Geschäfte, deren Verkaufsfläche kleiner als 800 Quadratmeter ist, dürfen ab Montag wieder öffnen. Zahlreiche Händler freuen sich auf den Neustart und die Lockerungen in der Corona-Krise.

von Claudia Pott, Stefan Milk, Werner Wiggermann, Carsten Janecke

Kamen

, 16.04.2020, 15:06 Uhr / Lesedauer: 8 min

„Wir freuen uns wie verrückt! Halleluja!“ – so bringt Sabine Bracke ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass sie ihr Modegeschäft Nova ab Montag wieder öffnen darf. In den vergangenen Wochen lebte das Geschäft nur von dem Onlineshop, der zumindest die fixen Kosten auffangen konnte.

Mit dem gewöhnlichen Geschäft sei das aber nicht zu vergleichen, sagt Bracke. Ob es ab Montag aber wirklich wieder besser läuft, wagt sie nicht vorauszusagen. „Auf der einen Seite haben die Mädels vielleicht Lust, shoppen zu gehen. Das Wetter ist ja schön. Aber in Österreich hat man auch gesehen, dass nicht gerade der Bär los ist. Die Leute sind sensibel und ängstlich geworden. Wir hoffen, dass überhaupt Leute kommen. Das wäre schön.“

So sehen es auch viele andere Händler: Wie bei Toyota Muermann, wo die Autos in der Ausstellung wieder aufgeschlossen werden, und in der Galerie Zeitlos am Alten Markt. „Ich starte mit vielen neuen Ideen“, freut sich Inhaberin Gaby Arnemann.

  • Mode und mehr

Nova – Mode und Accessoires an der Weerenstraße 1 öffnet ab Montag wieder wie vor der Krise: Montag bis Freitag, 10 bis 18.30 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr. Es dürfen sich nur vier bis fünf (die genaue Anzahl wird noch bekanntgegeben) Kunden gleichzeitig im Geschäft aufhalten, wie Chefin Sabine Bracke erklärt. Auf den Boden werden Pfeile geklebt, damit die Besucher des 100 Quadratmeter großen Stores nur in eine Richtung gehen können, im Kabinen- und Kassenbereich darf sich ebenfalls nur eine Person aufhalten. An der Kasse wird zum Schutz der Mitarbeiterinnen eine Plexiglas-Scheibe angebracht.

Winnefeld Mode an der Adenauer Straße 8 öffnet am Montag wieder seine Türen wie Claudia Winnefeld und ihr Team auf der Internetseite bekanntgeben. Dort steht zudem, dass sich den Bestimmungen entsprechend maximal vier Kunden gleichzeitig in dem Modehaus aufhalten dürfen. Das Geschäft ist zwischen 9.30 und 13 Uhr sowie 14.30 und 18 Uhr geöffnet.

Sabine Bracke, Inhaberin des Modegeschäftes Nova! in der Kamener Innenstadt, ist erleichtert. Sie wird ab Montag wieder eröffnen und hofft, dass auch Kunden kommen.

Sabine Bracke, Inhaberin des Modegeschäftes Nova! in der Kamener Innenstadt, ist erleichtert. Sie wird ab Montag wieder eröffnen und hofft, dass auch Kunden kommen. © Marcel Drawe

Das Modehaus Kämpgen an der Robert-Koch-Straße 44 will am Montag wieder zu den gewohnten Zeiten öffnen: Montag bis Samstag von 9.30 bis 13 Uhr und Montag, Dienstag und Donnerstag zusätzlich von 15 bis 18 Uhr. In der Filiale in Kamen-Mitte wird nur vormittags geöffnet sein. Inhaber Ulrich Kämpgen findet, dass die Lockerung genau der richtige Schritt ist. Er vertraut darauf, dass sich die Kunden im Laden genauso diszipliniert verhalten werden, wie er es draußen bei Spaziergängen beobachtet hat. „Man kann ja Abstand halten“, sagt er und hofft auf regen Zuspruch. Er habe viele attraktive Waren wegen der schwachen Nachfrage zu günstigen Preisen eingekauft und möchte diese nun entsprechend günstig anbieten. Schutzmasken habe er übrigens auch im Angebot.

