Verkaufsoffene Sonntage und Schnäppchenjagd sollen verkorkste Saison retten

dzEinzelhandel in Kamen

Der Hansemarkt fällt in Kamen flach, dafür gibt es Zusatztermine durch mehrere verkaufsoffene Sonntage. Um eine verkorkste Saison zu retten, soll auch eine Schnäppchenjagd Kunden in die Innenstadt locken.

Kamen

, 13.07.2020, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr verkaufsoffene Sonntage und eine Schnäppchenjagd sollen dem heimischen Handel in der Corona-Krise zusätzliche Impulse verleihen. Nach dem Runderlass des Wirtschaftsministeriums, der weitere Termine für den Sonntagskauf in diesem Jahr zulässt, wollen auch Kamens Händler ihre Läden zusätzlich öffnen.

„Ja, es geht um zwei bis drei Termine noch in diesem Jahr“, bestätigt Kamens Beigeordnete Ingelore Peppmeier, die auch zweite Vorsitzende der Kamener Interessengemeinschaft der Gewerbetreibenden (KIG) ist.

Durch zusätzliche verkaufsoffene Sonntage sollen Kundenströme entzerrt werden. Die Kaufleute hoffen, dass der durch das Virus geschwächte Handel wieder zu Kräften kommt.

Durch zusätzliche verkaufsoffene Sonntage sollen Kundenströme entzerrt werden. Die Kaufleute hoffen, dass der durch das Virus geschwächte Handel wieder zu Kräften kommt. © Stefan Milk

Schnäppchenjagd am Samstag, 29. August

Auftakt für die erste KIG-Aktion nach dem schmerzhaften Corona-Lockdown ist zunächst kein verkaufsoffener Sonntag, sondern die Schnäppchenjagd am Samstag, 29. August. Nachdem zahlreiche Geschäfte wochenlang geschlossen waren, soll die Händler-Aktion ein wenig Schwung in den vom Virus gelähmten Handel bringen.

„Wir hoffen sehr, dass die vermutlich recht verkorkste Sommersaison damit noch ein versöhnliches Ende finden kann“, schreibt KIG-Sprecherin Katharina Großkraumbach in einem Rundbrief an die Mitglieder. An 23. Kamens Schnäppchenjagd-Aktion locken die Händler mit einmaligen Rabatten.

Unbekümmert shoppen gehen – in Zeiten von Corona fällt das nicht allen Bürgern leicht. Zusätzliche Aktionen sollen neue Lust aufs Einkaufen wecken.

Unbekümmert shoppen gehen – in Zeiten von Corona fällt das nicht allen Bürgern leicht. Zusätzliche Aktionen sollen neue Lust aufs Einkaufen wecken. © Stefan Milk

Mittelalterlicher Hansemarkt bis zuletzt auf der Kippe

An welchen Terminen zusätzliche Kaufsonntage stattfinden werden, will die KIG bis Anfang August festgelegt haben. Ein potenzieller Termin ist der 13. September, ein Sonntag des Hansemarkt-Wochenendes. Bis zuletzt war offen, ob der beliebte Markt mit mittelalterlichem Charme durchgeführt werden kann. Jetzt fiel die Entscheidung dann doch dagegen.

Die Entscheidung ist gerade erst gefallen. Noch wird der Hansemarkt, der am 12. und 13. September stattfinden sollten, von der „Agentur Schöne Märkte“, die das Fest für die Stadt organisiert, unter hansemarkt-kamen.de beworben.

Doch in Zeiten der Virus-Pandemie, so Peppmeier, könne man es nicht verantworten, so eine gut besuchte Veranstaltung durchzuführen. Ein verkaufsoffener Sonntag, der ansonsten mit dem Hansemarkt stattgefunden hätte, sei trotzdem denkbar. „Dafür können die Händler Ideen entwickeln, ähnlich wie bei der Schnäppchenjagd.“ An dem Tag der Kommunalwahltag dürften auch einige Menschen auf den Beinen sein.

Der Hansemarkt, der als mittelalterliches Spektakel viel Publikum lockte, ist jetzt abgesagt worden. An dem Hansemarkt-Sonntag, 13. September, könnte trotzdem ein verkaufsoffener Sonntag stattfinden.

Der Hansemarkt, der als mittelalterliches Spektakel viel Publikum lockte, ist jetzt abgesagt worden. An dem Hansemarkt-Sonntag, 13. September, könnte trotzdem ein verkaufsoffener Sonntag stattfinden. © Stefan Milk

Verkaufsoffene Sonntage eigentlich an Auflagen geknüpft

Eigentlich sind die zusätzlichen Termine an strenge Auflagen geknüpft, um eine Inflation der Sonntagsöffnungen zu vermeiden. Deswegen sollen sie eigentlich in Kombination mit großen Traditionsveranstaltungen stattfinden, in Kamen wiederkehrend mit dem Frühlingsmarkt der KIG und dem Hansemarkt.

Da nicht nur Kamen von der Absage derlei Veranstaltungen betroffen ist, können laut Runderlass des Wirtschaftsministerium jetzt auch Kaufsonntage ohne zusätzlichen Anlass durchgeführt werden. Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) begründete die Entscheidung so: „Dem Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen wollen wir die Chance bieten, die pandemie-bedingten Umsatzausfälle zumindest zum Teil auszugleichen. Deshalb geben wir den Kommunen die Möglichkeit, dieses Jahr bis zu vier verkaufsoffene Sonn- und Feiertage festzulegen.“

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Kaufsonntage auch gut für Entzerrung der Kundenströme

„Dass es damit möglich ist, die Strukturen im heimischen Handel zu stärken, finden wir sehr gut“, kommentiert Peppmeier, die sich mit Bernd Wenge, Vorsitzender der KIG, zu dem Thema kurzgeschlossen hat. Im Rahmen der Pandemie-Bekämpfung käme noch ein Faktor zum Tragen: die Entzerrung der Kundenströme. Und so besteht doch noch etwas Hoffnung auf Rettung einer verkorksten Saison.

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