Ein Spaziergang zur Kunst für alle in Kamen

dzIn Parks und auf Plätzen

Das Mahnmal „Vergesst uns nicht“ von Otto Holz soll einen neuen Platz erhalten. Unternimmt man einen Stadtrundgang, lassen sich noch mehr Kunstwerke auf Straßen, Wegen, Plätzen und in Park finden.

30.03.2019, 17:09 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Vergesst uns nicht.“ So heißt das Denkmal aus Beton und Stacheldraht von Otto Holz. Es war zwischen Sesekedamm, Maibrücke und Partnerschaftbrücke in Kamen zu finden, bevor es wegen der Bauarbeiten für den Sesekepark eingelagert wurde. Das umstrittene Kunstwerk wird in Zukunft einen neuen Platz vor dem Amtsgericht erhalten, wie der Kulturausschuss diese Woche beschloss.

Kunst ist ein wichtiger Bestandteil der Stadtkultur und dient der Identifikation der Bürger mit der Stadt. Das findet der Kulturkreis Kamen, der vor einigen Jahren eine Bestandsaufnahme der Kunstwerke im öffentlichen Raum vorgenommen hat. 2013 wurde die Bestandsaufnahme in Form eines Faltblatts erstmals herausgegeben. Es wurden 35 Werke gezählt – eine Zahl, die manche Kamener überrascht haben dürfte.

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Kunstwerke auf Kamener Plätzen