Das Kaufhaus Woolworth an der Weststraße überschreitet mit einer Verkaufsfläche von 900 Quadratmetern die festgelegte Obergrenze von 800 Quadratmetern. Das Geschäft wird am Montag also noch nicht öffnen.

„Wir werden der ungewohnten Situation mit einer umso herzlicheren Beratung durch unsere Buchhändlerinnen und Buchhändler begegnen.“
Claudia Bachhausen-Dewart, Mayersche

Da die TEDI-Filiale am Edelkirchenhof 1 kleiner als 800 Quadratmeter ist, öffnet sie Montag, „sofern der noch ausstehende rechtsgültige Erlass des Landes NRW nichts gegenteiliges beinhaltet“. Durch die Begrenzung von Einkaufskörben auf die zulässige Kunden-Anzahl, Abstandsmarkierungen und Schutzverglasungen im Kassenbereich garantiere TEDI sicheres Einkaufen in allen Geschäften, so die Auskunft der Presseabteilung. Sollten sich vor dem Geschäft Ansammlungen bilden, sollen die Mitarbeiter an die Abstandshaltungen hinweisen.

Doch nicht überall herrschte am Donnerstag schon Klarheit, immerhin gibt es jetzt viel zu klären. Zu jenen Filialen, die derzeit noch keine Auskunft geben können, gehören Ernsting‘s Family (Willy-Brandt-Platz) und Deichmann (Kamen Quadrat). „Konkretere Aussagen zu machen ist im Moment noch schwierig, da die Vorgaben in den Bundesländern teilweise voneinander abweichen und es auch auf lokaler Ebene in einigen Fällen spezielle Regelungen gibt“, sagt Deichmanns Pressesprecher Ulrich Effing.

Ein Teil der Geschäfte soll schrittweise ab Montag wieder eröffnen. bei Ernsting‘s Family ist es ähnlich. Weil im Laufe des Donnerstags erst auf Landesebene über die individuelle Auslegung der gestrigen Leitlinie entschieden wird, könne noch keine valide Aussage getroffen werden, heißt es aus der Pressestelle. „Wir werden auf unserem Online Shop www.ernstings-family.com einen Filialfinder installieren, über den man „seinen“ Standort recherchieren kann - bitte schauen Sie hier regelmäßig rein.“

Das Rad und Tat Fahrradgeschäft und E-Bike-Center öffnen ab Montag wieder. Aufgrund der Größe seiner Geschäfte sieht der geschäftsführende Gesellschafter Stefan Hübner keine Probleme beim Einhalten von 2-Meter-Abständen.

Das Rad und Tat Fahrradgeschäft und E-Bike-Center öffnen ab Montag wieder. Aufgrund der Größe seiner Geschäfte sieht der geschäftsführende Gesellschafter Stefan Hübner keine Probleme beim Einhalten von 2-Meter-Abständen. © Stefan Milk

  • Buchhandlungen

Das Team der Mayersche Buchhandlung rund um Leiterin Meike Westermann startet wieder am Montag in den Verkaufsalltag. „Wir freuen uns riesig, dass wir unsere Buchhandlungen nun wieder öffnen dürfen“, teilte am Donnerstag Unternehmenssprecherin Claudia Bachhausen-Dewart in Hagen mit. Der Einkauf vor Ort werde sich durch die bestehenden Kontaktbeschränkungen und Hygieneregeln wohl etwas anders als gewohnt anfühlen. „Wir werden der ungewohnten Situation mit einer umso herzlicheren Beratung durch unsere Buchhändlerinnen und Buchhändler begegnen.“ Die Buchhandlung an der Weststraße öffnet zunächst in der Kernzeit von 10 bis 17 Uhr. „Wir planen, abhängig von der weiteren Entwicklung, die schrittweise Rückkehr zum normalen Geschäftsbetrieb“, so Bachhausen-Dewart. Alle geforderten Hygiene-und Sicherheitsvorgaben sollen eingehalten werden: Kontrollierter Zugang in die Buchhandlung zum Beispiel durch die Verteilung von Einkaufskörben, Mindestabstand, Nießschutz-Scheiben, Desinfektion, Schutzmasken für Mitarbeiter und bargeldloses Bezahlen.
Die Öffnungszeiten der Buchhandlung Schulte an der Mittelstraße in Heeren-Werve orientieren sich ab Montag an dem eingeschränkten Service der letzten Wochen: Täglich von 10 bis 12 Uhr und 17 von 18 Uhr. In diesen Zeiten ist jetzt auch der Laden wieder geöffnet. Es darf aber immer nur eine Person hinein. Nach wie vor kann den ganzen Tag über Ware bestellt und dann an einem Tisch im Hof abgeholt werden. Vor dem Laden wird täglich von 10 bis 18 Uhr ein Tisch für aktuelle Zeitungen und Zeitschriften stehen. Hier können sich die Kunden selbst bedienen und das Geld in einen Kasten legen.

