Diskonebel und drei vermisste Personen in der Kamener Firma Weller

dzFeuerwehr Kamen

Ende vergangener Woche war in der Kamener Firma Weller Pumpen-Technik einiges los. Die Feuerwehr war vor Ort und es rauchte ordentlich in einer der Hallen. Einen offiziellen Alarm gab es aber nicht.

Kamen

, 22.10.2019, 17:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was Volker Rost, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Kamen, schreibt, klingt nach einem dramatischen Großeinsatz: „Am Freitagabend wurde der Löschzug 3 der Freiwilligen Feuerwehr Kamen zu einem Brand bei Weller Pumpen-Technik an der Westicker Straße alarmiert. Verunreinigte Putzlappen hatten dort einen Brand in dem Gebäudeteil verursacht, in dem die mechanische Fertigung untergebracht ist“, heißt es in seiner Pressemeldung.

In der betroffenen Halle qualmte es am Freitagabend ordentlich und drei Mitarbeiter der Mittagsschicht sollten sich nach Angaben des Hausmeisters noch in dem Gebäude befinden. Die Feuerwehrmänner machten sich sofort auf die Suche nach den Personen, ihre Kollegen begannen damit, die benachbarten Gebäude von übergreifenden Flammen zu schützen. Dazu brachten sie sich in eine sogenannte Riegelstellung und brachten auch die Drehleiter in Stellung.

Rauch, aber keine Flammen

Doch von Flammen war am Freitagabend keine Spur. Tatsächlich verursachte eine Nebelmaschine den angeblichen Rauch. Auch befanden sich keine echten Menschen mehr in den Hallen, sondern bloß Dummies. „Und den Hausmeister habe ich gespielt“, verrät Einsatzleiter Norbert Klein.

Tatsächlich brannte es am Freitagabend nämlich nicht in dem Kamener Unternehmen. Es handelte sich vielmehr um eine große Gemeinschaftsübung der Jugendfeuerwehr und der aktiven Kameraden vom Löschzug Heeren.

Seine Kollegen sollten unter realen Bedingungen das trainieren, was sie über das Jahr hinweg lernen. Außerdem gehe es bei solchen Einsätzen auch um die Gemeinschaft der jungen und älteren Feuerwehrmitglieder, sagt Klein.

Die Schwierigkeit bei der Übung war laut Klein die Größe des Objektes. Die drei Personen, die gerettet werden sollten, hätten überall in den drei großen Hallen versteckt sein können. „Wir haben etwa acht Minuten Zeit, die Personen herauszuholen.“

Diskonebel und drei vermisste Personen in der Kamener Firma Weller

Auch die umliegenden Gebäude mussten im Rahmen der Übung vor möglichen Flammen geschützt werden. © privat

Personenrettung steht an oberster Stelle

Sonst können Schäden am Gehirn entstehen“, sagt Klein über den möglichen Ernstfall. „Die Personenrettung hat die höchste Priorität“, erklärt Klein. Die Schläuche, mit denen die Männer das Gebäude betreten, werden nur zum Eigenschutz oder zur Freilegung des Weges genutzt – richtig gelöscht wird erst, wenn die Personen aus dem Gebäude raus sind.

Insgesamt nahmen 41 Feuerwehrmänner an der Übung teil – 15 davon waren Jugendfeuerwehrmitglieder. Dabei hatten sie eine Drehleiter, vier Löschgruppenfahrzeuge und ein Einsatzleitwagen.

Klein ist zufrieden mit der Arbeit seiner Kameraden. Und betont, dass die meisten Kräfte in Kamen sowohl Übungen als auch Ernstfälle freiwillig auf sich nehmen. „Etwa 70 Prozent machen das freiwillig. Und verlassen Beruf oder Freizeitbeschäftigung für einen Einsatz“, sagt Klein. „Viele denken, dass wir das hauptberuflich machen.“

Mindestens eine große Übung, bei denen die Einsatzkräfte vorher nicht wissen, wo sie stattfindet und was genau sie erwartet, gebe es je Einheit pro Jahr, sagt Klein. Nicht immer sei es aber einfach, größere Betriebe wie Weller Pumpen-Technik für eine Übung zu gewinnen.

Dabei haben nicht nur die Feuerwehrmänner, sondern auch die Firmen selbst etwas davon. Sollte es dort nämlich tatsächlich einmal brennen, wissen die Feuerwehrmänner schon, was sie im Inneren der Gebäude erwartet. Und so ließ sich auch der Geschäftsführer des Unternehmens das Spektakel nicht entgehen. Er lobte vor allem die Leistung der jungen Einsatzkräfte.

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