Am Griff kann man den E-Rollator beschleunigen oder abbremsen. Beim 3. Rollatortag auf dem Rathausplatz bestimmen aber konventionelle Gehhilfen das Bild. Es gibt viele Tipps zur richtigen Nutzung.

Kamen

, 21.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Sage noch einer, man habe hierzulande bei der Elektromobilität die Nase nicht vorn. Mit Blick auf den elektrischen Rollator, der gerade über den Rathausplatz geschoben wird, darf diese Behauptung nicht mehr so stehen bleiben. „Der Rollator ist 0,5 bis 5,5 Stundenkilometer schnell“, erläutert Sebastian Ahner von der Herstellerfirma aus Stuttgart. Dazu eingebautes Licht wie kleine Scheinwerfer, eine Hupe und ein SOS-Notrufsystem. Der High-Tec-Rollator zog beim dritten Rollatortag vor dem Rathaus die Blicke auf sich. „Und er hat eine Kippfunktion zum einfachen Überwinden von Bordsteinkanten“, sagt Ahner und hebt die Vorderräder in die Höhe.

Elektromobil mit dem Rollator

Auf der Steigung des Rollator-Parcours soll das Gerät nur schrittweise geschoben und dann mit der Bremse fixiert werden. So kann es nicht wegrollen. © Stefan Milk

Ein Rollator-Parcours

Mit konventionellen Geräten arbeitet die Kreisverkehrswacht, die einen Rollator-Parcours gleich nebenan aufgebaut hat. Lang ist die Schlange an älteren Menschen, die sich den richtigen Gebrauch ihrer rollenden Gehhilfe von den sogenannten Rollatoren-Moderatorinnen Dörte Grod und Anke Wienecke erklären lassen wollen. Das sei auch durchaus empfehlenswert, wie Dörte Grod betont. „Oft werden die Senioren nicht richtig eingewiesen, die Griffhöhe ist falsch eingestellt.“ Wichtig sei, sich richtig in den Rollator hineinzustellen anstatt ihn gebeugt vor sich her zu schieben. Geübt werden müsse auch die Nutzung der Bremsen. Um einen Bordstein zu überwinden, müssen die Bremsen angezogen werden, damit der Rollator nach hinten kippen kann. Wenn die beiden Vorderräder dann in der Luft schweben, kann man das Gerät bequem über die Bordsteinkante schieben. Nicht nur diese Übung können die Senioren ausprobieren, sondern auch, wie sie bergauf und bergab gehen können, ohne den sicheren Stand zu verlieren.

Elektromobil mit dem Rollator

Rollatoren können mit LED-Lichter nachgerüstet werden . © Stefan Milk

„Das geht am besten schrittweise“, sagt Grod mit Blick auf eine Seniorin, die auf der Rampe aus Stahl ihre Übung macht. „Den Rollator erst ein Stück schieben, die Bremse ziehen, dann einen Schritt hinterhergehen“, führt sie aus. „Und dann wieder von vorn.“ Gerade bergab sei dieses Verhalten wichtig, damit der Rollator nicht weg gleite. Für enge Kurven, beispielsweise, wenn man durch eine Tür gehen und sich gleich rechts halten muss, hat sie auch einen Tipp. „Die rechte Bremse anziehen und links weiterschieben. Dann macht der Rollator eine Vierteldrehung.“ Auch knifflig: Die Senioren müssen einen Gully überwinden.

Elektromobil mit dem Rollator

Sonja Taszarski ist auf dem Rollator-Parcours unterwegs. Von der Kreisverkehrswacht erhalten die Senioren dabei hilfreiche Hinweise, wie sie mit der Bremse ganz einfach die Richtung wechseln können. © Stefan Milk

Für mehr Sicherheit sorgen Reflexionsmaterialien, nachrüstbare LED-Leuchten und sogenannte Klack-Armbänder, die man einfach um das Handgelenk schnacken lassen kann. Kleine reflektierende Stoffhasen, die an Rollator oder Handtasche zu binden sind, kommen ebenso gut an bei den Rollator-Nutzern. Es sei schon vorgekommen, so schmunzelt Dörte Grod, dass sie auf Skepsis gestoßen sei, wenn sie die notwendige Beleuchtung empfehle. „Ich gehe nicht im Dunkeln, heißt es dann“, sagt sie und lacht. „Das sagten mir die Senioren aber, als es schon längst dunkel war!“

Elektromobil mit dem Rollator

Schieben, balancieren, schwingen und noch den Rollator unter Kontrolle haben. Für die Senioren, die sich am Training beteiligten, kein Problem. Der Rollatortag zog einige Hundert Besucher an. © Stefan Milk

Den perfekten Rollator gibt es im Übrigen nicht. „Jeder Nutzer hat andere Ansprüche“, sagt Nico Schwarz vom Sanitätshaus Tingelhoff. Egal ob große oder kleine Räder, mit fünf Kilo etwas leichter oder mit neun Kilo etwas schwerer: „Es kommt vor allem auf die richtige Haltungsweise an.“

Und es muss auch nicht immer die Elektro-Version sein. Kleine Hilfen gibt es auch bei den konventionellen Roll-Gehhilfen – wie Stockhalter oder Schirmständer.

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