Das Ristorante Bei Tino ist in einem hübschen Fachwerkhaus untergebracht. Davon gibt es mehrere in Methler. Nicht ganz hinein passt das Vereinsheim des RV Wanderlust. Das soll sich nun ändern. Der Verein plant eine neue Fassade. © privat
Projekt des RV Wanderlust

Dorfverschönerung: Methlers Mitte wird um eine Fachwerk-Fassade reicher

Der Verein RV Wanderlust in Methler hat sich ein neues Projekt vorgenommen. Er will die Dorfmitte verschönern und um eine Fachwerk-Fassade erweitern. Dazu wird der Verein selbst Hand anlegen.

„Das ist ein ehrgeiziger Zeitplan. Aber wenn man keinen Druck hat, geht es auch nicht so schnell voran“, sagt Manfred Chytralla. Der Vorsitzende des RV Wanderlust in Methler hat gemeinsam mit dem Vorstand ein neues Vereinsprojekt ins Leben gerufen. Nachdem die ehemalige Bäckerei Heuel im Dorfkern vergangenes Jahr aufwendig zu einem Vereinsheim umfunktioniert worden war und dort vor wenigen Monaten Hunderte Mund-Nasen-Masken verteilt wurden, tut sich in Methler wieder etwas.

Doch dieses Mal profitieren sogar jene, die nur kurz durch den Dorfkern schlendern. Denn der soll in wenigen Monaten anders aussehen. Das neuste Projekt des des RV Wanderlust heißt „Dorfverschönerung“.

Die Pizzeria „Bei Tino“ sah nicht immer so schön aus wie heute. Das Haus wurde im Jahr 1847 erbaut, in den 60er Jahren war der Dachstuhl eingestürzt. Heute erstrahlt das alte Fachwerkhaus wieder in seiner ganzen Schönheit. © privat © privat

Das Vereinsheim des RV Wanderlust bekommt eine Fachwerk-Fassade

Nicht, dass das mit Blick auf andere Gebäude in Methlers Mitte allzu notwendig wäre, denn dort gibt es bereits einige alte Fachwerkgebäude, die saniert wurden und dazu teils von ihren tristen Verkleidungen befreit wurden. Das gilt allerdings nicht für jedes Gebäude – und dazu zählt auch das Vereinsheim, dass der RV Wanderlust bezogen hat.

„Man muss kein Ästhet sein, um die Fassade der alten Bäckerei im Dorfkern von Methler, die der RV Wanderlust im vergangenen Jahr als Vereinsheim umgewandelt hat, als fade zu empfinden“, so Chytralla. Und wie lässt sich das ändern? Richtig: Eine Fachwerk-Fassade soll her. Der Idee folgten schnell Taten, denn wie der Zufall es wollte, wird in Südkamen gerade der alte Hof Schulze-Bergcamen abgerissen. Der RV Wanderlust bekam die Erlaubnis, einige alte Eichenbalken von der Baustelle mitzunehmen – unter anderem auch den ursprünglichen Inschriftbalken. Darauf zu lesen ist, dass die Familie Mork das Gebäude 1884 errichtet hat.

Die Mitglieder des RV Wanderlust haben mit dicken Handschuhen ausgestattet alte Balken vom Hof Schulze Bergcamen in Südkamen abgeholt. Damit wollen sie ihr Vereinsheim bekleiden. © privat © privat

Bisher gibt es keinerlei Einwände gegen das Vorhaben

Die Stadt sei von der Idee begeistert, genau wie die ehemaligen Eigentümer des Hofes, die mittlerweile in Brandenburg leben. Auch die Denkmalbehörde habe grünes Licht gegeben, wenn einige Dinge beachtet würden, sagt Chytralla.

Das Vorhaben, dass sich der Verein in den Kopf gesetzt hat, ist auch längst keine Idee mehr. Die Balken haben die Vereinsmitglieder bereits von der Baustelle in Südkamen abgeholt und eingelagert.

Von der Firma Holzbau Timmermann in Heeren-Werve bekommen sie eine professionelle Zeichnung. Anpacken wollen die Vereinsmitglieder aber selbst. Es gebe einige Vereinsmitglieder, die der Holzverarbeitung mächtig seien, sagt Chytralla. „Ein neues Mitglied ist auch Schreiner.“

Sobald die Zeichnungen vorliegen, soll es losgehen in Methler. Und spätestens zur Pflaumenkirmes soll das Vereinsheim aussehen, wie das Fachwerkhaus gegenüber, in dem das italienische Restaurant „Bei Tino“ untergebracht ist: Balken als Fassade und statt Metallverkleidung ein Schleppdach aus Ziegeln.

Das Vereinsheim des RV Wanderlust wirkt neben dem alten Amtshaus trist und nicht besonders schick. Das will der Verein nun ändern. © privat © privat

Auch ohne Pflaumenkirmes soll es Pfaumenkuchen im Methler geben

Und auch falls die Pflaumenkirmes wegen Corona nicht stattfinden kann, so hofft Chytralla doch, Mitte September zumindest Pflaumenkuchen verkaufen zu können. In einem dann neu verkleideten Vereinsheim. Und auch danach wird Chytralla ganz bestimmt nicht Däumchen drehen. Er hat schon neue Ideen und überlegt, im Vereinsheim die Geschichte des Ortes zu veranschaulichen und etwa Bilder von Häusern damals und heute zu zeigen. Er ist bereits mit Geschichtsexperten im Gespräch und Bildmaterial liegt ebenfalls vor. Und spätestens im September kommt dann ein neuer Vorher-Nachher-Vergleich hinzu.

Der Verein RV Wanderlust Methler 1900 freut sich stets über neue Mitglieder und Unterstützer seiner Projekte. Infos gibt es bei Manfred Chytralla unter Tel. 0175-5860003.

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott
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