Der Tedi-Bär wird ein Kamener. Der Dortmunder Nonfood-Discounter, in dessen Läden es Haushaltsartikel für den täglichen Bedarf zu kaufen gibt, will im November ein neues Logistikzentrum in Kamen beziehen. © dpa
Handel

Discounter Tedi: Termine nur an der Ladentür und erste Ware im neuen Zentrallager in Kamen

Der Shutdown hat den Discounter Tedi hart getroffen, jetzt dürfen die Läden wieder fürs Terminshopping öffnen. Trotz Corona-Krise hält das Unternehmen an der Inbetriebnahme des neuen Zentrallagers in Kamen fest.

Die neue Logistikhalle westlich der A1 in Kamen ist so groß, dass in den vorderen Hallenteil bereits der Dortmunder Discounter Tedi als Mieter einziehen konnte, während hinten noch an der Fortsetzung der Halle gebaut wurde. Nun aber steht das neue Warenverteilzentrum, 560 Meter lang, vor der Fertigstellung.

Ein Mitarbeiter und eine Mitarbeiterin des Bauordnungsamts der Stadt Kamen waren am vorigen Donnerstag mit dem Bauüberwacher des Immobilien-Projektentwicklers und Bauherren P3 verabredet. Sie trafen sich, um die letzte Teilabnahme des Bauwerks vorzunehmen. Dabei verschaffen sich die Behördenvertreter einen Eindruck davon, ob der zuletzt errichtete Hallenteil der Baugenehmigung entspricht.

Das neue Logistikzentrum vom Zollpost aus betrachtet: 84.000 Quadratmeter stehen Tedi zur Verfügung. Nun ist die letzte Teilabnahme des Neubaus durch die Stadt Kamen erfolgt.
Das neue Logistikzentrum vom Zollpost aus betrachtet: 84.000 Quadratmeter stehen Tedi zur Verfügung. Nun ist die letzte Teilabnahme des Neubaus durch die Stadt Kamen erfolgt. © Stefan Milk © Stefan Milk

Während der Baufortschritt besprochen wurde, waren auf dem Gelände Bauarbeiter zu sehen, die an den Außenanlagen arbeiteten. Die Zufahrt mitsamt Parkplätzen im vorderen, westlichen Bereich des Grundstücks ist bereits weitgehend fertig, während der östliche und südliche Bereich noch nicht ganz so weit sind.

Im Rathaus bestätigte der oberste Stadtplaner, Uwe Liedtke, dass die letzte Teil-Gebrauchsabnahme stattgefunden habe, also der letzte Schritt vor der Schlussabnahme. „Es sind zwar noch einige Restarbeiten zu erledigen, gegen die Nutzung durch Tedi bestehen jedoch keinerlei Bedenken“, erklärte Liedtke. „Tedi fängt langsam an, erste Waren einzulagern. Wir freuen uns sehr über den guten Verlauf der Bauarbeiten und den reibungslosen Abstimmungsprozess mit dem Bauherrn P3.“

Der Nonfood-Discounter aus Dortmund hat die Hallen bei P3 angemietet. Nach früheren Informationen bezog Tedi die ersten Hallenteile im November 2020. Die Inbetriebnahme sollte dann erfolgen, wenn die Einrichtung und ein Probelauf erfolgreich gelaufen sind. Doch dann kam am 16. Dezember der Shutdown dazwischen. Seitdem sind Hunderte Tedi-Filialen geschlossen und brauchen schlicht keine neue Ware. Der ursprüngliche Zeitplan dürfte sich dadurch verzögert haben.

Wie weit Tedi mit der Inbetriebnahme des neuen Zentrallagers ist, verrät das Unternehmen nicht. Ein schon früher übermittelter und jetzt noch einmal aktualisierter Fragenkatalog der Redaktion – bezogen unter anderem auf die Zahl der mutmaßlich 1000 Arbeitsstellen und weitere Punkte der Ansiedlung – blieb bislang unbeantwortet. Eine Tedi-Sprecherin bat erneut um Verständnis dafür, „dass wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Auskunft zu konkreten Informationen, die das Logistikzentrum betreffen, geben können“.

Neues Tedi-Zentrallager zwischen Zollpost und Henry-Everling-Straße in Kamen: Die Arbeiten an den Außenanlagen laufen teilweise noch, während innen bereits erste Ware eingelagert wird.
Neues Tedi-Zentrallager zwischen Zollpost und Henry-Everling-Straße in Kamen: Die Arbeiten an den Außenanlagen laufen teilweise noch, während innen bereits erste Ware eingelagert wird. © Stefan Milk © Stefan Milk

Tedi blick nach Worten der Sprecherin trotz Corona-Krise optimistisch in die Zukunft. „Wir sind überzeugt, dass wir – trotz aller Herausforderungen – die gegenwärtige Lage meistern und in den nächsten Jahren an unseren Wachstumskurs anknüpfen werden“, erklärte Aline Grund. „Ein wichtiger Schritt unserer Expansionsstrategie ist die Eröffnung eines modernen Logistikzentrums in Kamen in diesem Jahr. Der neue Standort spielt eine wichtige Rolle für die reibungslose Belieferungen unserer Filialen und wird uns ermöglichen, Tedi auch zukünftig als erfolgreichen Non-Food-Discounter in Europa zu behaupten.“

Die Corona-Krise hat Tedi auch deshalb besonders hart getroffen, weil es zunächst keinen Online-Shop gab. Tedi hatte diesen Vertriebskanal 2019 eingestellt – mit dem Argument, dass die Stärken im stationären Handel liegen. Dies erwies sich im Nachhinein als Fehler. Inzwischen sind Online-Bestellungen vom Bastelartikel bis zum Haushaltsbedarf wieder möglich. Und ab Montag darf Tedi die Ladentüren mit Einschränkungen wieder öffnen.

Im Regelfall sofort einkaufen

Erlaubt ist laut den neuen Regeln in NRW das Einkaufen nach vorheriger Terminvereinbarung. Tedi hat dazu weder eine Telefon-Hotline noch eine Online-Reservierung vorgesehen, sondern Kunden erhalten „den Termin direkt vor unserer Filiale“. Das Unternehmen erklärt dazu: „Im Regelfall können Sie sofort bei uns einkaufen, nachdem Sie vor Ort unser Kontakterfassungsformular ausgefüllt haben.“

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1973, aufgewachsen im Sauerland, wohnt in Holzwickede. Als Redakteur seit 2010 rund ums Kamener Kreuz unterwegs, seit 2001 beim Hellweger Anzeiger. Ab 1994 Journalistik- und Politik-Studium in Dortmund mit Auslandsstation in Tours/Frankreich und Volontariat bei den Ruhr Nachrichten in Dortmund, Lünen, Selm und Witten. Recherchiert gern investigativ, zum Beispiel beim Thema Schrottimmobilien. Lieblingssatz: Der beste Schutz für die liberale Demokratie ist die Pressefreiheit.
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Carsten Fischer
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