Eichenprozessionsspinner-Warnung an zentraler Stelle in Kamen: Warum dort nicht abgesaugt wird

dzBahnhofstraße in Kamen

Schilder in unterschiedlichen Ausführungen warnen derzeit vor dem Eichenprozessionsspinner in Kamen. Ein auffälliges Schild steht am Kreisel an der Bahnhofstraße. Abgesaugt wird dort vorerst nicht.

Kamen

, 07.07.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Recht häufig sieht man einlaminierte Schilder, die an Bäumen hängen und vor dem Eichenprozessionsspinnern warnen und Verhaltenstipps geben. An der Bahnhofstraße direkt am Kreisverkehr zur Hochstraße steht seit kurzem ein recht auffälliges Warnschild, das auf den Schädling hinweist.

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Man könnte sich nun einerseits fragen, warum an dieser Stelle ein richtiges Straßenschild steht – und warum dort der Schädling nicht abgesaugt wird.

Rüdiger Büscher von der Stadt kennt die Antworten auf diese zwei Fragen. Dafür, dass dort ausgerechnet dieses Schild steht, gebe es keinen besonderen Grund. Es gebe keine Kategorisierung, die auf die Stärke des Befalls schließen lassen könnte. Die Stadt habe mehrere Schilder zur Verfügung. Die einlaminierten Zettel mit Verhaltenstipps würden aber vor allem in Parks oder auf Spielplätzen eingesetzt, wo man diese auch in Ruhe lesen kann.

Abgesaugt wird an der Bahnhofstraße in Kamen vorerst noch nicht

Abgesaugt werde an der Stelle nicht, weil es dort bislang nur einen minderschweren Befall gebe. Außerdem sei dort keine Engstelle, an der die Menschen gezwungen seien, direkt an den Bäumen vorbeizugehen. „Wir haben die Stelle aber im Blick und kontrollieren sie. Sollte es mehr werden, wird auch abgesaugt“, erklärt Büscher.

Die Stadt setzt darauf, der Natur wo möglich ihren Lauf zu lassen und nur an Orten wie Spielplätzen, Sportflächen etc. von einer externen Firma absaugen zu lassen. Bürger können sich über das Beschwerdemanagement an die Stadt wenden und Standorte mitteilen.

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Der Bauhof kontrolliert dann unmittelbar, ob dort wirklich ein Befall vorliegt. Falls ja, wird entschieden, ob dort Menschen gefährdet sind. Ist das der Fall, wird eine Firma beauftragt, um sie abzusaugen. Bis das geschieht, werden Warnschilder aufgestellt. Besteht keine unmittelbare Gefahr, belässt die Stadt es bei den Schildern, die auf den Schädling hinweisen.

Und das kann in Form von Hinweiszetteln sein, auf denen steht, dass die Brennhaare der Rauben Hautreizungen und allergische Reaktionen auslösen können und der Kontakt zu ihnen und ihren Nestern zu vermeiden ist. Oder eben Warnschilder, wie am Kreisverkehr in der Ortsmitte.

Die Stadt ist allerdings nur für städtische Eichen zuständig. Das sind etwa 700 Bäume. Zur zusätzlichen Bekämpfung wurden über 70 Nistkästen für Meisen installiert, auf deren Speisekarte der Schädling steht. Auch sie sind derzeit im EPS-Einsatz.

Wer einen EPS-Befall in Kamen melden möchte, kann das über den Bürgerdialog unter Tel. (02307) 148 1303 oder per Mail an buergerdialog@stadt-kamen.de tun. Ein Online-Formular für Hinweise gibt es zudem unter www.stadt-kamen.de/stadtverwaltung/buergerdialog/ideen-und-beschwerdemanagement. Über die App der Stadt können Kamener außerdem Fotos von einem Befall direkt an Ort und Stelle versenden.
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