Mindestens 35 Kunstwerke stehen auf öffentlichen Plätzen und in Parks in Kamen. Wir zeigen eine Auswahl.
30.03.2019
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„Zusammenschluss“. So heißt das Kunstwerk von Carlernst Kürten. Die drei Pfeiler mit Ecken und Kanten stehen am Haupteingang des Rathauses. Man geht schnell hinein und wirft dem Kunstwerk unbewusst einen Blick zu. Es ist nicht mehr wegzudenken. Das Kunstwerk steht dort seit 1991. Die Ecken und Kanten in den Stahlpfeilern scheinen Knoten oder Windungen zu sein, die sich an den Enden lösen.© Archiv
An der Konrad-Adenauer-Straße in der Kamener Innenstadt stehen drei Personen eng zusammen. Zwei Personen stehen sich gegenüber und eine in der Mitte, die die anderen auseinanderhält. Es erinnert an Konflikte, die man schon öfter gesehen hat. Die beiden ganz außen sehen kampfbereit aus, wäre nicht die dritte Person im Weg. Die von Ernst Oldenburg erschaffenen Figuren führen seit 1982 einen Dialog.© Stefan Milk
Von Weitem ist er kaum zu erkennen. Ein graues Metallgestell, in der Luft schwebend. Kommt man dem Gestell näher, so wird es zu einem Fisch. Er hat zwei Flossen und große runde Augen. Die Metallstäbe sind wesentliche Bestandteile des Fisches. Das Kunstwerk „Kömsche Bleier“ von Winfried Totzek wurde im Jahr 2005 an der Sesekebrücke an der Ostenallee in Kamen -Mitte gebaut.© Roman Grzelak
Holzstämme, aneinandergereiht inmitten eines Waldabschnitts. Holz in einem Wald sollte nichts Besonderes sein, aber dieses hier schon. Der „Holzplatz“ von Elisabeth Albertshofer besteht aus mehreren Holzelementen, die etwas Kreisförmiges ergeben. Dazu kommen noch die Längenunterschiede des Holzes. Das Kunstwerk wurde 1999 und 2000 gebaut und befindet sich im Technopark im südlichen Bereich.© Archiv
Es sind vier auf dem Kopf stehende Pyramiden. Eine Größere taucht ihre Spitze in einen Betonsockel, damit der Rest fest steht. Sie erinnern an Akrobaten. Das Kunstwerk „Methler“ steht im Methleraner Ortsteil Kaiserau und schmückt den Kreisverkehr an der Germania- und Robert-Koch-Straße. Seit 2012 gibt es die Plastik und sie wurde von der technischen Zeichnerein Sadie Cherylinn Bentler entworfen.© Stefan Milk
Jetzt. Umhüllt von vielen, rot- und graufarbenen Steinen, die den Rahmen für das Wort „Jetzt“ bilden. Steht man davor, kann man durch das Kunstwerk hindurchschauen. Das Kunstwerk „Jetzt und der Fluss“ entstand im Rahmen des Kunstprojekts „Über Wasser gehen“, als das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt Europas war. Entworfen wurde es 2010 von Christian Hasucha. Es steht an der Seseke westlich der Hilsingsmühle.© Roman Grzelak
Es ist wohl mitunter eines der Kunstwerke, welches am wenigstens verstanden wird. Das am Hellmig- Krankenhaus stehende Kunstwerk „Wolkenschaukel“ scheint wie ein buntes Durcheinander. Das Riesen-Stahlkunstwerk von Otmar Alt besteht aus vielen Elementen, die nicht leicht zu benennen sind. So scheint eine Schaukel aus einer Wolke zu ragen. Seit 1982 steht das Kunstwerk am Kamener Krankenhaus.© Lea Niehage
Wasser fließt aus sämtlichen Teilen des Bronze-Giganten. Aus einem Pinsel eines Malers läuft Wasser auf ein Gemälde, aus dem Maul einer Kuh fließt es zu Boden und Bücher werden damit begossen. Es ist ein Wasserspiel der besonderen Art und Weise. Viele Einzelteile ergeben „Die Quelle“. 1993 wurde das Kunstwerk am Kamener Markt von Goldschmiedemeister Gregor Telgmann entworfen. Es zieht viele Besucher an.© Stefan Milk
Die Bergmannskultur findet auch ihren Platz im künstlerischen Kamen. „Bergmannsleben“ von Lothar Kampmann zeigt einen Bergmann. Mit Lampe und Helm begrüßt er eine Frau, ein Kind, ein älteres Paar und eine Ziege. Sie stehen alle vor einer Ziegelhauswand in einem Garten. Es ist ein besonderes Kunstwerk, welches an die Bergbau-Tradition erinnern soll. Seit 1981 steht es in Methler an der Einsteinstraße.© Trojan
Jeder ist bestimmt das ein oder andere Mal an ihm vorbei gefahren und hat sich gefragt, wofür er dort steht. Mitten auf dem Kamener Kreuz wird eine gelber Hubschrauber von fünf Metallengeln getragen. Seit 2011 steht der „Gelbe Engel“ von Alex Gockel am Schnittpunkt von A1 und A2. Damit haben der Künstler und der Landesbetrieb Straßen NRW den Luftrettern des Automobilclubs ADAC ein Denkmal gesetzt.© www.blossey.eu
Reimund Kasper realisierte 2007 auf dem Kreisverkehr an der Werver Mark in Heeren-Werve einen Wunsch von Heerenern. Das Fantasiewesen steht in voller Pracht und zum Aufsprung bereit auf einen Betonpfeiler. Besonders sticht das goldfarbene Horn heraus. Das Kunstwerk „Einhorn“ ist ein echter Hingucker. Zur Weihnachtszeit werden ihm von Besuchern gerne Mütze und Schal umgehängt.© Archiv

In Kamen-Mitte befinden sich 28 Kunstwerke. Darauf folgt der Stadtteil Heeren-Werve mit vier Kunstwerken und in Methler sind es drei. Die Werke sind auf verschiedene Orte verteilt, bestehen aus unterschiedlichen Materialen und behandeln unterschiedliche Themen. So lässt sich verzinkter Stahl in Form eines Fisches an der Sesekebrücke der Ostenmauer finden. Die Installation „Bergmannsleben“ mit lebensgroßen Bronze-Figuren befindet sich an der Einsteinstraße in Methler. Kunst in Form von Wasserspielen findet sich zum Beispiel auf dem Alten Markt. Die Fontäne mit den Namen „Die Quelle“, erschaffen von Gregor Telgmann, zieht vor allem an schönen Sommertagen viele Stadtbesucher an.

Geschichtsträchtige und bewegende Kunstwerke gibt es ebenfalls, zum Beispiel das Mahnmal am Sesekedamm, das an die Kamener Synagoge und die NS-Zeit erinnert. Der „Steinplatz“ im Technopark Kamen wird oft als Sitzgelegenheit genutzt und ist bei Spaziergängern beliebt. Wahrscheinlich wird dieser Ort nicht für jeden als Kunstwerk wahrgenommen.

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