  • Optiker

Bei Optik Schulte an der Marktstraße 2 ändert sich zunächst nichts – das war zumindest am Donnerstagmittag noch der Stand. Es wird weiterhin zwischen 10 und 13 Uhr eine Notversorgung angeboten, erklärt ein Mitarbeiter. Es dürfe nur ein Kunde, eventuell mit Partner, das Geschäft betreten, der Abstand muss eingehalten werden. Viele Kunden nehmen das Angebot in Anspruch und lassen zum Beispiel ihre Brille richten, Bügel nachschrauben oder bestellen Kontaktlinsen.

„Ich starte mit vielen neuen Ideen.“
Galeristin Gaby Arnemann

Der Optiker Spanuth an der Weststraße 76 öffnet ab Montag wieder wie vor der Krise – also montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr sowie 14.30 bis 18.30 Uhr und samstags von 9 bis 13.30 Uhr. Bisher habe es eine Notversorgung von 10 bis 14 Uhr gegeben, erklärt Chef Werner Lammers. Die Regeln, die es während der Notversorgung gab, bleiben bestehen. Nur ein Kunde darf eventuell mit Partner das Geschäft betreten. Die Mitarbeiter tragen Visiere zum eigenen Schutz und zum Schutz der Kunden, die Hände können vor Ort desinfiziert werden und Kunden erhalten eine Schutzmaske.

Auch Optik Lethaus an der an der Robert-Koch-Straße 68 in Methler, hat bisher einen Notfallservice angeboten. Ab Dienstag soll wieder von 9 bis 12 Uhr geöffnet sein. Es bleibe aber dabei, dass sich die Kunden telefonisch unter Tel. (02307) 39690 anmelden müssen. „Wir können sonst nicht gewährleisten, dass der notwendige Abstand untereinander eingehalten wird“, begründet Heinz Lethaus. Zurzeit bemühe er sich noch um einige Schutzwände aus Plexiglas und hochwertige Gesichtsmasken, um bei der Bedienung größtmögliche Sicherheit bieten zu können. Nachmittags soll ab 28. April wieder geöffnet werden.

Das „Zentrum moderner Augenoptik“ an der Pröbstingstraße 23 in Heeren-Werve hatte bisher schon montags bis samstags von 10 bis 12 Uhr und von 15- bis 7 Uhr (außer Mittwoch und Samstag) geöffnet – allerdings mit deutlich reduziertem Personal, so dass nur in kleinem Rahmen Termine vergeben und abgearbeitet werden konnten. Ab Montag soll der Geschäftsbetrieb in den gleichen Geschäftszeiten wieder durch mehr Personaleinsatz erweitert werden, sagt Andrea Bücher. Die Eingangstür bleibt allerdings verschlossen. Kunden müssen klingeln – und können so einzeln eingelassen und bedient werden. Frank Bücher und seine Mitarbeiter tragen während der Bedienung Schutzmasken und Handschuhe. Die Waren und Geräte werden nach jedem Kundenkontakt desinfiziert.

