80 Kräfte der Feuerwehr eilen von Tatort zu Tatort, als fünf Autos und drei Kleintransporter in Flammen stehen. Der Schaden beträgt 207.000 Euro. Glücklicherweise gibt es keine Verletzten.

Kamen

, 27.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Eine neue Serie von mutwillig gelegten Autobränden weckt ungute Erinnerungen an eine Brandserie aus dem Jahr 2014, als 19 Fahrzeuge binnen weniger Tage in Flammen aufgehen. Mehrere solcher Fälle gibt es auch in der Nacht zu Donnerstag. Gleich an vier Standorten sind insgesamt etwa 80 Kräfte der Feuerwehr Kamen aktiv, um die Flammen zu bekämpfen. Auch in Werne werden zwei Fälle gemeldet. Der Gesamtschaden wird auf ca. 207.000 Euro beziffert.

„Die Feuerwehr macht sich Sorgen“, sagt Feuerwehrleiter Rainer Balkenhoff, der zum Autobrand auf der Park&Ride-Anlage am Bahnhof Methler ausgerückt ist, während nahezu zeitgleich Einsätze an Otto-Prein-Straße und Heimstraße laufen. Zuvor ist die Löschgruppe Mitte an der Nordenmauer aktiv, wo bei zwei nebeneinanderstehenden Wagen Brandsätze auf der Motorhaube direkt vor der Windschutzscheibe gelegt wurden. Dort werden die Flammen rasch erstickt.

Die Polizeibehörde ist am Donnerstagmorgen schwer damit beschäftigt, die Brände in Kamen und Werne in eine Reihenfolge zu bringen. Diese sieht wie folgt aus:

Eine Nacht der Flammen: Acht Fahrzeuge in Brand gesetzt

An der Nordenmauer werden Brandsätze auf die Motorhaube gelegt. Die Feuerwehr löscht umgehend.

0.42 Uhr: An der Nordenmauer brennen zwei Wagen. Der Löschzug Mitte rückt mit etwa 20 Kräften aus, um dort die auf der Motorhaube entflammten Brandsätze zu löschen. Der Sachschaden beträgt etwa 22.000 Euro.

Eine Nacht der Flammen: Acht Fahrzeuge in Brand gesetzt

Mit Schaum das Feuer erstickt: An der Robert-Koch-Straße brennen zwei Kleintransporter aus.

1.02 Uhr: An der Robert-Koch-Straße stehen zwei Kleintransporter in hellen Flammen. Die Löschgruppe Wasserkurl und Westick sind vor Ort und ersticken die Flammen unter Schaum. „Den setzen wir ein, wenn brennende Flüssigkeiten bekämpft werden müssen“, berichtet Balkenhoff. Brennende Flüssigkeiten wie Motoröl und Kraftstoff. Der Schaden beträgt etwa 80.000 Euro.

Eine Nacht der Flammen: Acht Fahrzeuge in Brand gesetzt

An der Heimstraße wird ein Kleintransporter, der in Gütersloh zugelassen ist, gelöscht.

1.05 Uhr: An der Heimstraße brennt auf dem dortigen Bürgersteig ein weiterer Kleintransporter. Durch die Hitze platzt ein Reifen, dessen umherfliegende Teile einen weiteren Wagen beschädigen. Das Feuer greift auf eine angrenzende Hecke über. Die Löschgruppe Methler ist dort im Einsatz und handelt wie die anderen Kameraden schnell und routiniert, sodass kein zusätzliches Unheil entsteht. Der Schaden wird trotzdem auf ca. 60.000 Euro geschätzt.

1.24 Uhr: Auf einem Garagenhof an der Otto-Prein-Straße steht ein BMW in Flammen, der erst vor einigen Tagen als Gebrauchtwagen erworben wurde. Auch das Garagentor wird von den Flammen in Mitleidenschaft gezogen. Die Löschgruppe Methler ist auch dort im Einsatz. Der Sachschaden beträgt etwa 20.000 Euro.

1.45 Uhr: An der Mozartstraße in Werne brennen zwei Autos, ein weiterer Wagen wird durch das Feuer beschädigt. Auch ein Carport ist betroffen. Dort summiert sich der Schaden auf etwa 25.000 Euro.

Zum Glück gab es in keinem Fall Verletzte, auch ein Übergreifen auf Wohngebäude drohte nicht. In allen Fällen geht die Kriminalpolizei, die nun ermittelt, von Brandstiftung aus. Sie sucht nach Zeugen, die Hinweise zu den Taten geben können. Derlei Hinweise haben auch vor vier Jahren dazu geführt, dass der Täter gefasst werden konnte. Der Kamener, der sich vor Gericht verantworten musste, wurde am Ende zu zwei Jahren Jugendstrafe und Unterbringung in der Psychiatrie verurteilt.

Eine Nacht der Flammen: Acht Fahrzeuge in Brand gesetzt

Ein ausgebrannter Pkw aus dem Jahr 2014 © Stefan Milk

„Es bleibt ein ungutes Gefühl“

Eine Autobrand-Serie hat die Stadt Kamen im Jahr 2014 in Atem gehalten. Dabei waren binnen weniger Monate 19 Autos in Flammen aufgegangen. Der Sachschaden lag bei etwa 80.000 Euro. Die Polizei hatte den damals 18-jährigen Täter ermitteln können. Im September 2014 war er zu zwei Jahren Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt worden samt Anordnung der Unterbringung in einer Jugendhilfe-Einrichtung. Der Schüler hatte im Verfahren betont, dass er seine Taten bereue und auf einen geregelten Lebensweg zurückfinden wolle.

Hinweise zu den Straftaten nimmt die Polizei auf unter Tel. (02307) 9213220 und (02307) 9210. Für Werne gilt die Tel. (02389) 9213420.

Seitdem gab es immer wieder Autobrände, darunter im Mai 2016 drei in einer Nacht, Tatorte waren Kamen und Unna. Etwas über ein Jahr später, im Juni 2017, sind innerhalb von neun Tagen zwei Autos und zwei Anhänger in Flammen aufgegangen.

Die Feuerwehr ist besorgt über die aktuelle Entwicklung. „Es gibt leicht vermehrt Container- und Mülltonnenbrände in jüngster Zeit. Es bleibt ein ungutes Gefühl“, so Feuerwehrchef Rainer Balkenhoff.

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