Keine Szenen aus einem Katastrophenthriller aus Hollywood, sondern reale Pandemiebekämpfung im Kreis Unna im Jahr 2021. Am 1. April waren Rotkreuzmitarbeiter mit Corona-Massentests im Fröndenberger Schmallenbach-Haus beschäftigt. © DRK Kreis Unna
Ein Jahr Corona

Ein Jahr Corona im Kreis Unna: Von der ersten Infektion bis zum Impftermin-Chaos

Ein Unnaerin, 61, ist im März 2020 die erste positiv geteste Corona-Infizierte im Kreis Unna. Im April kommt die ersten Infektionswelle, im Oktober die zweite. Ein chronologischer Überblick der Pandemie im Kreis Unna.

Die Corona-Pandemie war zu Jahresanfang noch weit weg. Einzelne Firmen im Kreis Unna mit chinesischen Niederlassungen schickten ihre dortigen Mitarbeiter ins Homeoffice – die Bedrohung schien fern. Bis sich die Lage ab März mit dem ersten nachgewiesenen Fall im Kreis Unna rasant änderte. Inzwischen sind Homeoffice, Mund-Nasen-Schutz, Lockdown und Abstandsregeln der neue Alltag. Die Bekämpfung der Pandemie ist in vollem Gang. Wie sie bislang ablief, zeigt der Corona-Jahresrückblick für den Kreis Unna abseits von reinen Fallzahlen.

Januar 2020

31. Januar: Entwarnung nach dem ersten Corona-Verdachtsfall im Kreis Unna: Ein Kamener, der nach einer Dienstreise in die Region Wuhan unter Corona-Verdacht stand, ist nicht infiziert.

Februar

26. Februar: Nach dem ersten Coronavirusfall in NRW im Kreis Heinsberg bereitet sich auch der Kreis Unna auf den Ernstfall vor. Die Nachfrage nach Mund-Nasen-schutzen und Desinfektionsmitteln steigt rasant. Ein Infotelefon unter der Nummer 0800/1020205 wird ab 2. März geschaltet.

Coronatest in der Turnhalle der Kamener Gesamtschule (Archivbild). © Archiv/Stefan Milk © Archiv/Stefan Milk

März

2. März: Der erste Corona-Fall im Kreis Unna wird vom Kreisgesundheitsamt bekannt gegeben – und löst zahlreiche Reaktionen aus. Eine Unnaerin, 61, hat sich am 27. Februar mit Erkältungssymptomen ihrem Hausarzt vorgestellt. Entwarnung gibt es für vier Kontaktpersonen, den Ehemann, eine Seniorin aus dem Haushalt, den Hausarzt und eine Ärztin aus einer Notfallpraxis.

5. März: Zwei zentrale Coronateststellen des Kreisgesundheitsamts werden eingerichtet. Wer glaubt, sich angesteckt zu haben, soll sich zuerst an den Hausarzt wenden, der entscheidet, wie weiter zu verfahren ist. Innerhalb der ersten drei Tage führt die Hotline rund 150 Gespräche.

6. März: Die Schließung der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule in Bergkamen ab 9. März wird angekündigt. Damit ist die erste Schule im Kreis Unna betroffen. Eine Person aus der Schule hatte Kontakt zu einer infizierten Person außerhalb des Kreises Unna.

7. März: Drei weitere Corona-Fälle im Kreis Unna werden gemeldet. Drei Menschen aus Bergkamen haben sich angesteckt, darunter die Kontaktperson aus der Schule sowie eine Person aus der Kita Arche Noah in Bergkamen-Rünthe. Damit ist auch die erste Kita im Kreis Unna betroffen, ihre Schließung ab 9. März wird angekündigt.

9. März: Das Infotelefon ist mit 2000 Anrufen überlastet. Das Gesundheitsamt empfiehlt alternativ eine Internetseite: www.infektionsschutz.de.

11. März: Die Ordnungsbehörden der Kommunen beraten über die Umsetzung eines ministeriellen Erlasses: Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen sind abzusagen.

14. März: Die VKU bittet ihre Kunden, in Bussen nur noch hinten einzusteigen. Busfahrer Thomas Tralle und seine Kollegen sind gerührt von freundlichen Gesten der Passagiere in der Corona-Krise.

15. März: Zwei neue Corona-Fälle aus Schwerte lassen sich auf Urlaubsrückkehrer zurückführen. Der Krisenstab des Kreises Unna appelliert an Urlauber, nach der Rückkehr freiwillig in Quarantäne zu gehen. Andere Urlauber sitzen noch am Urlaubsort fest.

