Doppelter Lohn! So gewinnt dieser Bürgermeister die Wahl

dzStarke Wahlbeteiligung im Ferienspiel

Vincent Müller ist der neue Bügermeister von Minikamen. Er setzt gleich ein Wahlversprechen um: Der Lohn wird verdoppelt. Die Demokratie in der kleinen Ferienspiel-Stadt ist hochlebendig.

Kamen

, 25.07.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der neue Bürgermeister von Minikamen heißt Vincent Müller. Das neue Stadtoberhaupt der Ferienspiel-Kleinstadt setzte sich mit deutlichem Vorsprung gegen die Mitbewerber durch. Mehr als 200 der 302 Kinder waren zur Wahlurne geschritten - eine Wahlbeteiligung von immerhin etwa 65 Prozent, wie Michael Wrobel, Leiter des Jugendzentrums, zufrieden feststellt. Die Demokratie in Minikamen - sie lebt.

Doppelter Lohn! So gewinnt dieser Bürgermeister die Wahl

Bei der Hitze etwas Abkühlung mit Wasser in der Waschanlage von Minikamen. Autowaschen macht, so hat man hier den Eindruck, auch bei hohen Temperaturen Spaß. © Stefan Milk

Mehr Minimo! Erstes Wahlversprechen gleich umgesetzt

Das erste Wahlversprechen des jungen Stadtoberhaupts soll sofort umgesetzt werden. Die Verdopplung des Lohns in der stadteigenen Währung „Minimo“. Der stadtweite Tariflohn von bisher zwei Minimo pro halber Stunde wurde auf vier Minimo erhöht. „Das sind jetzt acht Minimo pro Stunde - ich hoffe, es wird keine Inflation geben“, sagt Wrobel schmunzelnd. Möglicherweise ist das nicht mehr zu verhindern. Gerade an Eisdiele und im Stadtcafé boomt das Geschäft im Angesicht der großen Hitze.

Unterstützt wird Vincent nunmehr von Vizebürgermeisterin Josefine Runde und weiteren sieben Ministerinnen und Ministern, die bis zum Ende kommender Woche, wenn das Ferienspiel endet, verschiedene Ressorts betreuen. Gewählt wurden Darius Kanzog, Mats Krause, Jacob Sommer, Lia Gerhard, Ben Saim-Hohmann, Fabian-Mattis Wagner und Theo Sane. Sie betreuen Stadtministerien in den Bereichen „Mädchen“, „Kultur“, „Sport“, „Arbeit“, „Kunst und Handwerk“ und „Versorgung“.

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Bei der Hitze ist auch die Überwachung der Gesundheit wichtig. Wie hier in der kleinen Klinik-Station. © Marcel Drawe

Immer wieder Nachwuchs für die kleine Stadt

Das Ferienspiel befindet sich im 18. Jahr und ist beliebt wie eh und je, wie die Anmeldezahl von 302 Kindern zeigt. Etwa ein Drittel der Teilnehmer, also etwa 100 Kinder, nimmt zum ersten Mal an der Ferienaktion im Jugendfreizeitzentrum auf der Lüner Höhe teil, was den Leiter sehr freut. „So gibt es immer neuen Nachwuchs für unsere Stadt. Das Interesse lässt auch nach so vielen Jahren nicht nach, ganz im Gegenteil.“ 78 Betreuer sind im Einsatz, darunter acht hauptamtliche, 47 ehrenamtliche und weitere Kräfte von Betreuungsdiensten wie der VeBU und der Jugendhilfe Werne.

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So lässt sich die Hitze in Minikamen ertragen

Die Hitze ist natürlich auch in Minikamen ein Thema. Nicht nur beim Autowaschen gibt es durch das Spritzwasser Abkühlung. Die Betreuer achten sehr darauf, dass die Kinder reichlich trinken. Sie sind sogar mit Sprühpistolen unterwegs, um den Junioren eine willkommene Abkühlung zu verschaffen. Wenn sich längere Schlangen bilden, beispielsweise vor dem Arbeitsamt, wird Wasser gereicht. „Trotz der Hitze ist die Stimmung gut“, berichtet Wrobel. „Alles läuft sehr entspannt.“ Das gilt auch für die Eltern, die in diesem Jahr erstmals einen eigenen Anlaufpunkt im neuen Anbau haben, in dem sich das Café „Blickpunkt“ befindet. Die Plätze sind fast durchgehend belegt. Wrobel: „Und so ist das auch gedacht, dass es sich so ergänzt.“

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Der Stadtrat tagt im Freien, hier mit den Ministern und Mitarbeitern (v.l.) Jacob, Lia, Leni, Darius und Theo mit dem Bürgermeister Vincent. © Marcel Drawe

Eine eigene Bushaltestelle „Minikamen“

Zum ersten Mal hat die Kleinstadt auch ihre eigene Bushaltestelle. Das liegt daran, dass die VKU erstmals Ausflüge zu ihrer Zentrale an der Lünener Straße angeboten hat. Die ersten zwei Gruppen ließen sich bereits erklären, wie die Busse dort gewartet und gewaschen werden. Nächste Wochen folgen noch einmal zwei Gruppen. „Die Kinder haben jetzt den Beruf des Busprofis erlernt“, sagt Wrobel schmunzelnd. Und die VKU habe der Stadt ein eigenes Haltestellenschild mit dem Namen „Minikamen“ angefertigt. Ob es künftig auch Busfahrer in Minikamen gibt? Wrobel: „Wer weiß, ob wir das nicht auch noch hinkriegen!“

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