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Durchfahrtsverbot für Lkw bedeutet Vorfahrt für bessere Gesundheit

Straßen zu laut und zu schmutzig

Durchfahrtsverbot für Lkw auf Lünener Straße und Werver Mark. Weniger Platz für Autos auf der Robert-Koch-Straße. Und das Tempo runter auf der Heerener Straße. Für mehr Schutz der Anwohner.

Kamen

, 11.06.2019 / Lesedauer: 4 min
Durchfahrtsverbot für Lkw bedeutet Vorfahrt für bessere Gesundheit

Das Verkehrsproblem an der Werver Mark dreht sich im Kreis. Mit einem nächtlichen Durchfahrtsverbot für Lastwagen könnte Abhilfe geschaffen werden. Das Thema, das jüngst ein Anwohner nach vorn gebracht hat, findet auch politisch mehr und mehr Unterstützung. „Ein nächtliches Durchfahrtsverbot wäre sehr hilfreich und eine tolle Sache“, äußert Klaus Kasperidus, stellvertretender Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Heeren-Werve. © Stefan Milk

Der Kampf gegen Feinstaub und Verkehrslärm könnte neue Früchte tragen. Nicht nur an der Werver Mark, an der sich Anwohner Peter Streich für ein Durchfahrtsverbot für große Lastwagen einsetzt. Auch an Westring und Nordring, an der Robert-Koch-Straße, an der Heerener Straße und am Ortseingang Lünener Straße will die Verwaltung prüfen lassen, ob und wie die Anwohner künftig besser geschützt werden können. Auch die Politik unterstützt. „Es muss an der Werver Mark auf Feinstaub gemessen werden. Allein schon deshalb, weil wir mögliche Gesundheitsgefahren ausschalten müssen“, sagt SPD-Ratsherr Friedhelm Lipinski mit Nachdruck. Entsprechende Lösungsvorschläge seien den zuständigen Behörden „zu unterbreiten und dort einzufordern“, sagte er im jüngsten Umwelt- und Klimaausschuss mit Blick auf die Bezirksregierung Arnsberg, die für die Feinstaubmessung zuständig ist, und den Straßenbaulastträger „Straßen.NRW“, der den geforderten Maßnahmen zustimmen muss. Dabei geht es um nächtliche Durchfahrtsverbote für Lastwagen, es geht um Temposenkungen von 50 auf 30, und es geht darum, dem Radverkehr mehr Raum zu geben. Der aktuelle Vorstoß, den belastenden Auswüchsen des Straßenverkehrs auf die Pelle zu rücken, geht auf den sogenannten Lärmaktionsplan (LAP) zurück. Zwei Stufen sind seit 2008 bereits genommen worden, nun ist Auftakt für Stufe drei.

Statt nachts höchstens 55 Dezibel wurden bis zu 60 gemessen

Erstmals in den Fokus der Verkehrsplaner rückt die Robert-Koch-Straße in Methler. Dort sind nachts Lärmwerte bis 60 Dezibel gemessen worden, wie Verkehrsplanerin Sophia Seelbach vom Büro Richter-Richard sagt. Das Büro befindet sich seit 2008 an der Seite der Stadtverwaltung, um das theoretische Gebilde des Lärmaktionsplans praktisch umzusetzen. Hervorgegangen sind daraus beispielsweise die nächtliche Temporeduzierung auf der Lünener Straße von 50 auf 30 Stundenkilometer oder das Lkw-Durchfahrtsverbot samt Temporeduzierung auf der Unnaer Straße. Weil nicht alle Vorhaben, die sich aus der Lärmplanung ergeben, bisher umgesetzt wurden, befinden sich manche Vorschläge nun im neuen Schriftwerk wieder. Die sogenannten Auslösewerte, nach denen sich die Arbeit richtet, sind Lärmwerte, die tagsüber größer als 65 Dezibel und nachts größer als 55 Dezibel sind. Wie jetzt an der Robert-Koch-Straße gemessen.