16. März: Alle Schulen bleiben bis zum Beginn der Osterferien geschlossen. Auch die Kitas werden geschlossen: Betreuungsverbot bis 19. April, außer für Kinder sogenannter Schlüsselpersonen, die zum Beispiel bei Polizei, Banken, Supermärkten, Krankenhäusern oder in der öffentlichen Verwaltung arbeiten. Eine Mutter sagt: Die Situation ist „echt beschissen“.

18. März: Ein noch nicht dagewesener Lockdown beginnt! Die meisten Geschäfte müssen schließen. Der Möbelriese Ikea hat seinen Laden im Kamen-Karree schon am 17. März dichtgemacht. Auch die Kreisverwaltung schließt, was Kfz-Zulassungen umständlicher macht.

23. März: Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen im Kreis Unna ist auf 108 gestiegen. Landesweit tritt ein Kontaktverbot in der Öffentlichkeit in Kraft. Demnach werden Zusammenkünfte und Ansammlungen in der Öffentlichkeit von mehr als zwei Personen untersagt. Ausnahmen gelten unter anderem bei engen Verwandten. Aber darf man sich noch zu mehreren zu Hause treffen?

25. März: Ein 84-Jähriger aus Fröndenberg, der zuletzt im Pflegeheim Schmallenbach-Haus wohnte, stirbt im Zusammenhang mit dem Coronavirus im Krankenhaus in Menden. Das Kreisgesundheitsamt meldet den ersten Corona-Todesfall im Kreis Unna am 27. März.

31. März. Das Schmallenbach-Haus in Fröndenberg ist als erstes Pflegeheim im Kreis Unna von einem massiven Covid-19-Ausbruch betroffen. Massentests werden angeordnet. In den folgenden Tagen und Wochen sind über 20 Corona-Todesfälle zu beklagen.

April

2. April: Große Nachfrage nach Finanzhilfen für Unternehmen: 200 Gewerbetreibende vom Pizzabäcker über den Tankstellenpächter haben sich bislang allein bei Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) beraten lassen.

8. April: Landrat Michael Makiolla zieht eine erste Bilanz: Rund 2500 Tests wurden durchgeführt, nicht eingerechnet Ärzte und Krankenhäuser. Über 2000 Menschen in Quarantäne, 406 Infizierte, 147 genesen, neun Verstorbene. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) eröffnet, wie bereits am 7. April in Lünen, ein Behandlungszentrum in Unna und löst damit die Teststellen des Gesundheitsamts ab.

20. April: Geschäfte bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie – unabhängig von der Größe – Autohäuser, Fahrradhändler, Buchhandlungen, Einrichtungshäuser und Babyfachmärkte dürfen wieder öffnen. Es gibt Irritationen.

23. April: Die Schulen öffnen schrittweise wieder. Zunächst dürfen die Schüler der Abschlussklassen wiederkommen. Zudem wird das Betreuungsverbot an Kitas gelockert. Es gibt drängende Fragen.

27. April: In Geschäften, so wie hier in Unna, und in Bussen und Bahnen, so wie hier am Bahnhof Holzwickede, tritt eine Maskenpflicht in Kraft.

Mai

7. Mai: Die Grundschulen öffnen zunächst für die vierten Jahrgänge. Ab 11. Mai werden alle Jahrgänge tageweise rollierend unterrichtet. „Eine Harry-Potter-Maske wäre schön“, sagt eine Viertklässlerin.

26. Mai: Mit stagnierenden Infektionszahlen begründet das Kreisgesundheitsamt, warum es ab sofort Infektionszahlen nur noch montags bis freitags und nicht täglich veröffentlicht.

Schlange stehen und Abstand halten: Das lernen Kunden im Corona-Jahr – hier bei Smyths Toys in Kamen. © Kevin Kohues © Kevin Kohues

29. Mai: Das Land erlaubt seit 20. Mai wieder den Besuch in Krankenhäusern. Die Krankenhäuser im Kreis verschieben die Öffnung jedoch. Die Abschottung, die mehrmals bis Jahresende verlängert wird, hat einen Grund.

30. Mai: Die Corona-Teststelle der KVWL in Schwerte schließt, es folgen Unna (1. Juni) und Lünen (5. Juni).

Juni

3. Juni: Die Kreisverwaltung bereitet sich auf eine zweite Infektionswelle vor und schult zusätzliche 50 Mitarbeiter, die Infektionsketten nachverfolgen und Kontaktpersonen ermitteln und benachrichtigen.

