Endlich - selbst im Discounter tut sich was: Weniger Plastiktüten und Einwegverpackungen

dzBündnis gegen Plastikmüll

Immer weniger Plastiktüten. Dafür mehr Stoffbeutel und Jute-Taschen. Das Aktionsbündnis gegen Plastikmüll blickt trotz gegenläufigen Bundestrends zufrieden auf verändertes Einkaufsverhalten.

Kamen

, 19.11.2019, 13:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Griff beim Einkauf im Fachhandel und Supermarkt geht immer weniger zur Plastiktüte. Für das Kamener Aktionsbündnis gegen Plastikmüll, das sich im Sommer gegründet hat, ist eine erfreuliche Entwicklung erkennbar.

„Es ist schön zu sehen, wie immer weniger Plastiktüten verwendet werden. Das gilt auch für Plastikverpackungen“, hat Jutta Eickelpasch, Umweltberaterin in der Verbraucherzentrale an der Kirchstraße, beobachtet.

Sie hat das Bündnis erst vor einigen Monaten ins Leben gerufen und mit ihren Mitstreitern zahlreiche Stoffbeutel bei Wochenmärkten verteilt.

Die Gesamtbilanz bundesweit ist weniger rosig: Die Menge an Verpackungsmüll ist im Jahr 2017 auf ein Rekordhoch gestiegen. 18,7 Millionen Tonnen fielen an, wie das Umweltbundesamt jetzt mitteilte - rechnerisch waren das 226,5 Kilogramm pro Person und drei Prozent mehr als im Vorjahr.

Private Verbraucher, so die Umweltstatistiker, hatten daran einen Anteil von 47 Prozent oder 107 Kilogramm pro Kopf.

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Wie man Einwegmüll vermeidet

Kampf gegen Plastikflaschen in europaweiter Abfallwoche

„Natürlich. Mir tut es immer noch weh, wenn jemand an der Obst- und Gemüsetheke tausend Plastiktüten nimmt statt einer Papiertüte oder eines Stoffelbeutels“, sagt Eickelpasch zu den sich weiterhin auftürmenden Müllbergen.

Dennoch sei vor Ort zu erkennen, dass immer weniger Plastik zu sehen ist. An dem lokalen Positivtrend will sie auch in dieser Woche weiter arbeiten - in der europaweit laufenden „Woche der Abfallvermeidung“.

In der Verbraucherzentrale an der Kirchstraße 7 organisiert Eickelpasch bis Ende der kommenden Woche einige Aktionen, die für den Einsatz von Mehrwegflaschen werben. Denn Einwegflaschen aus Plastik machen einen Großteil des Abfallbergs aus.

Endlich - selbst im Discounter tut sich was: Weniger Plastiktüten und Einwegverpackungen

Ein Strand in Gambia, aufgenommen von Julia Otten aus Methler. Das Bild zeigt, wie Plastikmüll der Wohlstandsgesellschaft kleine Paradiese zerstören. Das Bild war bei einer Fotoaktion der Verbraucherzentrale Kamen auf dem ersten Platz gelandet. © Verbraucherzentrale

Das nächste Treffen des Aktionsbündnisses ist im Dezember

Das Aktionsbündnis gegen Plastikmüll trifft sich das nächste Mal am Mittwoch, 4. Dezember, 18 Uhr, in der Beratungsstelle an der Kirchstraße 7. Zwischen 10 und 15 Akteure der Gruppe sind in der Regel bei den Treffen dabei.

„Es handelt sich nicht um eine feste Clique, sondern um eine offene Gruppe“, wirbt Eickelpasch um weitere Interessenten.

Mit der Resonanz auf ihr Projekt ist sie aber zufrieden. „Jahrelang galt es, dicke Bretter zu bohren. So leicht wie jetzt, wo der Klimawandel Thema ist und Fridays-for-Future akzeptiert, war es noch nie.“

Und ebenso habe es noch nie so viele Anfragen für ihre Vorträge zum Thema Plastikmüll gegeben - in der Volkshochschule, vor Frauengruppen, vor Kirchengemeinden und Schulklassen. „Ich könnte jetzt eigentlich gar nichts anderes mehr machen, als Vorträge geben.“ Doch sie hat noch andere Themen - wie den Fairen Handel, den Kampf gegen Schimmel oder den Ausbau der Refill-Standorte.

Unverpackte Lebensmittel und möglichst regional

Zurück zum Alltagseinkauf im Fachhandel, Supermarkt oder Wochenmarkt: Eickelpasch rät dringend dazu, auch unverpackte Lebensmittel einzukaufen, die es mittlerweile selbst im Discounter gebe.

Idealerweise, so rät sie, kaufe man die Lebensmittel auf dem Wochenmarkt, wo man auch immer die Frage stellen könne: Woher kommt das? Bevorzugen sollte man Produkte aus dem Kreis Unna - „und nicht etwa die Kartoffel aus Frankreich“, sagt sie mit Blick auf kurze Transportwege und die Ökobilanz.

Die Europawoche zur Abfallvermeidung läuft mit vielen Aktionen bis Ende kommender Woche in der Verbraucherzentrale Kamen an der Kirchstraße 7. Öffnungszeiten sind montags und freitags von 9 bis 13.30 Uhr, dienstags und donnerstags von 9 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr. Mittwochs ist geschlossen.
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