  • Möbelhäuser

Auch das Möbelhaus Ikea könnte am Montag wieder öffnen. In der Pressekonferenz der Landesregierung hat Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, klar gestellt, dass in NRW die Sonderöffnungsrechte neben Buchläden und Autohäusern auch Möbelläden öffnen dürfen. Ikea wird am Montag aber noch nicht wieder öffnen, arbeitet erst an einem Konzept für die Einhaltung der Hygieneregeln.

Auch das Möbelhaus Ikea könnte am Montag wieder öffnen. In der Pressekonferenz der Landesregierung hat Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, klar gestellt, dass in NRW die Sonderöffnungsrechte neben Buchläden und Autohäusern auch Möbelläden öffnen dürfen.

Auch das Möbelhaus Ikea könnte am Montag wieder öffnen. In der Pressekonferenz der Landesregierung hat Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, klar gestellt, dass in NRW die Sonderöffnungsrechte neben Buchläden und Autohäusern auch Möbelläden öffnen dürfen. © Stefan Milk

Das Einrichtungshaus Specht an der Märkischen Straße in Heeren-Werve öffnet ab Montag das Haus zu den gewohnten Zeiten. Um die Auflagen zu erfüllen, wurde die zugängliche Ausstellungsfläche allerdings auf 800 Quadratmeter reduziert. „Statt 100 sind dann eben nur 25 Küchen zu sehen“, sagt Ralf Oelschläger-Specht. Die am Mittwoch beschlossene Auflockerung der Corona-Vorschriften bezeichnet er als sehr wichtigen und richtigen Schritt zur Wiederbelebung des Handels. Wirklich geruht hatte das Geschäft bei Specht auch in den vergangenen Tagen und Wochen nicht. „Wir haben die ganze Zeit Küchen ausgeliefert und montiert“, erklärt Oelschläger-Specht. Beratungs- und Verkaufsgespräche wurden dann telefonisch geführt. Jetzt könne der Service aber wieder entscheidend ergänzt werden.

  • Fachhandel

Elektro Brumberg wird am Montag in Kamen wieder öffnen, im Moment gehen die geschäftsführenden Gesellschafter Matthias und Andreas Brumberg davon aus, dass sie die Verkaufsfläche ihres Elektronikmarktes durch Teilsperrung auf 800 Quadratmeter reduzieren müssen. Das gegenüberliegende Geschäft für Haushaltsgeräte kann komplett öffnen. Öffnungszeiten von 9.30 Uhr bis 19 Uhr. Die inzwischen eingeübten Hygiene- und Abstandsregeln gelten natürlich. Ob der Hauptmarkt tatsächlich auch öffnen kann, war noch nicht abschließend geklärt. Minister Laumann hatte angegeben, dass Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche auch dann nicht öffnen dürfen, wenn sie Teilbereiche für die Kundschaft absperren.

Elektro Brumberg wird am Montag beide Geschäfte in Kamen wieder öffnen, im Moment gehen die geschäftsführenden Gesellschafter Matthias und Andreas Brumberg davon aus, dass sie die Verkaufsfläche ihres Elektronikmarktes durch Teilsperrung auf 800 Quadratmeter reduzieren müssen – letzte Sicherheit gab es am Donnerstag noch nicht.

Elektro Brumberg wird am Montag beide Geschäfte in Kamen wieder öffnen, im Moment gehen die geschäftsführenden Gesellschafter Matthias und Andreas Brumberg davon aus, dass sie die Verkaufsfläche ihres Elektronikmarktes durch Teilsperrung auf 800 Quadratmeter reduzieren müssen – letzte Sicherheit gab es am Donnerstag noch nicht. © Stefan Milk

