Unerwartete Veränderungen im ehemaligen Toyota Muermann: Autokauf läuft jetzt digitaler

dzTCB Automobile in Kamen

Der Übergang von Toyota Muermann zu TCB Automobile in Kamen war wegen der Corona-Krise stiller als geplant. Und geändert hat sich durch die Pandemie mehr als geplant.

Kamen

, 09.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Das hatten wir uns eigentlich etwas anders vorgestellt“, sagt Oliver Dietz. Er ist der neue Chef des TCB-Autohauses – dem ehemaligen Autohaus Muermann. Bereits seit April gehört das Unternehmen nicht mehr der Familie Muermann, doch der Wechsel hat leise stattgefunden. Wegen der Corona-Pandemie habe es keine Eröffnungsfeier gegeben, eigentlich war eine geplant, wie Dietz erzählt. Man habe sich zu Beginn der Krise gesagt, die Feier auf September zu verschieben und sie mit der Vorstellung des neuen Toyota Yaris zu verknüpfen. „Das Auto ist jetzt da, aber Corona auch immer noch“, sagt Eva Muermann.

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Sie war und ist weiterhin Leiterin des Standorts. Auch die anderen Kollegen sind geblieben, wodurch sich für die Kunden bis auf den Namen erst einmal nicht viel geändert hat. „Manche haben es noch gar nicht gemerkt“, so Muermann. Es gebe viele Kunden mit festem Ansprechpartner und denen fällt so ein Wechsel dann tatsächlich nicht auf – obwohl am Autohaus und auf Visitenkärtchen jetzt „TVB Automobile“ steht.

Toyota Muermann wird TCB Automobile: Reibungsloser Übergang

Eigentlich ist das aber gar nicht schlecht, finden Muermann und Dietz, denn das zeigt, wie reibungslos die Übernahme des Autohauses am Schattweg durch die TCB Automobile GmbH, eine Tochter der BoB-Gruppe, funktioniert hat. Von Anfang an stand fest, dass sich nicht viel ändern soll, zumindest extern. Intern werden manche Aufgabenbereiche jetzt zentral gesteuert, um die Mitarbeiter vor Ort zu entlasten und ihnen mehr Zeit für die Kunden zu verschaffen.

Und die werden sie künftig wohl auch brauchen, denn die Corona-Krise hat dazu geführt, dass es nun doch ein paar Veränderungen für die Kunden gibt. Aber keineswegs negative.

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Denn während im März und April deutlich weniger Wagen verkauft wurden, ist man für einen möglichen nächsten Lockdown vorbereitet. Kunden können mittlerweile per Videochat beraten werden und sogar eine digitale Führung „durchs“ Autos wird derzeit getestet, so Dietz. Dabei bringt der Verkäufer eine Kamera neben seinem Auge an und präsentiert dem Kunden zu Hause, wie das Auto von innen aussieht, was der Kofferraum hergibt etc.

Ohne Emotionen und Kontakt funktioniert Autokauf nicht

Auch intern seien die Mitarbeiter nun per Videokonferenz vernetzt und Schulungen, zu denen man früher hinfahren musste, finden mittlerweile digital statt. „Da fragt man sich, warum man das nicht vorher schon gemacht hat“, so Dietz. Er sieht in der digitalen Vernetzung einen wichtigen Schritt und wünscht sich, dass kürzere Kundengespräche, für die man sonst ins Geschäft kommen musste, künftig auf diesem Weg stattfinden können.

Oliver Dietz sieht Videokonferenzen mit Kunden als Unterstützung beim Autokauf. Für kürzere Gespräche kann man sich so auf einfachem Wege verständigen. Den persönlichen Kontakt und die Probefahrt kann eine Kamera allerdings nicht ersetzen.

Oliver Dietz sieht Videokonferenzen mit Kunden als Unterstützung beim Autokauf. Für kürzere Gespräche kann man sich so auf einfachem Wege verständigen. Den persönlichen Kontakt und die Probefahrt kann eine Kamera allerdings nicht ersetzen. © Borys Sarad

Doch Dietz betont auch, dass diese digitale Kommunikation nur eine Unterstützung sein kann. Denn wichtige Dinge sollte man persönlich besprechen, Kunden sollen ihren Ansprechpartner kennenlernen und natürlich soll man sich in das Auto auch hineinsetzen und es probefahren dürfen. „Es geht dabei ja auch um Emotionen“, so Dietz.

Dietz und Muermann sind also froh, dass sie wieder normal – abgesehen von mehr Hygienemaßnahmen und Maske – geöffnet haben und Probefahrten und persönliche Gespräche anbieten können. Das sei den Kunden auch immer noch lieber, so Muermann. Und so geht es nach dem Lockdown wieder bergauf, auch dank der Mehrwertsteuer-Senkung. Man sei aber noch nicht dort, wo man vor der Krise war, so Dietz. „Wir sind bei etwa 80, 90 Prozent.“

Doch falls es im schlimmsten Fall doch wieder zu einem Lockdown kommen sollte, ist die Mini-Kamera bis dahin vielleicht schon einsatzbereit.

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