Eltern nach Schlägerei bei Einschulungsfeier in Sorge um Schulfrieden

dzReaktionen auf Vorfall

Am Tag nach der Prügelei bei der Einschulungsfeier der Friedrich-Ebert-Schule kommen Eltern wie üblich und bringen ihre Kinder. Der Vorfall löst Sorgen um den Schulfrieden aus – das zeigen die Elternreaktionen.

Kamen

, 30.08.2019, 11:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der erste Schultag nach der Schlägerei bei der Einschulungsfeier beginnt ohne Vorkommnisse. Mütter und Väter von Erstklässlern und Kindern höherer Klassen begleiten ihren Nachwuchs zur Friedrich-Ebert-Schule. Zwei anwesende Polizisten versichern, dass sie wegen des Schulanfangs ohnehin gekommen wären.

Es bietet sich ein gewohntes Bild mit Abschiedsszenen vor dem rot-weißen Absperrseil, das den Schulhof regulär vom Bürgersteig trennt. Ein Kind ruft: „Tschüss, Mama, viel Spaß bei der Arbeit!“ Schulleiterin Christina Pusch und ihre Kolleginnen begrüßen die Kinder, dann geht es klassenweise ins Schulgebäude.

Schlägerei bei Einschulungsfeier ist Elterngespräch

„Da hinten ist mein Sohn“, sagt Adem Kama und zeigt auf eine Gruppe von Erstklässlern. Von der Schlägerei am Vortag hat der Vater nichts mitbekommen, weil er wie die meisten Gäste der Feier bereits die Turnhalle verlassen hatte. Die Polizei ermittelt gegen sieben Teilnehmer, vier Frauen und drei Männer im Alter von 29 bis 53 Jahren aus Kamen, wegen gefährlicher Körperverletzung.

Eltern nach Schlägerei bei Einschulungsfeier in Sorge um Schulfrieden

Die Polizeibeamten Marc Westerhoff und Helmut Fritz im Gespräch mit dem Hausmeister, der am Vortag den Notruf wählte. © Carsten Fischer

Viele Eltern kommen an diesem Morgen auf die Schlägerei zu sprechen. „Das geht an die Seele“, sagt Adem Kama. „Ich finde es schlimm, dass die Kitagruppe von meinem Sohn das mitbekommen hat“, sagt der 37-Jährige. Als es zum Tumult kam, waren noch Kinder da, die an Tanz- und Zirkusaufführungen beteiligt waren. Dazu zählten auch „Maxi-Kinder“ aus der Awo-Kita Atlantis.

Haareziehen, Schubsen, Schlagen

Eine 38-Jährige, die ungenannt bleiben will, beobachtete die Prügelei. „Ich habe Schreie gehört und Haareziehen, Schubsen, Schlagen gesehen – mit allem, was die gefunden haben. Mehr so von Frauen“, sagte die Mutter einer Erstklässlerin. Slalomstangen und Turnstäbe dienten laut Polizei als Waffen.

Auch Svetlana Esau (33) hat ihren Sohn am zweiten Schultag gebracht. „Ganz viele haben wegen der Schlägerei Angst, in die Schule zu gehen“, sagt sie. Das wisse sie aus der WhatsApp-Gruppe der Klasse ihres Sohns. Die Schule und die Stadt Kamen haben ein Hausverbot gegen die Beteiligten an der Auseinandersetzung verhängt. Die Elternreaktionen zeigen: Viele sorgen sich jetzt um den Schulfrieden. Die Schule hat einen Elternbrief angekündigt.

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Antonia Plotek (35), Mutter eines Zweitklässlers, half am Tag der Schlägerei im Elterncafé in der Pausenhalle mit. Zwei Polizeibeamte hätten die Anwesenden nach Fotos der Auseinandersetzung gefragt. „Schlimm, was passiert ist. Die Kinder können nichts dafür, aber das hat hohe Wellen geschlagen.“ Sie würde es deshalb für besser halten, wenn die beiden Kinder der Beteiligten auf eine andere Schule gingen. Adem Kama meint: „Weder die Kinder noch die Schule können etwas dafür.“

Beteiligte bringen Kind zur Schule

Mutmaßliche Beteiligte der Prügelei in der Turnhalle wurden am Freitag gesichtet, wie sie ein Kind zur Schule brachten. Das sorgte für Getuschel, zumindest bei den Eltern, die die Personen zuordnen konnten. Ein 44-Jähriger, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, will einige Beteiligte „vom Sehen“ kennen. „Da ist peinlich von denen. Jetzt heißt es wieder: die Türken. Ich selbst bin in der Türkei geboren, wohne seit 40 Jahren hier.“ Die Polizei hatte erklärt, dass unter den Kamenern, die an der Auseinandersetzung beteiligt waren, eine Deutsche und sechs Türken sind.

Bezirkspolizist Helmut Fritz, der nun vor dem Schulhof aufpasst, war ebenfalls am Tatort. Die aus dem Ruder gelaufene Einschulungsfeier kommentiert er so: „Das ist traurig. Ich fass’ mir an den Kopp!“

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