Ehemaliger Bürgermeisterkandidat Jonas Büchel entschuldigt sich bei den Jusos

dzNach Kritik an 100-Tage-Bilanz

Ein Treffen des ehemaligen Kamener Bürgermeisterkandidaten Jonas Büchel (parteilos) mit den Jungsozialisten ist von Büchels Kritik an Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) überschattet worden.

Kamen

, 03.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Die SPD-Jugendorganisation war schon länger mit dem Kopf der Initiative „Kamen spricht“ verabredet, der bei der Bürgermeisterwahl überraschend ein Viertel der Wählerstimmen geholt hatte. Umso verwunderter reagierten die Jusos nun, als sie am Tag der Verabredung in unserer Zeitung lasen, dass Jonas Büchel (parteilos) die Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) für ihre 100-Tage-Bilanz kritisiert und dabei auch sein geplantes Treffen mit den Jusos erwähnte. Dadurch fühlten sie sich vor den Kopf gestoßen.

In falsches Licht gerückt

„Wir fühlten uns dadurch in ein falsches Licht gerückt“, erklärt Juso-Sprecherin Elena Liedtke in einer Pressemitteilung. „Für uns wirkte es so, als sei die Einladung zu einem sachlichen Gespräch für den Auftakt des eigenen Wahlkampfes benutzt worden.“ Das sei nicht die Absicht der Kamener Jusos gewesen. Trotzdem hielten die Jusos an der Einladung fest, um über die Art und Weise persönlich mit Büchel zu sprechen. Liedtke erklärt: „Es fiel uns schwer zu glauben, dass es sich nicht um ein taktisches Manöver handelt.“ Im Wahlkampf habe man Büchel als fairen Kandidaten erlebt, mit dem man inhaltliche Schnittmengen habe.

Büchel bekräftigte der Mitteilung zufolge in dem gemeinsamen Gespräch, dass dies nicht der Fall sei, und entschuldigte sich. „Es war nicht meine Absicht, die Gesprächseinladung der Jusos für irgendwelche anderen Zwecke zu nutzen“, wird Büchel zitiert. „Das war ein unglückliches Missverständnis.“ Der Ex-Bürgermeisterkandidat steht laut der zwischen ihm und den Jusos abgestimmten Pressemitteilung weiterhin zu seinen geäußerten Kritikpunkten, auch wenn diese im Gespräch mit den Jusos nicht diskutiert worden seien. Büchel hatte unter anderem eine „schlechte Kommunikationspolitik“ der Bürgermeisterin kritisiert.

Die Jusos begründen ihre Einladung an Büchel damit, dass sie das Gespräch mit Personen suchen wollen, die einen anderen Standpunkt vertreten, und sich mit diesen Standpunkten auseinandersetzen wollen. „Wir wollten eine Möglichkeit eröffnen, miteinander zu sprechen. Stattdessen wurde im Vorfeld übereinander gesprochen. Dadurch wurde der gemeinsamen Diskussion etwas vorweggenommen. Insofern war dies nicht die faire und offene Gesprächsgrundlage, die wir uns für eine inhaltliche Diskussion wünschen“, so Liedtke. Einig waren sich die Jusos und Büchel, dass mehr miteinander statt übereinander gesprochen werden muss.

Rebellen wirken zahm

Die Jusos sind in ihrer Partei dafür bekannt, dass sie auch mal die Rolle des Rebellen übernehmen, wenn es um Kritik an der Parteispitze oder inhaltlichen Positionen geht. Ob die Jusos Kritik am Rathaus oder an der Kamener SPD-Führung haben, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Die SPD Kamen mit Fraktionschef Daniel Heidler und Parteichef Denis Aschhoff hatte Büchels Kritik an der Bürgermeisterin zurückgewiesen. Außerdem warfen sie ihm vor, eine Einladung zu einer Veranstaltung der Jungsozialisten zu missbrauchen für einen „Rundumschlag auf die Kamener Verwaltung sowie die SPD“.

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