8. Juni: Kitas öffnen wieder für alle Kinder, allerdings mit reduzierten Betreuungszeiten. Der sogenannte eingeschränkte Regelbetrieb bringt nicht für alle Eltern Vorteile.

10. Juni: In VKU-Bussen dürfen Passagiere wieder vorne einsteigen, und auch der Ticketverkauf ist wieder im Bus möglich. Das Bürgerbüro im Kreishaus öffnet wieder für Besucher mit Termin.

15. Juni: Rund 13.500 Grundschüler im Kreis Unna sollen wieder täglich im Klassenzimmer erscheinen. Aus den Grundschulen kommt Kritik – auch wegen Aufweichung der Abstandsregel.

Während des ersten Lockdowns besuchte Isabel noch die Grundschule. Es gab einmal Aufgaben, die sie dann abarbeiten konnte. In der weiterführenden Schule ist der Distanzunterricht schon komplizierter. Auch weil jeder Lehrer seinen Unterricht anders organisiert. © privat © privat

16. Juni: Landrat Makiolla appelliert, die neue Corona-Warn-App zu nutzen. „Je mehr mitmachen desto besser wird der Schutzschirm“, sagt er.

19. Juni: Ein Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies im Kreis Gütersloh zieht in den folgenden Tagen Kreise, weil auch neun Mitarbeiter aus dem Kreis Unna infiziert sind und zwölf Familienmitglieder anstecken. In der Folge sind unter anderem Schulen in Bergkamen und Lünen betroffen.

23. Juni: Der Kreistag stellt 300.000 Euro für die Pandemiebekämpfung bereit. Landrat Makiolla richtet einen dringenden Appell an die Bürger.

Juli

1. Juli: Die Infektionszahlen sind zu Beginn der Sommerferien auf einem niedrigen Niveau. Doch es wächst die Sorge, dass viele Urlauber das Virus aus dem Urlaub mitbringen.

10. Juli: Die Soforthilfe des Landes NRW sollte die starken Umsatzeinbrüche bei Gewerbetreibenden infolge der Corona-Krise abfedern. Bis Ende Mai sind mehr als 77 Millionen Euro in den Kreis Unna geflossen.

27. Juli: Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurückkehrt, muss sich in Quarantäne begeben und die örtliche Gesundheitsbehörde informieren. Von 657 Reiserückkehrern wurden seit 22. Juli acht positiv getestet.

August

4. August: Die Zahl der Infizierten steigt zum Ende der Sommerferien, die noch bis 11. August dauern, spürbar. Eine zwischenzeitlich abgeschaltete Hotline ist wegen erhöhter Nachfrage wieder geschaltet.

8. August: Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten werden zur Pflicht. Zuerst sollen heimkehrende Urlauber eine spezielle Einreisehotline anrufen.

12. August: Kitas und Schulen nehmen nach dem Ende der Sommerferien den sogenannten eingeschränkten Regelbetrieb auf. Es gilt zunächst eine Maskenpflicht im Unterricht in den weiterführenden Schulen. Am EBG in Unna sagen Schüler: „Lieber Abstand als Maske“.

13. August: Mit 27,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen liegt der Kreis Unna auf Platz 3 der am stärksten betroffenen Gebiete in Deutschland – und sieht im bundesweiten Vergleich schlecht aus.

14. August: Pannen bei Massentests unter Reiserückkehrern an der deutschen Grenze in Bayern wirken sich im Kreis Unna aus. Reiserückkehrer aus dem Kreis Unna erfahren erst verspätet, dass ihr Testergebnis positiv ist.

September

1. September: Der scheidende Landrat Makiolla legt seinen letzten Corona-Bericht im Kreistag vor. Den drastischen Anstieg der Neuinfektionen im Juli und August führt er auf infizierte Reiserückkehrer, Ausbrüche in einem Pflegeheim in Werne und in einer Fußballmannschaft in Bergkamen und Infektionsketten rund um Feierlichkeiten und Freizeitaktivitäten zurück.

15. September: Neue Corona-Fälle an Schulen in Unna und Holzwickede werden gemeldet. Solche Meldungen sind im September typisch: Verdachtsfälle und Tests an zahlreichen Schulen, Kindergärten und bei Sportmannschaften in mehreren Orten im Kreis Unna beschäftigen das Gesundheitsamt.

27. September: Der Erstplatzierte der Landratswahl vom 13. September, Mario Löhr (SPD), gewinnt die Stichwahl gegen Marco Morten Pufke (CDU) und ist damit ab 1. November neuer Landrat des Kreises Unna.

