Einbruch ins Elternhaus der Ex-Freundin führt in Haft

dzGericht

Die Eltern misstrauten dem Freund der Tochter und wechselten vor einer Reise die Schlösser ihres Hauses aus. Der junge Mann ließ sich nicht davon aufhalten. Deshalb muss er jetzt ins Gefängnis.

von Sylvia Mönnig

Kamen

, 14.11.2019, 17:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Zutritt war ihnen verwehrt, das Schloss war ausgewechselt. Also verschafften sich ein 22-Jähriger und seine frühere Freundin gewaltsam Zutritt zum Elternhaus der jungen Frau in Kamen. Das soll ihn nun die Freiheit kosten.

Der neue Freund der Tochter behagte den Kamener Eltern nicht unbedingt, trotzdem nahmen sie ihn auf – in der Hoffnung, beiden auf diese Weise eine Perspektive schaffen zu können. Eine Hoffnung, die sich schnell zerschlug. Das Leben unter einem Dach wurde mehr und mehr zur Herausforderung und schließlich trafen sie eine Entscheidung, bevor sie im September vergangenen Jahres zu einer kurzen Reise aufbrachen. Sie gaben den jungen Leuten Geld für eine Pension, da sie nicht wollten, dass sie sich alleine im Haus aufhielten. Das Schloss der Eingangstür wurde erneuert und in einer Nachricht teilten sie mit, dass der Freund künftig Hausverbot habe.

Mit der Kettensäge die Kellertür zerstört

Genießen konnte sie ihren Urlaub allerdings nicht. Schnell erhielten sie einen Anruf, dass bei ihnen eingebrochen wurde, nachdem das Paar mit einer Kettensäge die Kellertür regelrecht in Einzelteile zerlegte. Zwei Tage später der nächste Anruf: Diesmal war es die Eingangstür, die der Ex-Freund ihrer Tochter buchstäblich einrannte. Und bei dieser Gelegenheit waren offenbar noch zwei Bekannte des Paares dabei. Letztlich verschwanden ein Koffer, zwei Fahrräder, zwei Handys und eine Stereoanlage. Gegen die eigene Tochter wollten die Eltern keine Anzeige erstatten, wohl aber gegen ihren Ex-Freund und seine Bekannte, eine 23-Jährige aus Bergkamen, der eine Beteiligung an dem Einbruchsdiebstahl vorgeworfen wurde.

Die Angeklagten schweigen

Sie und der damalige Freund der Tochter saßen nun im Amtsgericht Unna auf der Anklagebank und schwiegen beharrlich zu dem Vorwurf. Nach den Aussagen der Geschädigten, ihrer Tochter und mehrerer Nachbarn sah das Gericht bei der Angeklagten letztlich kein strafbares Verhalten und sprach sie frei. Bei dem 22-Jährigen mit einschlägiger Vergangenheit und Hafterfahrung gab es indes keine Zweifel an seiner Schuld. Er wurde zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. sam

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