funktioniere in seinem Beruf über Intuition. „Man muss etwas bei einem Song fühlen!“

Musikvideo „Girl aus’m Pott“ mit Tim Peters

Nicht immer hat er mit großen Namen der Schlagerbranche gearbeitet. „Am Anfang musst du Klinken putzen gehen, das ist in der Branche so“, erzählt der Sänger. „Man muss die Songs anbieten, entweder bei der Plattenfirma oder dem Künstler direkt. Gerade am Anfang ist es gut, wenn du einen Partner im Rücken hast, der Kontakte hat.“ Ein kreativer Beruf solle am besten auf einem Hobby basieren. „Sonst würde ich es nicht machen. Wenn man möglichst schnell viel Geld verdienen will, gibt es sicher andere Wege.“

Tim Peters‘ Verbindung zum Ruhrgebiet

Mit „Girl aus‘m Pott“ ist der Traum von der eigenen Musik jetzt wahr geworden. Fast eine halbe Million Mal wurde das Musikvideo bei Youtube aufgerufen. Der Song ist eine Hommage an starke Frauen aus dem Ruhrgebiet. In Dortmund geboren und in Kamen aufgewachsen, hegt Tim Peters noch immer eine starke Verbundenheit zu seiner Heimat. „Ich wollte immer eine Nummer über das Ruhrgebiet machen“, so Peters. „Mir gefällt dieser regionale Bezug und natürlich werden auch Mädels beschrieben, die mir optisch gut gefallen. Aber ich möchte auch Frauenbilder charakterisieren, die zum Beispiel meine Mutter sein könnten. Oder die Oma, die dem Enkel mit fast 30 Jahren noch die Schnitten wie zu Schulzeiten schmiert.“ In seinem Musikvideo spielen diese Typen von Frauen eine große Rolle, dies sei ihm ein Anliegen gewesen. „Diese Herzlichkeit findet man im Ruhrgebiet und das wollte ich so auch im Song und Video widerspiegeln.“

Erst „Schlagerbooom“, dann „Girl aus‘m Pott“: Tim Peters aus Kamen startet durch

Musikproduzent, Songschreiber und Schlagersänger Tim Peters aus Kamen: „Mein Traum war es immer, von Musik leben zu können“, erzählt der 29-Jährige. © Künstlermanagement Uwe Kanthak

Auftritt in der größten Schlagersendung „Schlagerboom“

Der Auftritt bei der größten Schlagersendung im deutschen Fernsehen, „Schlagerbooom“, ist für Peters so etwas wie ein Startschuss für die eigene Karriere gewesen. „Dadurch sind auch schon einige Buchungsanfragen reingekommen. Außerdem bin ich gerade dabei, das Album fertig zu kriegen, das soll im Frühjahr 2020 erscheinen“, sagt Peters. An diesem Samstag, 8. Februar, ist der Sänger aus Kamen wieder im TV bei den „Après Ski Hits 2020“ zu sehen (18 Uhr, RTL2). Außerdem mit dabei: Mickie Krause, DJ Ötzi, Mia Julia, Die Atzen, Peter Wackel und Tobee.

Wie sein Album klingen soll, bleibt vorerst ein Geheimnis. „Ich möchte die Leute überraschen. Einige Schlagerfans kennen mich als Autor und sind sehr gespannt auf meine eigenen Songs, diese Neugier möchte ich gerne aufrechterhalten“, sagt Peters.

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