Einblick in die harte Arbeit auf der Zeche Monopol

dzTag des offenen Denkmals

Am Tag des offenen Denkmals ist auch die ehemalige Zeche Monopol wieder für Besucher geöffnet. Neben spannenden Führungen ist auch die Meinung der Bürger zur Zukunft der Zeche gefragt.

von Niklas Mallitzky

Kamen

, 08.09.2019, 15:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eine raue Umgebung, in der die Bergleute unter Tage ihr Geld verdienten. Die Arbeitskleidung ist aus dem Stadtbild verschwunden, die Schaupuppe am Eingang des Fördermaschinenhauses trägt sie noch. Zur weißen Arbeitskleidung gehört wie selbstverständlich der Helm. Doch auch die Knieschoner seien von unschätzbaren Wert gewesen, erinnert sich Uwe Klose, der noch bis ins Jahr 2010 im Bergbau tätig war: „Da unten ist es dunkel und vor allem steinig. Wer da stürzt, stößt beim Knie dann schnell auf den blanken Knochen.“

Reinweiß war ein schlechtes Zeichen

Doch warum trugen die Bergleute eigentlich weiße Kleidung? Darüber habe er sich selbst auch noch keine Gedanken gemacht, erklärt Marc Ulrich, der erste Vorsitzende des Fördervereins „Monopol 2000“, dessen Mitglieder am Sonntag die Führungen veranstalten. „Ich könnte mir vorstellen, dass es einen praktischen Hintergrund hatte. Die Kleidung ist einfach ungefärbt, jeder Farbstoff hätte ja zusätzlich Geld gekostet.“ So weiß wie im Neuzustand wäre die Kleidung ohnehin nie lange geblieben, berichtet Ulrich weiter. Wer also ganz in Weiß auftauchte, der wurde von den Kumpeln kritisch beäugt. „Dann wussten die anderen, dass er noch ein Neuling war, und sie besonders gut aufpassen mussten, wenn sie mit ihm zusammengearbeitet haben.“

Einblick in die harte Arbeit auf der Zeche Monopol

Mitglieder des Fördervereins „Monopol 2000“ führten die Besucher durch die Übertage-Bereiche und zeigten ihnen die typische Ausstattung der Bergleute. © Stefan Milk

Schutzkleidung und Grubenlampe waren Pflicht

Die Schutzkleidung war unter Tage Pflicht wie Grubenlampe. Und auch den Selbstretter mussten die Bergleute immer bei sich tragen. Wer das nicht tat riskierte eine Strafe. Nicht einmal kurz weghängen durften sie das Gerät. Denn der Selbstretter ist ein Atemfiltergerät, mit dem die Kumpel sich bei einem Gaseinbruch oder dem Ausfall der Belüftungsanlage zum nächsten Frischwetterschacht retten konnten.

Schulen kommen zum Lernen

Um das alte Zechengelände zu erhalten, hat sich die Stadt mit dem Förderverein und der Stiftung „Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur“ zusammengetan, die auch der Eigentümerin ist. Schon jetzt wird die alte Zeche von Grundschulen als außerschulischer Lernort genutzt. In der Zukunft könnten die Führungen bis zu zweimal im Monat stattfinden, so stellen es sich die Verantwortlichen vor. Und die alte Zeche hat noch mehr zu bieten, als die historischen Führungen.

Einblick in die harte Arbeit auf der Zeche Monopol

Die Besucher waren beeindruckt von den Anlagen des ehemaligen Bergwerks. © Stefan Milk

Bienenvölker auf der Zeche

Denn auf dem Gelände haben auch drei Bienenvölker von Imker Heinrich Behrens ein Zuhause gefunden. Nahe des Förderturms stehen die Kästen, in denen Behrens das sogenannte „Monopol Gold“ gewinnt. Zweimal wird der Honig abgefüllt, momentan enthalten die Gläser, bedingt durch die Jahreszeit, Lindenblütenhonig. So bekommen die Schulklassen auch einen spannenden Einblick in Bienenkunde und Honiggewinnung. Besucher müssten keine Angst haben, meint Behrens. Die Bienen bleiben in ihrem Bereich und würden sich auch an Veranstaltungen wie dem Musikfestival „Seilfahrt“ nicht stören.

Die Ideen der Bürger sind gefragt

Damit der Standort noch besser genutzt werden kann, sind Sanierungen nötig. Ein Antrag auf Fördermittel beim Land NRW für das aktuelle Jahr wurde zwar abgelehnt, doch so schnell wollen die Beteiligten nicht aufgeben. Um den Standort attraktiver zu gestalten, wollen Stadt, Förderverein und Stiftung auch die Bürger mit einbeziehen. Auf einem Zettel können die Besucher am Sonntag Ideen aufschreiben, wie das Gelände genutzt werden könnte. Alle Ideen werden ausgewertet und in den Antrag für das kommende Jahr eingebracht.

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