Oktober

7. Oktober: Der Kreis Unna verhängt neuen Einschränkungen, weil der Kreis Unna nach eigenen Berechnungen die 7-Tages-Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und damit eine erst Warnstufe überschritten hat. Das bedeutet unter anderem: Keine privaten Feiern im öffentlichen Raum mit mehr als 50 Teilnehmern und ein Turnierverbot für Kontaktsportarten. In Schulen wird ein Mund-Nasen-Schutz empfohlen. Die neuen Schutzmaßnahmen kommen wegen Abstimmungsproblemen der Behörden verzögert.

8. Oktober: Die Corona-Ampel geht von Gelb auf Rot: Es gab erstmals mehr als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

10. Oktober: Eine verschärfte Allgemeinverfügung, die am 9. Oktober angekündigt wurde, tritt in Kraft: Keine Feiern im öffentlichen Raum mit mehr als 25 Teilnehmern und weitere Regeln.

15. Oktober: Weil die Fallzahlen weiter steigen, verschärft der Kreis Unna nochmal die Regeln. Das bedeutet unter anderem: Im öffentlichen Raum dürfen sich nur maximal fünf Personen treffen. Schließung von Gaststätten und Alkoholverkaufsverbot zwischen 1 und 6 Uhr. Kein Spiel- und Wettbewerbsbetrieb im Fußball. Maskenpflicht auch am Sitzplatz zum Beispiel bei Kultur- und Sportveranstaltungen. Feste mit mehr als 25 bis maximal 50 Personen müssen dem Ordnungsamt drei Tage vorher angezeigt werden.

17. Oktober: Landesweit treten verschärfte Regeln für Risikogebiete in Kraft. So dürfen an Festen aus herausragendem Anlass außerhalb einer Wohnung nur höchstens zehn Personen teilnehmen. Der Kreis passt daraufhin seine Allgemeinverfügung am 19. Oktober an und lässt sie am 25. Oktober auslaufen.

Landrat Michael Makiolla in einer Videobotschaft am 7. Oktober: „Es gibt keinen Grund, sich entspannt zurückzulehnen, im Gegenteil“, sagte er mit Verweis auf seit Wochen steigende Zahl an Infizierten. „Das Ergebnis ist mehr als besorgniserregend“, so Makiolla. „Schützen und beschützen – das war, ist und bleibt aus meiner Sicht das Gebot der Stunde.“ Er richtete seinen Appell an alle, „den Kampf gegen die Pandemie als einen gemeinsamen Kampf von uns allen zu verstehen“. © Alexander Heine/Archiv © Alexander Heine/Archiv

23. Oktober: Der Kreis Unna nimmt in Lünen ein neues Corona-Testzentrum in Betrieb, bereits zuvor wurde die Kreissporthalle in Unna zur Diagnosestelle.

26. Oktober: Die Schulen starten nach den Herbstferien wieder. Es gilt wieder eine Maskenpflicht im Unterricht ab der fünften Klasse. Schulen legen die Regeln unterschiedlich aus.

November

2. November: Ein sogenannter Teil-Lockdown tritt in Kraft. Gaststätten müssen bis auf Abhol- und Lieferservice schließen, auch Kinos, Theater, Museen und Konzertstätten. Friseure bleiben geöffnet. „Wir fühlen uns ungerecht behandelt“, sagt der Chef des Unnaer Kinos.

5. November: Ist die Pandemie außer Kontrolle? Der Kreis Unna stellt die Veröffentlichung von Lageberichten über das Infektionsgeschehen unter anderem an Schulen, Kitas und Pflegeheimen ein und begründet dies mit der dynamischen Infektionslage. Damit lässt Landrat Mario Löhr (SPD) wenige Tage nach Amtsantritt eine Verschlechterung bei der Corona-Information der Öffentlichkeit zu.10. November: Der „Lockdown light“ zeigt im Kreis Unna bisher keine Wirkung, die Infektionszahlen schnellen weiter nach oben. Bleibt die Trendwende aus, könnte der Kreis die Corona-Regeln weiter verschärfen.

30. November: Der 7-Tages Inzidenzwert pro 100.000 Einwohner liegt nach eigenen Berechnungen des Kreises Unna nun bei 194,4.

Dezember

1. Dezember: Neue Quarantäne-Verordnung: Wer positiv getestet ist, muss unverzüglich alle Personen informieren, mit denen die Person in den letzten vier Tagen engen persönlichen Kontakt hatte (15 Minuten und unter 1,5 Meter Abstand ohne Maske).

