Erst entführt, dann geköpft

Die unglaubliche Geschichte der Spiel-Schildkröte

Über Nacht ist der markante Kopf des possierlichen Tiers, das auf der Weststraße in Höhe des Reiselädchens steht, verschwunden: Die traurige Geschichte des Spielgeräts in der Fußgängerzone.

Kamen

, 12.11.2018, 16:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Erst entführt, dann geköpft

Die kopflose Schildkröte. Über Nacht ist das Spielgerät in der Fußgängerzone beschädigt worden.

Das Schicksal der Holz-Schildkröte in der Fußgängerzone steht unter keinem guten Stern. Über Nacht ist der markante Kopf des possierlichen Tiers, das auf der Weststraße in Höhe des Reiselädchens steht, verschwunden. Übrig geblieben ist lediglich ein zersplitterter Holzstumpf, der aufgrund Verletzungsrisiken das Spielen nicht mehr zulässt. Der Schaden ist beträchtlich. Das aus einem Stück Holz gefertigte Spielgerät kostete bei der Anschaffung etwa 4000 Euro.

Erst entführt, dann geköpft

Die Schildkröte bei der Aufstellung im Oktober vor zwei Jahren. © Marcel Drawe

Die unglückliche Geschichte der Schildkröte begann bereits im vorigen Jahr, als sie in einer Nacht- und Nebelaktion aus der Fußgängerzone gestohlen wurde. Erst Anfang August, nahezu ein Jahr später, tauchte sie plötzlich wieder auf. Nur einige Meter entfernt von ihrem Ursprungsstandort. Mitarbeiter der Servicebetriebe fanden das Spielgerät am Ende der Kampstraße direkt gegenüber der Commerzbank. Offenbar war es von den unbekannten Tätern dort abgeladen worden, wieder in einer Nacht- und Nebelaktion.

Erst entführt, dann geköpft

Die verschwundene Schildkröte im Oktober vor einem Jahr. © Stefan Milk

Das Unglaubliche: Die Segmente des Panzers aus Naturholz waren farbenfroh bemalt worden; offenbar hatte jemand sich die Schildkröte ausgeborgt, damit Kinder mit ihr spielen konnten. Das im großen und ganzen intakte Spielgerät wurde auf dem Bauhof an der Gutenbergstraße wieder aufgearbeitet, indem das durch Witterungseinflüsse gespaltene Holz versiegelt wurde. Anschließend wurde das Spielgerät wieder an seiner angestammten Stelle aufgestellt und dabei fest fixiert.

Erst entführt, dann geköpft

Die bemalte Schildkröte bei ihrer „Wiederkehr“ im August dieses Jahres

Wie berichtet war die Schildkröte im Oktober 2016 aufgestellt worden. Sie hatte ein kleines Spielkarussell ersetzt, das im Rahmen der Innenstadtsanierung angeschafft worden war. Danach hatte es indes immer wieder Beschwerden von Anwohnern provoziert: Das federnde Spielgerät, so hieß es, hatte zuweilen für Geräuschpegel wie auf einer Baustelle gesorgt, weil nicht nur Kleinkinder darauf herumgetobt hatten.

Ob sich die Schildkröte noch einmal restaurieren lässt, stand gestern noch nicht fest. Fest steht: Bis an der Stelle ein neues Spielangebot stehen wird, könnte einige Zeit vergehen.

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