Eine Kamenerin, die bereits einmal geimpft war, wurde positiv auf das Coronavirus getestet – sie hatte sich sogar mit der Mutante infiziert. Einmal Geimpfte sollten sich keiner trügerischen Sicherheit hingeben, mahnt der RV Wanderlust. © dpa
Coronavirus

Einmal geimpfte Frau steckt sich mit Virus-Mutante an

Im Schnelltestzentrum des RV Wanderlust ließ sich eine Frau testen, die bereits eine Impfung erhalten hat. Als sie positiv getestet wurde, war sie sprachlos. Der Verein mahnt.

Die Frau sei völlig fassungslos gewesen, als man ihr das positive Corona-Testergebnis mitteilte. Sie sei wegen eines Maniküre-Termins ins Testzentrum des RV Wanderlust gekommen, berichtet der Vereinsvorsitzende Manfred Chytralla. Das Besondere: Die Frau war bereits geimpft. Als sie den Schnelltest machte, lag die Impfung 24 Tage zurück.

Das erklärt wohl, warum sie so erschüttert war, als erst der Schnelltest und dann auch der PCR-Test positiv waren. Aber nicht nur das: „Das Labor stellte die britische Covid 19-Variante B 1.1.7 mit einem CW-Wert fest, der die Frau als hoch infektiös und ansteckend ausweist“, so Chytralla.

Das bedeute, dass eine Person, die erst einmal geimpft wurde, innerhalb der üblichen Karenzzeit sich sehr wohl mit dem Coronavirus infizieren und demnach auch andere anstecken könne, resümiert er.

Schnelltestzentrum in Methler führt auch PCR-Tests durch

Das Gesundheitsamt meldete sich sofort bei der Frau und leitete entsprechende Maßnahmen ein. Im Schnelltestzentrum, das der RV Wanderlust gemeinsam mit dem Schützenverein Methler betreibt, freut man sich derweil, zusammen mit dem Gesundheitsamt so effektiv und schnell an der Unterbrechung der Infektionsketten mithelfen zu können. Mittlerweile werden dort nicht nur Schnelltests, sondern auch PCR-Tests angeboten. So erhalten positiv Getestete gleich Klarheit.

Chytralla möchte nach diesem Fall darauf hinweisen, dass erst einmal Geimpfte nicht der trügerischen Sicherheit eines umfassenden Schutzes unterliegen sollten und sich weiterhin testen lassen sollen, um nicht unwissentlich andere anzustecken.

Nur vollständig Geimpfte erhalten Freiheiten zurück

Das ist freilich auch der Grund dafür, dass neben Genesenen nur vollständig Geimpfte einen Teil ihrer Rechte zurückerlangen. Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz begründet das damit, dass laut Robert Koch-Institut das Risiko einer Übertragung durch vollständig Geimpfte spätestens zum Zeitpunkt ab dem 15. Tag nach Gabe der zweiten Impfdosis deutlich geringer ist als bei Vorliegen eines negativen Antigen-Schnelltests bei symptomlosen infizierten Menschen.

Vollständig geimpfte Menschen können künftig ohne Test in Geschäfte gehen oder auch in Zoos etc. Wer jedoch erst eine Impfung erhalten hat, zählt nicht dazu. Dass das auch sinnvoll so ist, zeigt das Beispiel aus Methler.

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott
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