Ein Automat, der Eis und Schnee zum Schmelzen bringt

dzNeuheit auf dem Bauhof

Ein neues Gerät erleichtert dem Winterdienst die Arbeit, um Kamens Straßen eis- und schneefrei zu halten. Was früher aufwendig angerührt wurde, kommt nun servierfertig aus dem Soleerzeuger.

Kamen

, 23.11.2018, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Neues aus der Salzküche bietet der sogenannte Soleerzeuger „Multisol Pro-Va“. So heißt das neue Wundergerät auf dem Städtischen Bauhof, das die Arbeit des Winterdiensts erheblich vereinfachen wird. Beim ersten Winterdiensteinsatz dieses Jahres am Mittwoch kam die neue Technik der Firma „Wintermantel“ erstmals zum Einsatz.

Ein Soleerzeuger für eine flüssige Salzlösung? Gibt es nicht ausreichend festes Streusalz für den Winterdienst? Reiner Steffen, Leiter der Servicebetriebe, die auf dem Bauhof an der Gutenbergstraße angesiedelt sind, kennt derlei Fragen. Dann schüttelt er den Kopf. Er weiß: Salzstreuen ist nicht gleich Salzstreuen.

Um glatte Straßen sicher für den Verkehr zu machen, benötigt es einer salzhaltigen Spezialmischung. Damit das feste Streusalz auf den hart gefrorenen Böden nicht verweht und gezielt aufgebracht werden kann, muss es angefeuchtet werden, bevor es vom Streuwagen fliegt. Diese Flüssigkeit wird direkt auf den Streuteller geleitet und kommt dort mit dem Streusalz in Kontakt. „So kommt das Salz dorthin, wo es erwünscht ist. Und wir haben eine bessere Tauwirkung“, führt Mario Fromman, einer von drei Bereitschaftsführern, aus.

Ein Automat, der Eis und Schnee zum Schmelzen bringt

Jörg Kanzog, Mitarbeiter der Servicebetriebe, mit dem Einfüllstutzen des neuen Soleerzeugers „Multisol“. Das Einsatzfahrzeug wird über den Schlauch mit der salzhaltigen Flüssigkeit betankt. © Marcel Drawe

Keine Flocken mehr

Bisher mussten die Einsatzkräfte des Winterdiensts zwei bis drei Stunden investieren, um die salzhaltige Flüssigkeit selbst anzurühren. In zwei großen Kanistern, die 7000 und 5000 Liter fassten, mussten sie säckeweise Flocken aus Calciumchlorid einfüllen und die Lösung über Wasserdruck immer in Bewegung halten, bis die erwünschte Konsistenz erreicht war. Ein hoher Arbeitsaufwand mit Zusatzkosten für die Flockenware. All das entfällt nun durch den neuen Soleerzeuger, der diese Arbeiten überflüssig macht.

Reiner Steffen steht am Schaltpult und erläutert die einzelnen Arbeitsschritte, die nun die neue Maschine, 45.000 Euro teuer, übernehmen wird. Gespeist wird sie über ein Rohr, das direkt aus dem Salzsilo kommt und im großen Rührkessel endet, der 12.000 Liter fasst. Über einen Schlauch können die Servicehofkräfte ihre Fahrzeuge direkt betanken. „Das ist eine feine Sache, eine echte Arbeitserleichterung“, sagt Jörg Kanzog, der nachts auf den Kamener Straßen unterwegs ist.

Ein Automat, der Eis und Schnee zum Schmelzen bringt

Sven Schäckermann, Mitarbeiter der Servicebetriebe, am Streuteller, über den das feste Streusalz mit dem flüssigen Natriumchlorid besprüht wird. Die Vermischung sorgt dafür, dass das Salz gezielter verteilt werden kann. © Marcel Drawe

Die Mischung macht´s

Die richtige Mischung des Salzes sorgt für mehr Sicherheit auf der Straße. Das normale Streusalz hat eine Restfeuchte von unter fünf Prozent. Es wird gelagert sowohl im Silo, befüllt mit 180 Tonnen, als auch in der Salzhalle, in der sich ca. 500 Tonnen befinden. Wird das trockene Salz mit der Flüssigkeit auf dem Streuteller vermengt, hat es eine Feuchtigkeit von 30 Prozent. Das ist der optimale Wert, um das Streugut, das vom Streuteller fliegt, auszubringen.

Ein Automat, der Eis und Schnee zum Schmelzen bringt

Reiner Steffen, Leiter des Bauhofs an der Gutenbergstraße, am neuen Soleerzeuger, der den flüssigen Anteil für das Streusalz liefert. Das feste Streusalz bildet mit der flüssigen Sole eine Mischung, die besser auf der Straße haftet und das Eis schneller zum Tauen bringt. © Marcel Drawe

Seit dem 12. November gilt der Bereitschaftsplan der Servicebetriebe für den Winterdienst. Zwei Teams mit jeweils 17 Kräften wechseln sich wöchentlich ab, um im Ernstfall rechtzeitig ausrücken zu können. Die Bereitschaft beginnt nach Dienstschluss um 16 Uhr und endet vorläufig um 21 Uhr, bevor es eine zweite Zeitspanne von 4 bis 7 Uhr gibt. Bereitschaft zu haben bedeutet nicht, zuvor keinen Dienst gehabt zu haben. Steffen: „Da kann man von 7 bis 16 Uhr seine normale Arbeit getan haben und muss dann, wenn man Pech hat, wieder um 18 Uhr raus – und wenn es ganz schlimm kommt wieder um 4 Uhr morgens.“ Deswegen teilten sich zwei Teams die Bereitschaft. „So können die, die keine Bereitschaft haben, sich auch abends etwas vornehmen.“ Und die anderen müssen einsatzfähig sein – um mit dem Salz des Soleerzeugers die Straßen sicher zu machen.

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