Der Kaminofen-Fachhandel „Flammenträume“ im Gewerbegebiet Kamen Karree öffnet ab Montag wieder werktäglich von 10 bis 17 Uhr, allerdings mit der Bitte um voriger Terminabsprache unter Tel. (02307) 92480. „Wir wollen damit dafür sorgen, dass nicht mehr Kunden da sind, als unsere Berater bedienen können“, so Antje Boldt. Während das Geschäft am Ikea-Kreisel zuletzt geschlossen war, wurden telefonisch und per E-Mail Aufträge angenommen und abgearbeitet. „Das ist gut in Anspruch genommen worden. Unsere Monteure waren oft unterwegs“, so Boldt. Gute Nachricht für das Unternehmen, das gerade auf der Nachbarfläche im Interkommunalen Gewerbegebiet Unna-Kamen eine weitere Halle errichtet: „Wir leiden bisher nicht unter der Krise.“

Das Team des Kaminofen-Fachhandels „Flammenträume“, hier mit Altbürgermeister Hermann Hupe, öffnet für den Verkauf im Kamen Karree wieder am Montag.

Das Team des Kaminofen-Fachhandels „Flammenträume“, hier mit Altbürgermeister Hermann Hupe, öffnet für den Verkauf im Kamen Karree wieder am Montag. © Stefan Milk

Die Galerie „Zeitlos“ öffnet auch bereits am Montag, obwohl der Tag dort eigentlich ein Ruhetag ist. „Aber ich kann es nicht mehr abwarten, nach dem Zwangsurlaub wieder zu starten“, sagt Galeristin Gaby Arnemann. Geöffnet wird werktäglich von 10 bis 13 Uhr und 15 bis 18.30 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr. Arnemann, so sagt sie, habe die Zeit gut überstanden, weil sie keine großen Personalkosten zu stemmen hat. Einige Bestellungen, die während der angeordneten Schließung aufgelaufen sind, können nun ab kommender Woche abgeholt werden. „Die viereinhalb Wochen Ruhe haben mir gut getan, um neue Ideen zu entwickeln“, sagt Arnemann.

Galeristin Gaby Arnemann, hier mit Künstler Volker Kühn, freut sich auf den Neustart. Dafür macht sie die Galerie einen Tag eher auf als sonst.

Galeristin Gaby Arnemann, hier mit Künstler Volker Kühn, freut sich auf den Neustart. Dafür macht sie die Galerie einen Tag eher auf als sonst. © Marcel Drawe

Das Rad und Tat Fahrradgeschäft und E-Bike-Center öffnen wie zuvor von 9.30 bis 19 Uhr. Vermutlich werden sie einführen, dass pro Geschäft vier Kunden gleichzeitig eingelassen werden, bzw. pro Verkäufer ein Kunde. Aufgrund der Größe seiner Geschäfte sieht der geschäftsführende Gesellschafter Stefan Hübner keine Probleme beim Einhalten von 2-Meter-Abständen. Er und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen sich, wieder persönlich für die Kunden da zu sein: „Die letzten Wochen waren nicht einfach, der Andrang in der Werkstatt war groß. Wir merken einerseits, dass die Menschen ihr Fahrrad verstärkt in der Freizeit nutzen, weil sie im Moment viele andere Dinge nicht tun können. Andererseits ziehen in diesen Zeiten viele das Fahrrad als Verkehrsmittel dem ÖPNV und auch dem eigenen Auto vor. Wir sind hochmotiviert und freuen uns, ab Montag die Geschäfte wieder öffnen zu können.“

Das Rad und Tat Fahrradgeschäft und E-Bike-Center öffnen ab Montag wieder. Aufgrund der Größe seiner Geschäfte sieht der geschäftsführende Gesellschafter Stefan Hübner keine Probleme beim Einhalten von 2-Meter-Abständen.

Das Rad und Tat Fahrradgeschäft und E-Bike-Center öffnen ab Montag wieder. Aufgrund der Größe seiner Geschäfte sieht der geschäftsführende Gesellschafter Stefan Hübner keine Probleme beim Einhalten von 2-Meter-Abständen. © Stefan Milk

Die Wäscherei Heißmangel Stern an der Mittelstraße 22 in Heeren-Werve bleibt bis voraussichtlich 27. April geschlossen. Die Heißmangel hatte zwar auch in den vergangenen Wochen geöffnet bleiben können. Weil aber kaum noch Kunden kamen, hatte sich Inhaberin Antje Schmidt zur Schließung entschlossen. „Die Personalkosten konnten bei weitem nicht mehr gedeckt werden“, begründet sie und hofft nun darauf, dass bei etwas mehr Normalität im Alltag die Kunden wieder kommen. Dann soll wieder Dienstag bis Freitag von 10.30 bis 13 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag zusätzlich von 15 bis 18 Uhr geöffnet sein.

