Ehefrau verstrickt sich vor Gericht in Widersprüche

von Jana Peuckert

Kamen

, 12.07.2019, 15:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Angeklagter soll seine Frau, von der er mittlerweile getrennt lebt, in der gemeinsamen Wohnung in Kamen so oft gegen Arme und Beine geschlagen haben, dass diese ohnmächtig zusammengebrochen sein soll. Anschließend soll er Kleidungsstücke sowie Schulhefte der Kinder zerschnitten, das Auto der Frau und 400 Euro Erspartes gestohlen haben.

Alles gar nicht wahr, erklärte der 42-Jährige im Amtsgericht Kamen. Am 4. Juli 2018habe es einen Streit zwischen ihm und seiner Frau gegeben. Er habe gewusst, dass sie eine Affäre mit einem Drogenabhängigen hatte. Am besagten Tag habe er ihr mitgeteilt, ihr deshalb die beiden Söhne wegnehmen zu wollen. Die 32-Jährige habe daraufhin Gegenstände nach ihm geworfen. Er sei dann gegangen. In der Nacht sei er zur Wohnung zurückgekehrt. Dort habe er die beiden Söhne (elf und vier Jahre alt) weinend vorgefunden. Die Frau habe regungslos auf dem Boden gelegen, von Tabletten umgeben. „Sie hat versucht, Selbstmord zu machen“, war sich der Angeklagte sicher. Im Krankenhaus hatten die Ärzte neben den Tabletten auch Methadon im Körper der 32-Jährigen gefunden. Gegenstände habe er nicht zerstört und auch Geld habe er nicht gestohlen. Bezüglich des Autos legte er dem Richter einen Kaufvertrag vor, wonach er den Wagen erworben hatte. Er sei nur auf den Namen seiner Frau zugelassen gewesen: „Es war mein Auto.“

Die Frau verstrickte sich bei ihrer Zeugenaussage im Gericht in vielen Widersprüchen. Mal sprach sie davon, ins Gesicht geschlagen worden zu sein. Mal waren es Hiebe gegen Arme und Beine. Mal soll der Angeklagte 400 Euro gestohlen haben, dann war wieder die Rede von 500. Was die angeblich zerstörten Sachen anging, handelte es sich mal nur um ihre, dann wieder auch um Sachen der Kinder. Auch, worüber das Paar am Tattag gestritten hatte, variierte zwischen einer Spielsucht des Angeklagten und einer Affäre der Frau. Ergebnis: Freispruch. Er sei nicht überzeugt, dass der Kamener völlig unschuldig ist, erklärte der Richter. „Ich weiß es einfach nicht.“ Die Frau habe eine Reihe von Widersprüchen präsentiert: „Es ging immer hin und her. Wenn ich nicht weiß, was geschehen ist, kann ich auch keinen verurteilen.“

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