4. Dezember: „Drei weitere Personen verstorben“, heißt es in der täglichen Coronastatistik des Gesundheitsamts. Kaum ein Meldetag im Dezember vergeht ohne neue Corona-Tote. Bis 23. Dezember sind 178 Todesfälle zu beklagen.

14. Dezember: Die Präsenzpflicht an Schulen wird für die Jahrgänge 1 bis 7 aufgehoben, ab Jahrgang 8 findet ausschließlich Distanzunterricht statt. Einem Appell, Kita-Kinder zu Hause zu betreuen, folgen viele Eltern.

16. Dezember: Der zweite harte Lockdown seit dem Frühjahr kommt und trifft Einzelhandelsgeschäfte – und jetzt auch Friseure. Geöffnet bleiben nur Läden für Güter des täglichen Bedarfs, aber keine Baumärkte wie im Frühjahr. Vorläufige Dauer des Lockdowns: bis 10. Januar.

18. Dezember: Letzter Schultag, die Weihnachtsferien beginnen vorzeitig. Erst am 11. Januar soll die Schule verspätet wieder beginnen.

27. Dezember: Hoffnungsschimmer für 2021: In drei Seniorenheimen in Unna, Schwerte und Lünen haben die ersten Menschen eine Impfung gegen Sars-CoV-2 erhalten.

Beginn der Corona-Impfungen am 27. Dezember in drei Seniorenheimen in Unna, Schwerte und Lünen: „Der Start verlief reibungslos und es zeichnet sich eine hohe Impfbereitschaft ab.
Beginn der Corona-Impfung am 27. Dezember in drei Seniorenheimen in Unna, Schwerte und Lünen: „Der Start verlief reibungslos und es zeichnet sich eine hohe Impfbereitschaft ab.” © Kreis Unna © Kreis Unna

Januar 2021

7. Januar: Während zunächst nur Bewohner und Angestellte von Pflegeheimen durch mobile Teams geimpft werden, bereitet sich das Impfzentrum Unna in der Kreissporthalle auf den zunächst für 1. Februar geplanten Start der Impfungen für weitere Bevölkerungsgruppen vor.


19. Januar: Die Zahl der geimpften Menschen im Kreis Unna wächst stetig. Auch an den Wochenenden werden durch die mobilen Teams Impfdosen verabreicht. Erste Folgeimpfungen wurden vorgenommen.

25. Januar: Anmeldestart fürs Impfen: Die Terminvergabe für Impfungen ab 8. Februar erfolgt ab 8 Uhr unter www.116117.de und darüber hinaus unter Tel. 116 117 und (0800) 116 117 02 täglich zwischen 8 und 22 Uhr. Es gibt Serverprobleme, und Telefonleitungen sind überlastet, wie zahlreiche Betroffene berichten.

28. Januar: Besetzte Telefonleitungen, überlastete Server und überforderte Senioren. Der Vergabestart von Impfterminen für Über-80-Jährige war ein Chaos.

Februar 2021

1. Februar: Weil nicht genug Impfstoff zur Verfügung steht, ist der für 1. Februar geplante Start der Impfzentren in NRW geplatzt, auch in Unna. Derweil stehen 100.000 neue Impftermine für Westfalen-Lippe zur Verfügung.

8. Februar: Das Impfzentrum Unna öffnet für Über-80-Jährige aus der ersten Prioritätsgruppe, die sich online oder telefonisch anmelden durften. Sie bekommen auf vier Impfstraßen das bis zu diesem Zeitpunkt einzige verfügbare Präparat von Biontech/Pfizer.

9. Februar: Die Virus-Mutation ist offiziell im Kreis Unna angekommen. Bei sieben Personen wurde die britische Variante B.1.1.7 nachgewiesen. Die Betroffenen und ihre Kontaktpersonen sind in Quarantäne.

25. Februar: Wer will, soll bis zum Ende des Sommers zumindest die Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten. In Anbetracht der Lage im Kreis Unna ist das nur schwer vorstellbar.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1973, aufgewachsen im Sauerland, wohnt in Holzwickede. Als Redakteur seit 2010 rund ums Kamener Kreuz unterwegs, seit 2001 beim Hellweger Anzeiger. Ab 1994 Journalistik- und Politik-Studium in Dortmund mit Auslandsstation in Tours/Frankreich und Volontariat bei den Ruhr Nachrichten in Dortmund, Lünen, Selm und Witten. Recherchiert gern investigativ, zum Beispiel beim Thema Schrottimmobilien. Lieblingssatz: Der beste Schutz für die liberale Demokratie ist die Pressefreiheit.
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Carsten Fischer
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