Drogenabhängiger Kiosk-Einbrecher ganz rabiat: „Verpiss Dich! Ich bringe Dich um!“

dzGerichtsprozess

Drogen bestimmen sein Leben. Ein 23-jähriger Kamener beschaffte sich das Geld durch Diebstahl, um sein Leben im Rausch bezahlen zu können. Auch psychisch scheint er angeknackst zu sein.

von Sylvia Mönnig

Kamen

, 17.07.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er wollte sich Drogen beschaffen. Dafür beging ein Kamener offenbar eine Reihe von Diebstählen. Der 23-Jährige klaute, was sich verkaufen oder tauschen ließ und ging zum Teil sehr rabiat vor. Ein Gutachten soll nun Aufschluss über seine Schuldfähigkeit und eine mögliche Unterbringung in einer Entzugsklinik geben.

Auf Cannabis folgten Amphetamin, Kokain und Ecstasy

Mit 14 konsumierte er die ersten Drogen. Auf Cannabis folgten Amphetamin, Kokain und Ecstasy. Und mit der Sucht geriet der junge Kamener auch immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt, verbüßte bereits eine längere Jugendstrafe und steht nach der Entlassung nach wie vor unter Führungsaufsicht. Von weiteren Straftaten konnte ihn das aber augenscheinlich nicht abhalten.

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Aktuell werden dem 23-Jährigen Ladendiebstähle, ein Einbruchsversuch und Bedrohung zur Last gelegt. Laut Anklage stahl er ab Sommer vergangenen Jahres in drei Fällen in Geschäften in Kamen und Umgebung Spirituosen, Kaffee und weitere Ware, die sich leicht verkaufen ließ. Und davon, so der Vorwurf, ließ er sich von Zeugen auch nicht abbringen. Als ihn eine Supermarktangestellte festhalten wollte, riss er sich los und nahm dabei in Kauf, dass sich die Frau einen Finger brach. Einer anderen Verkäuferin drohte er: „Verpiss Dich. Ich bringe Dich um.“ Bei dem Versuch, in einen Kamener Kiosk einzubrechen, wurden er und sein gesondert verfolgter Mittäter offenbar auf frischer Tat ertappt.

Angeklagter aus Kamen zeigt sich bemerkenswert offen

Bemerkenswert offen räumte der Kamener seine Taten nun vor dem Schöffengericht in Unna ein, sprach davon, sich die Taschen vollgemacht zu haben und verwies auf seinen „Dealer“, der ihm für Diebesgut entweder Geld oder Drogen gegeben habe. Wenn er unter dem Einfluss von Alkohol gestanden habe, sei er auch mal „laut und frech“ geworden. Und auf die Idee, in den Kiosk einzubrechen, sei er spontan gekommen. Auch verwies er auf psychische Probleme.

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Das Gericht in Kamen entschied letztlich, das Verfahren auszusetzen, um ein psychiatrisches Gutachten zur Schuldfähigkeit und einer Unterbringung im Entzug einzuholen. Mit dem Ergebnis soll es demnächst eine neue Verhandlung an gleicher Stelle geben.

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