Hartmut Großmann ist einer von über 100.000 Imkern in Deutschland. Der Kamener liebt sein Hobby, das ihn nicht nur die Natur bewusster erleben lässt, sondern auch leckeren Honig beschafft.

von Annika Bröker

Kamen

, 19.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Es war einmal vor 7000 Jahren in Zentralanatolien, da kam der Mensch auf die Idee, sich ganz besondere Haustiere zu halten – die Bienen. Bis heute hält er daran fest. Weil er abhängig von ihrer Bestäubungsleistung ist und weil Imkerei einfach Spaß macht.

Das findet zumindest der Kamener Imker Hartmut Großmann: „Das Arbeiten mit gut organisierten Insekten, das bewusste Erleben der sich verändernden Vegetation und schließlich das Ernten der unterschiedlichen Honigsorten.“ Für Großmann drei gute Gründe, seit 2001 einen Großteil seiner Zeit in die Bienenvölker zu stecken. Diese haben zwar einen eigenen, intelligent organisierten Staat. Doch für das Ernten von Honig, Pollen und Wachs braucht es nicht nur fleißige Bienchen. Es braucht auch einen fleißigen Imker.

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Imkerei: Ein naturnahes Hobby mit 7000-jähriger Geschichte

19.08.2018
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Als erstes sammeln die Bienen Blütennektar und fliegen ihn, „geparkt“ im Honigmagen, zurück zum Bienenstock.© Annika Bröker
Dort wird der süße Saft ca. 50-60-mal über die Mundwerkzeuge von Biene zu Biene weitergereicht, wobei jede Einzelne dem Nektar Wasser entzieht und Enzyme hinzugibt. © Annika Bröker
Die letzten Bienen in diesem Prozess lagern den Honignektar in die Waben ein. Sobald er reif ist, verschließen sie die Waben mit Wachs.© Annika Bröker
Waben voller Wachs, das Einsatzzeichen für den Imker. Im Schutzanzug nimmt er die gefüllten Holzrahmen aus den Zargen. © Annika Bröker
Mit dem Refraktometer untersucht er den Wasseranteil des Honigs. Ist dieser unter 18 Prozent, kann die Weiterverarbeitung beginnen. © Annika Bröker
Mit einer speziellen Gabel entdeckelt der Imker die Waben. © Annika Bröker
Von Hand oder maschinell schleudert er die Waben. Durch die Zentrifugalkraft löst sich der Honig und...© Annika Bröker
...fließt durch ein Sieb in einen Eimer. In ihm lagert der goldene Saft, je nach Blütenart, wenige Tage oder viele Monate.© Annika Bröker
Zuletzt wird der fertige Honig in Gläser gefüllt. Farbton und Geschmack hatte bereits die Biene durch die Auswahl der Blüten bestimmt.© Annika Bröker

Zwar ist die Hauptsaison nur von April bis Juli, aber auch im Herbst und im Winter heißt es Arbeit, Arbeit, Arbeit. Völkerbehandlung und Auffütterung stehen dann ganz oben auf der To-Do-Liste von Großmann. „Das Bienensterben liegt auch in der Hand des Imkers“, sagt der 65-Jährige, „schlechte Witterung, keine Zeit oder keine Lust dürfen nicht als Ausreden für notwendige Arbeiten dienen.“

Aber natürlich würden sie etwas von „der Spritzerei auf den Feldern“ merken, sagt seine Frau Carola. Auch sie ist begeistert von den kleinen Insekten und vor allem vom Honig. Vier verschiedene Sorten gehen beim Kamener Wochenmarkt über die Theke ihres knallgelben Verkaufswagens. Raps-, Linden-, Sommer- und Blütenhonig produzieren ihre Bienen aus dem Nektar der Kamener Pflanzenwelt.

Doch nicht alles, was ihr Mann erntet, wird auch verkauft. „Wir essen selber sehr gerne Honig“, sagt Hartmut Großmann, „deswegen habe ich eigentlich mal mit der Imkerei angefangen.“ Das Hobby liegt offenbar in der Familie des Kameners. „Ich habe im Nachhinein erfahren, dass mein Urgroßvater ebenfalls Imker war.“

Die Imkerei hat sich bis heute als beliebte Beschäftigung des Menschen gehalten und wird weiterhin von zehntausenden Deutschen als Hobby ausgeführt. „Auch wir denken noch nicht ans Aufhören“, ist sich das Ehepaar Großmann einig, „dafür macht es uns zu viel Freude.“

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