Dieb steckt kopfüber und bis zu den Schuhen im Altkleidercontainer

dzAmtsgericht Kamen

Ist jemand, der Stücke aus einem Altkleidercontainer nimmt, ein Dieb? Die Antwort lautet: Ja. Deshalb musste eine 38-Jährige auf der Anklagebank des Amtsgerichts Kamen Platz nehmen.

von Jana Peuckert

Kamen

, 10.06.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Kleidungsstücke, die in einen Altkleidercontainer gegeben werden, gehören dem Eigentümer der Container. Wer sich unbefugt daraus bedient, begeht Diebstahl und damit eine Straftat.

21-Jähriger soll Komplize gewesen sein

Die Staatsanwaltschaft warf im Kamener Amtsgericht einer 38-jährigen Frau vor, sich am 4. September vergangenen Jahres an einem Container in Kamen bedient zu haben. Dabei soll sie gemeinsame Sache mit einem 21-Jährigen gemacht haben. Laut Vorwurf war der junge Mann in den Container gekrabbelt und hatte Kleidungsstücke an die Angeklagte herausgegeben.

Mehrfache Mutter streitet alles ab

Im Gericht stritt die mehrfache Mutter alles ab. Sie sei vom Einkaufen gekommen. Am besagten Container hätte die Polizei gestanden und sie angesprochen, ob sie den 21-Jährigen kenne. Das verneinte die Frau. Aufgrund von Sprachschwierigkeiten – die Angeklagte ist rumänischer Herkunft – habe sie mit auf die Wache gemusst. „Ich habe nichts gestohlen. Ich habe noch nie etwas gestohlen“, erklärte die 38-Jährige in der Verhandlung.

Polizei fand Kleidung in der Tasche der Angeklagen

Gegen diese Aussage sprach jedoch, dass die Polizisten einige Kleidungsstücke, die offenbar aus dem Container stammten, in den Taschen der Frau entdeckt hatten. Ein Augenzeuge, der am Tattag die Polizei alarmiert hatte, gab im Gericht an, der junge Mann habe sich irgendwie in die Öffnung des Containers gequetscht und sei soweit darin verschwunden, dass nur noch seine Schuhe zu sehen waren. Die Angeklagte sei erst später dazu gekommen und habe sich die Kleidung angesehen, die der Mann wahllos aus dem Behältnis geworfen hatte.

Geldstrafe für 38-Jährige

Am Ende verurteilte der Richter die Angeklagte, deren vierköpfiger Familie im Monat etwa 1100 Euro zur Verfügung stehen, zu einer Geldstrafe von 225 Euro. „Kann ich das in Raten zahlen“, wollte die 38-Jährige am Schluss wissen.

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