Ein pralles Semester mit vielen Ausrufezeichen

dzNeues VHS-Programm

Digitale Theaterwelten, Ikonen der Menschenrechtsbewegung, Kapitalismusforschung und ungewöhnliche Ausflugsziele, die bis unter Tage führen. Die VHS stellt ihr vielseitiges Programm vor.

Kamen

, 25.08.2018 / Lesedauer: 4 min

Das Theater ist digital geworden, auch wenn man es mit dem Medium noch kaum verbindet. Doch Kay Voges, Intendant des Schauspielhauses Dortmund, hat einige aufsehenerregende Stücke inszeniert, in denen Live-Kameras, die das Spiel der Akteure zeitgleich noch einmal effektvoll in Szene setzen, egal ob auf transparente Leinwand projiziert oder auf die Kulissen. „Voges gilt als der profilierteste Vertreter der Theater 4.0-Bewegung“, sagt Dr. Thomas Freiberger, Leiter der Volkshochschule Kamen-Bönen. Er empfängt den bekannten Theatermacher am Montag, 1. Oktober, zum Gespräch in der Stadtbücherei, wo erläutert werden soll, wie die Digitalisierung die Theaterlandschaft verändern könnte.

Ein pralles Semester mit vielen Ausrufezeichen

Kay Voges, Intendant des Schauspiels Dortmund, ist einer der bekanntesten Vertreter der 4.0-Bewegung in der deutschen Theaterszene. © Foto: Tilman Abegg

Bedeutende Personen

In einer weiteren Vortragsreihe beleuchtet die VHS bedeutende Persönlichkeiten der Bürger- und Menschenrechtsbewegung, die heute als Ikonen gelten, wie Nelson Mandela (Montag, 5. November, 19 Uhr, Haus der Stadtgeschichte), Martin Luther King (Donnerstag, 29. November, 19 Uhr, Haus der Stadtgeschichte) und die Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai, die im Mittelpunkt eines Abends in der Stadtbücherei steht. Die Geschichte der jungen Frau, auf die im Oktober 2012 ein beinahe tödliches Attentat verübt wurde, wird in der Stadtbücherei von Sems Sera Leisinger erzählt. Leisinger hatte Malala als Patin vertreten, als sie die Stadt Hamm im Friedenspark in den Ring der Friedensnobelpreisträger aufnahm. Der Abend wird musikalisch begleitet vom Lauten-Spieler Shaffran Soleiman (Donnerstag, 11. Oktober, 19.30 Uhr). „Alle drei haben bewiesen, dass kein Zeitalter so dunkel sein kann, als dass nicht ein einzelner Mensch einen Lichtstreif hintragen könnte“, so der VHS-Leiter.

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Ein spannender Abend über die Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai, die ein Attentat überlebte. Ihre Geschichte wird am 11. Oktober in der Stadtbücherei erzählt. © dpa

Das kalte Herz

Ein weiterer Gast, der auf seinem Gebiet als Koryphäe gilt, ist der Kapitalismusforscher Prof. Werner Plumpe, der sein neues Buch „Das kalte Herz – Geschichte und Zukunft des Kapitalismus“ vorstellt. Dort geht er der Frage nach, warum das viel kritisierte System, das viele soziale Probleme erzeugt, sich nicht nur behauptet, sondern die ganze Welt erobert. Eine These, die am Donnerstag, 10. Oktober, 19.30 Uhr, in der Stadtbücherei in den Raum gestellt wird, wird sein, dass der Kapitalismus viel wandlungsfähiger ist, als er erscheint.

„Die eigentlichen Entdeckungsreisen bestehen nicht im Kennenlernen neuer Landstriche, sondern darin, etwas mit anderen Augen zu sehen.“ Mit einem Zitat des Schriftstellers Marcel Proust (1871 bis 1922) wirbt die VHS dafür, mit ihr die Welt zu entdecken: Am Mittwoch, 12. Dezember, führt Freiberger nachts durch ein Bergwerk – das Anschauungsbergwerk im Deutschen Bergbaumuseum. „Wir gehen mit Helm und Kopflampe unter Tage. Bei dieser Führung haben wird das Anschauungsbergwerk ganz für uns, und es geht auch in Bereiche, die die Besucher des Bergbaumuseums sonst nicht sehen“, wirbt er im neuen Programm zum Semesterstart. Die Teilnehmer müssen im Übrigen mindestens 14 Jahre alt sein.

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Einen Besuch des Deutschen Bergbau-Museums in Bochum bietet die Volkshochschule Kamen-Bönen am Mittwoch, 12. Dezember, an. VHS-Leiter Dr. Thomas Freiberger bittet zur Führung im Dunkeln mit Helm und Kopflampe. © dpa

Die Welt entdeckt wird nicht nur unter Tage, sondern auch über landeskundliche Vorträge, wie jenem über Cornwall, bei denen die Teilnehmer am 2. November (19.30 Uhr/VHS-Haus am Geist) auf den Spuren Rosemunde Pilchers den Zauber Südenglands erleben sollen. „Dank der klimatisch bevorzugten Lage offenbart sich die englische Gartenkunst in ihrer Vollendung. Dazu kommen traumhafte Buchten und Badestrände, wie man sie eigentlich nur in der Karibik vermutet“, so Matthias Hanke in der Ankündigung seines Vortrags, der auch auf die Isle of Wight führt.

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Britische Gartenkunst am Lanhydrock House, ein Herrenhaus nahe der südenglischen Stadt Bodmin. Nach Cornwall führt die VHS am 2. November mit einem Vortrag.

Die Welt entdecken

Die VHS-Entdeckungsreisen gehen aber nicht nur in die Ferne, sondern beginnen direkt vor Ort. Das gilt für die neue Reihe „Alles was...“. In diesem Semester werden die drei Pünktchen ergänzt durch „Alles was ein Blaulicht hat“. „Für uns ist die Reihe eine Art Versuchsballon. Wir wollen auch jüngere Teilnehmer für unsere Angebote gewinnen“, so Freiberger. Die Teilnahme ist ab neun Jahren möglich.

Die ersten Blaulichter sieht man beim Besuch der Feuer- und Rettungswache Kamen. Oberbrandmeister Bernd Soboll zeigt am Freitag, 28. September, die Ausstattung der Kamener Feuerwehr-Zentrale, darunter Fahrzeuge und Ausrüstung. Treffen ist um 15.50 Uhr vor der Feuerwehrwache am Mersch 28. Am Donnerstag, 4. Oktober, geht es in die Polizeiwache am Bahnhof. Zwischen 16 und 17.30 Uhr wird Polizeihauptkommissar Frank Ellerkmann alles zeigen, was eine Polizeiwache auszeichnet – von den Polizeifahrzeugen bis zur Arrestzelle. Der VHS-Leiter begleitet beide Führungen.

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