Verunglückter Fluchtwagen an der Hauswand in der Nacht zu Montag. © privat
Nächtliche Verfolgungsfahrt

Einbrecher auf der Flucht rasen mit Audi Q7 gegen Wohnhaus

Als mutmaßliche Einbrecher die Polizei sehen, geben sie Gas. Mit schätzungsweise 100 km/h flüchten sie durch die Innenstadt von Kamen. Selbst ein schwerer Unfall kann sie nicht stoppen.

Mit bis zu 100 km/h über den Ostring: Auf der Flucht vor der Polizei hat ein mutmaßlicher Einbrecher auf der Hammer Straße einen schweren Unfall gebaut. Der Mann raste mit einem Audi Q7 durch die nächtliche Kamener Innenstadt, bis er die Kontrolle über den Wagen verlor und gegen ein Wohnhaus prallte. Der Fahrer und der Beifahrer flüchteten zu Fuß und ließen den beschädigten Sportgeländewagen zurück. „Wir haben jetzt ein sichergestelltes Fahrzeug und jede Menge Ermittlungsarbeit“, sagte Polizeisprecherin Vera Howanietz.

Alarm in der Trinkhalle

Die Abläufe und der Hintergrund der Verfolgungsfahrt lassen sich wie folgt rekonstruieren: Gegen 1.20 Uhr in der Nacht zu Montag hört ein Zeuge auf dem Marktplatz die Alarmanlage der „Trinkhalle am Markt“. Er sieht zwei schwarz gekleidete Gestalten weglaufen und ruft die Polizei. Die Leitstelle löst sofort eine Nahbereichsfahndung aus.

Kurz darauf fällt der Besatzung eines Streifenwagens der Audi Q7 auf. Die Polizisten nehmen die Verfolgung auf, aber der Fahrer gibt Gas und fährt mit überhöhter Geschwindigkeit davon. Auf bis zu 100 km/h wird das Tempo geschätzt. An der abknickenden Vorfahrt Ostring/Hammer Straße bekommt der Flüchtende die scharfe Kurve nicht und schleudert auf das Haus an der Hammer Straße 12 zu. Dort reißt der schwere SUV einen Edelstahlzaun aus der Verankerung und kracht frontal gegen die Hauswand.

Unfallstelle an der Hammer Straße 12 am Morgen danach: Der Fluchtwagen ist aus der Kurve geflogen und hat das Gartentor umgerissen. © Stefan Milk © Stefan Milk

Die Polizei hat den Audi kurzzeitig aus den Augen verloren. Als die Beamten zur Unfallstelle kommen, sind der Fahrer und der Beifahrer ausgestiegen und zu Fuß geflüchtet. Auch der Unfall kann sie nicht aufhalten. Die weitere Suche nach den Tätern verläuft ergebnislos. Auch ein Hubschrauber wird eingesetzt.

Verdächtige sind etwa 20 bis 30 Jahre alt

Die Polizei stellte das zurückgelassene Fahrzeug noch in der Nacht sicher. Ob es zu den Unfallflüchtigen führen wird, war am Montagmittag noch unklar. Ein Nachbar sagte unter Berufung auf Polizisten an der Einsatzstelle, dass der Audi in Hamm gestohlen worden sein soll. Die Polizeisprecherin konnte das weder bestätigen noch dementieren, weil die Ermittlungen noch andauern. Die beiden Gesuchten sollen etwa 20 bis 30 Jahre alt und etwa 1,70 Meter groß sein. „Einer hatte eine schwarze Jacke, blaue Jeans und dunkle Schuhe“, sagte Polizeisprecherin Vera Howanietz.

Der Kiosk am Markt war in der Nacht zu Sonntag das Ziel von Einbrechern. © Fischer, Carsten © Fischer, Carsten

Dass es sich bei den geflüchteten Männern um die Kioskeinbrecher handelt, gilt als sehr wahrscheinlich. In dem Auto wurden laut Polizei mehrere Gegenstände sichergestellt, die aus der Beute stammen könnten, darunter auch Zigaretten und Kleingeld. Dazu passt, dass der Kioskbesitzer rund 20 Stangen Zigaretten, Süßigkeiten und Kleingeld vermisst. Die unbekannten Täter haben in der Nacht eine Scheibe eingeschlagen und sich dann bei der Ware bedient.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1973, aufgewachsen im Sauerland, wohnt in Holzwickede. Als Redakteur seit 2010 rund ums Kamener Kreuz unterwegs, seit 2001 beim Hellweger Anzeiger. Ab 1994 Journalistik- und Politik-Studium in Dortmund mit Auslandsstation in Tours/Frankreich und Volontariat bei den Ruhr Nachrichten in Dortmund, Lünen, Selm und Witten. Recherchiert gern investigativ, zum Beispiel beim Thema Schrottimmobilien. Lieblingssatz: Der beste Schutz für die liberale Demokratie ist die Pressefreiheit.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt