Ein Blick in die Ertrinkungsstatistik der DLRG verrät, dass im vergangenen Jahr in Deutschland 504 Menschen ertrunken sind. Die Kamener Rettungsschwimmer wissen, wie das verhindert werden kann.

Kamen

, 05.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ein Blick in die aktuelle Ertrinkungsstatistik der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) verrät, dass im vergangenen Jahr in Deutschland 504 Menschen ertrunken sind.

„Die Ursachen der Ertrinkungsunfälle sind sehr oft Leichtsinn und das Überschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit. Oft fehlten den Ertrunkenen aber auch die grundlegenden schwimmerischen Fertigkeiten und Kenntnisse“, berichtet der Pressewart der DLRG Kamen kurz nach der Jahreswende und mahnt: „Nach einer aktuellen Studie können weit mehr als die Hälfte aller Kinder unter elf Jahren nicht richtig schwimmen. Selbst bei Erwachsenen bestehen immer noch hohe Defizite. Rund 50 Prozent sind absolute Nichtschwimmer!“

DLRG hartnäckig im Kampf gegen den Ertrinkungstod: Noch immer viel zu viele Nichtschwimmer

Jonas Weiß und Fenja Schulz sind die frisch gebackenen Fachübungsleiter Rettungsschwimmen innerhalb der DLRG-Ortsgruppe Kamen. © DLRG Kamen

Nichtschwimmer können Defizite aufarbeiten

Doch das alles muss nicht sein, wenn Nichtschwimmer bereit sind, ihre Defizite aufzuarbeiten.

Hilfestellung gibt es dazu auch in 2020 in umfangreichen Kursen von der DLRG-Ortsgruppe Kamen.

Am Dienstag, 7. Januar, beginnt beispielsweise ab 19 Uhr unter der fachkundigen Leitung von DLRG-Ausbilder und Schwimmtrainer Jens Kutschke im Hallenbad Methler ein neuer Rettungsschwimmkurs, der sich allerdings an erfahrene Schwimmer richtet. Gute Kenntnisse der Schwimmtechniken im Brust- und Rückenschwimmen mit Brustbeinschlag sollten vorhanden sein. Obligatorisch ist außerdem ein sehr guter Gesundheitszustand. Sollten Zweifel bestehen, ist unbedingt im eigenen Interesse vorher ärztlicher Rat einzuholen.

DLRG hartnäckig im Kampf gegen den Ertrinkungstod: Noch immer viel zu viele Nichtschwimmer

Bootsführer Tobias Suske. © DLRG Kamen

Meldeschluss ist am Montag, 6. Januar 2020

Interessenten, auch Vereinsfremde, ab dem 16. Lebensjahr können sich ab sofort dazu online über die Homepage der Ortsgruppe unter kamen.dlrg.de/lernen verbindlich anmelden. Meldeschluss ist am Montag, 6. Januar 2020.

Der Kurs vermittelt den Teilnehmern alle Kenntnisse und Fähigkeiten, um die abschließenden Prüfungen in Theorie und Praxis zu bestehen. Diese werden nach dem Unterricht im Schwimmbad abgenommen.

Der Unterricht ist jeweils dienstags von 19 bis 20.30 Uhr im Hallenbad in Methler. Kursende ist am Dienstag, 25. Februar, um 20.30 Uhr. Zur erfolgreichen Prüfungsteilnahme besteht Teilnahmepflicht an allen Lehreinheiten. Für den Erwerb des deutschen Rettungsschwimmabzeichens in Silber ist zusätzlich

der Nachweis der Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kursus, der nicht älter als zwei Jahre sein darf, notwendig.

DLRG hartnäckig im Kampf gegen den Ertrinkungstod: Noch immer viel zu viele Nichtschwimmer

Die DLRG Ortsgruppe Kamen blickt auf ein erfolgreiches 2019 zurück. Insgesamt 33 Rettungsschwimmer, darunter 14 mit dem bronzenen, 17 mit dem silbernen und zwei mit dem goldenen Rettungsschwimmabzeichen Gold wurden im vergangenen Jahr im Hallenbad Methler ausgebildet. © Privat

Mit Wasserrettungsboot zur Katastrophenschutzübung

Die DLRG

Rund 1,8 Millionen Mitglieder

  • Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) ist mit rund 1,8 Millionen Mitgliedern und Förderern die größte Wasserrettungsorganisation der Welt. Seit der Gründung im Jahr 1913 hat es sich die Gesellschaft zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
  • Die DLRG ist Nummer Eins in der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung in Deutschland. Von 1950 bis zum Jahr 2018 haben die schwimmenden Fachkräfte über 22 Millionen Schwimmprüfungen und über viereinhalb Millionen Rettungsschwimmprüfungen abgenommen. In rund 2.000 örtlichen Gliederungen leisten die ehrenamtlichen Helfer pro Jahr über zehn Millionen Stunden freiwillige Arbeit für die Menschen in Deutschland.
  • Zu den Kernaufgaben gehören Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung, Aufklärung über Wassergefahren und Wasserrettungsdienst.

Seit ihrem Bestehen kämpft die DLRG-Ortsgruppe Kamen nicht nur mit ihren Kursangeboten im Schwimmsportbereich gegen den Ertrinkungstod: Im Mai dieses Jahres nimmt sie erneut mit fünf Kameraden samt Einsatzfahrzeug und Wasserrettungsboot an einer Katastrophenschutzübung der DLRG

Westfalen teil, die unter dem wachsamen Auge des Innenministeriums NRW durchgeführt wird.

In dieser Woche trifft sich der Vorstand für die Jahresplanung 2020, die noch viele Programmpunkte für die Vereinsmitglieder vorsieht. Informationen zur DLRG Orstgruppe Kamen und zum umfangreichen Kursangebot gibt es im Internet unter kamen.dlrg.de oder zu den üblichen Trainingszeiten.

Diese sind an jedem Dienstag und Donnerstag außerhalb der Schulferien im Hallenbad Methler an der Germaniastraße 45 ab 17 Uhr. Neue Interesssenten sind stets willkommen und können nach Absprache auch an einem kostenlosen Probetraining teilnehmen.

33 Rettungsschwimmer ausgebildet

Die DLRG Ortsgruppe Kamen blickt auf ein erfolgreiches 2019 zurück. Insgesamt 33 Rettungsschwimmer, darunter 14 mit dem bronzenen, 17 mit dem silbernen und zwei mit dem goldenen Rettungsschwimmabzeichen Gold wurden im vergangenen Jahr im Hallenbad Methler ausgebildet. 15 Nichtschwimmer (Erwachsene, Jugendliche und Kinder) erlernten bei der Ortsgruppe erstmals das Schwimmen. Dutzende Seepferdchen-Prüfungen wurden von Kamener Kindern abgelegt.

Prüfungen zum Fachübungsleiter Rettungsschwimmen

Zudem haben die langjährigen Vereinsmitglieder Jonas Weiß und Fenja Schulz ihre Prüfung zum Fachübungsleiter Rettungsschwimmen bestanden. Gleich vier neue Ausbildungsassistenten wurden darüber hinaus qualifiziert und werden die Ausbilder bei den umfangreichen Kursen in 2020 unterstützen.

Aber auch die vereinseigene Wasserrettungseinheit trainierte hart. Einen Ausbildungstag verbrachten sieben Kameraden um Bootsführer Tobias Suske gar auf dem Rhein in Dinslaken. Dort übten sie unter realistischen Bedingungen das Bootsfahren in fließenden Gewässern.

Schleppen und die Knotentechnik im Bootswesen

Manöver wie Person über Bord, Reanimation während der Fahrt, Schleppen und die Knotentechnik im Bootswesen standen auf dem Trainingsprogramm. Zum Ende fuhr das Team mit dem Boot in den Duisburger Hafen, wo es schließlich auf den Anhänger verladen und mit dem Einsatzfahrzeug nach Kamen transportiert wurde.

Auch die Jugendabteilung hat in 2019 viele Fahrten organisiert. Highlight war eine Tour, die auf einen Bauernhof in die Eifel führte, wo Kinder und Jugendliche gründlich hinter die Kulissen schauen konnten und dabei auch mit verschiedensten Tieren in Kontakt kamen.

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