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Ehemaliger Paketdienst-Mitarbeiter stiehlt im Logistikzentrum und in Gaststätten

dzKriminalität

Ein ehemaliger Paketdienst-Mitarbeiter brach in zwei Gaststätten am Rathausplatz und am Markt in Kamen ein, bestahl außerdem seinen früheren Arbeitgeber. Vor Gericht zeigte er sich reumütig.

von Sylvia Mönnig

Kamen

, 08.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Als sein Leben aus den Fugen geriet, ließ sich ein Kamener zu zwei Einbrüchen hinreißen und begab sich an seinem früheren Arbeitsplatz auf Beutezug. Vor dem Unnaer Amtsgericht verstand er sich nun selbst nicht mehr.

Lediglich einmal trat der 35-jährige Kamener mit einem Straßenverkehrsdelikt in Erscheinung. Ansonsten führte er ein ganz normales Leben. Das änderte sich im vergangenen Jahr. Er verlor seinen Job, suchte Trost im Alkohol und litt unter chronischem Geldmangel. In der Situation beging er im April seinen ersten Einbruch. Er verschaffte sich über ein Fenster Zutritt zur Gaststätte „En place“ am Markt, hebelte den Zigarettenautomaten auf, erbeutete etliche Schachteln und nahm unter anderem auch einen Laptop der Marke MacBook an sich.

Etwa zwei Wochen später erschien er mit der Mitarbeiter-Karte, die er noch besaß, in dem Logistik-Zentrum eines Paketdienstes in Unna und erklärte einem Sicherheitsmitarbeiter, dass er länger arbeiten müsse. Danach stahl er, was ihm in die Finger geriet – unter anderem Kleidung und Schuhe, 15 Päckchen Tabak und mehrere hundert Euro Bargeld.

Zuletzt schlug er im September in der Gaststätte des Kamener Rathaus- und Stadthallenkomplexes zu. Wieder verschaffte er sich über ein Fenster Zutritt, raffte sechs Flaschen Bier, ein Mikrofon, eine Trafo-Station, ein Elektrokabel und ein Messer zusammen. Allerdings kam er mit seiner skurrilen Beute nicht weit. Als er das Lokal verließ, wurde er festgenommen und verbrachte die nächsten Monate in U-Haft.

Und die Zeit hinter Gittern hinterließ Eindruck. Vor dem Schöffengericht in Unna räumte der Kamener jetzt sofort alles ein, suchte selbst Erklärungen für seine Taten – und fand sie, abgesehen von Geldsorgen, nicht. Seine Reue und die Einsicht waren keinesfalls geheuchelt.

Das wusste das Gericht zu würdigen. Der 35-Jährige wurde zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Richter Jörg Hüchtmann brachte es gewohnt trocken auf den Punkt: „Das war mutmaßlich wirklich etwas wie eine Schnapsidee.“ Und tatsächlich sei es dem Kamener zu glauben, dass ihm so etwas nicht noch einmal passiere.

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