Die Goldschmiede Telgmann an der Weststraße benötigt bis Ende kommender Woche noch etwas Zeit, bis das Geschäft geöffnet wird. „Dann sind die Plexiglasscheiben da, um wieder vor Ort in den Verkauf zu gehen“, informiert Dorothee Telgmann. Maximal zwei Personen können sich dann nach Terminvereinbarung in der traditionsreichen Goldschmiede aufhalten. Erfolgreich sind die Schmuckhersteller durch Corona ins digitale Zeitalter gewechselt. Erstmals beraten sie über Video-Termine per Webcam, jüngst eine Kundin aus Frankfurt. „Das ist für uns neu, aber eine sehr erfolgsversprechende Ergänzung unseres Angebots“, so Telgmann.

Die Piano- und Flügel-Galerie Maiwald an der Herbert-Wehner-Straße öffnet ebenso am Montag. „Bei uns geht es auch wieder los, zu den normalen Geschäftszeiten in Kamen und Dortmund“, teilt André Maiwald mit. „Natürlich unter Einhaltung der notwendigen Hygienemaßnahmen“, wie es auf der Website heißt. Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr

und samstags von 9.30 bis 13 Uhr.

  • Autohäuser

Das „Mazda Autohaus W+K“ öffnet ab Montag wieder den „Verkauf in voller Stärke. Wir gehen wieder mit Optimismus an die Arbeit“, sagt Geschäftsführer Martin Tolkemit. Der Verkauf im Autohaus im Hemsack 1 läuft dann wieder werktäglich von 8 bis 18.30 Uhr, die Werkstatt, die auch bisher öffnen durfte, ist von 8 bis 17 Uhr besetzt. „Das wurde auch gut angenommen“, so Tolkemit. Während Wartung, Inspektion und Reparaturen zuverlässig erledigt wurden, kam der Autoverkauf vollständig zum Erliegen. Tolkemit: „Ein Auto will man ja auch anfassen können. Schön, dass es jetzt wieder losgeht!“

Eva Muermann, hier mit Oliver Dietz und Matthias Muermann, öffnet ihr Autohaus für den Verkauf wieder am Dienstag. Sie freut sich nach all den Einschränkungen der vergangenen Wochen auf den Neustart.

Eva Muermann, hier mit Oliver Dietz und Matthias Muermann, öffnet ihr Autohaus für den Verkauf wieder am Dienstag. Sie freut sich nach all den Einschränkungen der vergangenen Wochen auf den Neustart. © Stefan Milk

Im Autohaus Toyota Muermann am Schattweg gibt es einen Neustart für den Verkaufsbetrieb am Dienstag. Von 8.30 bis 17 Uhr sind dann die Verkaufsberater wieder im Einsatz. „Das war ja kein Zustand, richtig gruselig, alle Autos abgeschlossen und ein Absperrband quer durchs Haus“, seufzt Niederlassungsleiterin Eva Muermann, die sich jetzt freut, dass es wieder losgeht. Montags ist zurzeit noch Kurzarbeit in dem 15 Mitarbeiter starken Betrieb angesagt, eine Rückkehr zum Regelbetrieb wird schnellstmöglich angestrebt. Die Werkstatt hatte weiter geöffnet und war gut ausgelastet. Indes: Jene 15 Kunden, die jetzt ein Auto ausgeliefert bekommen sollten, müssen sich länger gedulden als geplant: „Einige Werke produzieren zurzeit nicht“, so Muermann.

Diese Auflistung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Einzelhändler können sich gerne via E-Mail an kamen@hellwegeranzeiger.de an die Redaktion wenden, wenn sie in der Liste aufgenommen werden möchten oder sich in der Zwischenzeit etwas verändert hat.
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