75 Kinder sollen im Neubau der Kita „Brausepulver“ unterkommen. Nach dem Abriss des alten Gebäudes können die Bauarbeiten nun starten. Manch ein Methleraner wollte noch Abschied nehmen.

Methler

, 05.10.2018, 17:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hinter den kleinen Gucklöchern im Bauzaun, der zwischen den Containern der Kita „Brausepulver“ und der Baustelle emporragt, sammeln sich die Kinder. Dutzende von ihnen wollen einen Blick auf der Baustelle erheischen, auf der feierlich der erste Spatenstich gesetzt wird. Dort soll bis zum Kindergartenjahr 2019/2020 das neue Gebäude der Kita „Brausepulver“ entstehen, deren Träger die Arbeiterwohlfahrt (Awo) ist. Um die Spaten mit Schmackes in den Boden zu rammen und so den Baubeginn einzuleiten, haben sich am Freitag zahlreiche Repräsentanten und Verantwortliche auf der Baustelle an der Wasserkurler Straße 37 getroffen.

Ein neugieriger Blick durch den Bauzaun der Kita „Brausepulver“

Der Abriss des alten Gebäudes ist erfolgt, die Bauarbeiten für den Neubau der Kita „Brausepulver“ können beginnen. Am vergangenen Freitag feierten diesen Schritt zahlreiche Verantwortliche und natürlich auch die Kita-Kinder, die vorbildlicherweise mit Schutzhelmen angerückt sind. © Stefan Milk

„Hier soll ein schönes Gebäude mit einem schönen Umfeld entstehen, ähnlich wie bei den ‚Spurensuchern“, sagt Awo-Unterbezirksvorsitzender Wilfried Bartmann. „Spurensucher“ ist der Name der Awo-Kita an der Lintgehrstraße (ehemals „Nistkasten“), deren Eröffnung am vergangenen Samstag gefeiert wurde. Bei der Kita „Brausepulver“ soll vieles ähnlich wie bei der Kita „Spurensucher“ sein. Das Gebäude ist zweistöckig angelegt, damit der Baumbestand nicht vollständig den Bauarbeiten zum Opfer fallen muss. Trotz dieser Überlegungen mussten zuvor mehrere Bäume an der Kita gefällt werden, da sich diese zu nah am Baufeld befanden, wie die Stadt damals argumentierte.

Abschied vom Gebäude

Manch ein Methleraner blickt mit Wehmut auf den Abriss des alten Kita-Gebäudes. Dieses beherbergte nicht nur jahrzehntelang die Awo-Kita, sondern bereits lange zuvor die Wasserkurler Schule, in der laut Informationen des Wasserkurler Ortsheimatpflegers Wilfrid Loos bereits 1849 die Kinder aller Jahrgänge unterrichtet wurden. Das Gebäude und seine Geschichte sind also tief mit dem Ort verwurzelt.

Das ist sich auch Einrichtungsleiter Carsten Ebert bewusst. „Die Leute sind gekommen, um Abschied zu nehmen“, berichtet Ebert über die letzten Tage des Gebäudes. „Viele Mütter, die schon als Kinder hier waren, bringen heute ihre Kinder bei uns vorbei.“ In einer speziellen Aktion habe man sogar Bruchsteine des Gebäudes als Andenken verkauft, „aber bereits 30 Minuten nach Beginn der Aktion war alles ausverkauft“, sagt der Einrichtungsleiter und kann sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Ein neugieriger Blick durch den Bauzaun der Kita „Brausepulver“

Kleine Bauarbeiter beim Spatenstich. © Stefan Milk

Ein Saal für die Bürger

Das Gebäude, das – wie auch die Kita „Spurensucher“ – vom Bauverein zu Lünen finanziert (ca. 2,2 Millionen Euro) und vom Architekturbüro „Weiss Wessel Kirchner“ geplant wurde, kommt mit einer Besonderheit daher. Geplant ist ein spezieller Bürgersaal, in denen Vereine und Gemeindemitglieder zum Beispiel Tagungen abhalten können. „Damals war das Paul-Gerhardt-Haus der Evangelischen Kirchengemeinde für viele Vereine ein beliebter Veranstaltungsort“, sagt Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD). Doch das Gemeindehaus musste geschlossen werden und das Bodelschwinghhaus ist gut gefüllt. Ein neuer Raum, der beim Neubau der Kita miteingeplant wird, habe sich da angeboten, erklärt Kappen. Der Organisation der Belegung des Bürgersaals wird von der Awo mitübernommen, dafür kann der Raum auch von Awo und Kita genutzt werden, wenn die Belegung es erlaubt. Feiern sollen hier aber nicht stattfinden, um nicht in Konkurrenz mit der lokalen Gastwirtschaft zu treten und um die Nachbarn nicht zu belasten.

Die Kinder der Kita kommen zurzeit in Containern unter, die direkt neben der Baustelle stehen. „Wir haben mehr Platz in den Containern als im alten Kindergarten“, erklärt Einrichtungsleiter Ebert. Auf die Fertigstellung des Neubaus blickt er mit Freude. Die Baustelle hat aus pädagogischer Sicht durchaus Vorteile. „Wir machen im Moment das pädagogische Jahresprojekt ‚Baustelle‘“, führt Ebert aus, „die Kinder werden unter anderem auch selbst eine Mauer bauen können.“ Die Gucklöcher im Bauzaun habe der Pädagoge selbst hineingesägt, damit die Kinder schauen können, wie es um den Neubau steht. „Es ist ja immerhin auch ihr Gebäude.“

  • Das neue Gebäude der Kita „Brausepulver“ soll insgesamt 75 Kinder beherbergen, die in vier Gruppen unterteilt sind.
  • In dem alten Gebäude kamen lediglich zwei Gruppen unter.
  • Rund 900 Quadatmeter sollen den Kindern zukünftig zur Verfügung stehen.
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