Durchfahrtsverbot für Lkw bedeutet Vorfahrt für bessere Gesundheit

An der Robert-Koch-Straße gibt es folgende Empfehlungen der Verkehrsplaner: Der Straßenquerschnitt soll neu aufgeteilt werden, sodass es mehr Raum für Fahrradfahrer gibt und weniger für den motorisierten Verkehr. © Stefan Milk

An der Robert-Koch-Straße: Weniger Platz für die Autos

An der Robert-Koch-Straße gibt es folgende Empfehlungen der Verkehrsplaner für den Abschnitt zwischen Einsteinstraße und Kurze Straße: Der Straßenquerschnitt soll neu aufgeteilt werden, sodass es mehr Raum für Fahrradfahrer gibt und weniger für den motorisierten Verkehr. Zwischen der Straße „In der Kaiserau“ und der Beethovenstraße könnte eine Querungsinsel eingebaut werden. Zudem schlagen die Experten den Einbau eines lärmmindernden Asphalts vor, wenn die nächste Straßensanierung fällig ist. Zudem könnte private Lärmvorsorge ein Baustein sein, indem über den Einbau von Schallschutzfenstern oder zumindest teilweiser Verglasung von Balkonen informiert werde.

Durchfahrtsverbot für Lkw bedeutet Vorfahrt für bessere Gesundheit

Über den erlaubten Schallhöchstwerten liegt die Heerener Straße zwischen Bergstraße und Ewaldstraße. Dort könnte jenes greifen, was die Anwohner an der Werver Mark fordern: Ein nächtliches Fahrverbot für Lastwagen. © Stefan Milk

An der Heerener Straße: Nächtliches Fahrverbot für Laster

Über den genannten Schallwerten liegt auch die Heerener Straße zwischen Bergstraße und Ewaldstraße. Dort könnte jenes greifen, was die Anwohner an der Werver Mark fordern: Ein nächtliches Fahrverbot für Lastwagen. Zudem könnte, so der Vorschlag, die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 gesenkt werden - das betrifft den Bereich zwischen der Einmündung Mittelstraße und dem Kreisverkehr an der Bergstraße. Außerdem soll der Radverkehr gefördert werden, indem die Radwegplanung zwischen Heeren und Kamen endlich verwirklicht wird. Das Projekt steht schon seit vielen Jahren auf der Agenda und wird von Jahr zu Jahr aufgeschoben (wir berichteten).

Durchfahrtsverbot für Lkw bedeutet Vorfahrt für bessere Gesundheit

An der Lünener Straße wird ein nächtliches Lkw-Verbot auf der gesamten Strecke zwischen dem Ortseingang an der Töddinghauer Straße und der sogenannten Bachmann-Kreuzung diskutiert. © Stefan Milk

An der Lünener Straße: Den Straßenraum weiter verengen

Dort, wo die nachts leuchtenden Tempo-30-Schilder, die aus Frankreich importiert wurden, stehen, könnte bald eine weitere Verbesserung für die Anwohner der Lünener Straße eintreten: Ein nächtliches Lkw-Verbot auf der gesamten Strecke zwischen dem Ortseingang an der Töddinghauer Straße und der sogenannten Bachmann-Kreuzung am Westring. Im Rahmen einer kurz- bis mittelfristigen Sanierung könnte die Fahrbahn eingeengt werden. Davon könnten die Radfahrer profitieren, die zurzeit noch über eine katastrophale Strecke geführt werden - in Richtung Bergkamen teilweise über Bürgersteige, in Höhe des Technoparks mit gestrichelten Linien übergehend auf die Fahrbahn.

Antreten, „um die Maßnahmen durchzusetzen“

„Wir treten jetzt an, um die Maßnahmen durchzusetzen“, sagt der Erste Beigeordnete Dr. Uwe Liedtke kämpferisch. Wenn die Verantwortlichen des Landesverkehrsamts „Straßen NRW“ die Vorschläge ablehnen, dann benötigte es „eine plausible Erklärung, wenn sie es nicht machen“, sagte er.

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