Die Zeche öffnet wieder: Ideen für künftige Nutzung gesucht

dzBürger werden beteiligt

Wenn Monopol öffnete, strömten zu Hochzeiten über Tausend Bergleute dorthin. Das ist lange schon Geschichte. Jetzt wird die Zeche wieder Pilgerstätte: Als lebendes Denkmal mit neuer Zukunft.

Kamen

, 30.08.2019, 10:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wo früher das schwarze Gold, die Steinkohle, mit dröhnenden Maschinen abgebaut wurde, wird nun still und leise Monopol-Gold gefördert. Der Honig, den Imker Heinrich Behrens aus den Waben seiner Bienenvölker schleudert, ist Zeichen für einen Neubeginn auf dem Industriegelände, das mit seiner neuen Nutzung als Ort der Bergbaugeschichte bewahrt werden soll. Wie weit die Arbeiten dort fortgeschritten sind, zeigen jetzt die Mitglieder des Fördervereins Monopol um Ulrich Marc und Dieter Patzelt und Mitarbeiter der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur. Sie öffnen am Tag des Denkmals, Sonntag, 8. September, bei freiem Eintritt von 11 bis 17 Uhr die Tore zu der weitläufigen Anlage, auf der das markante Fördergerüst und das Fördermaschinenhaus steht. Im Fördermaschinenhaus ist unter anderem die wuchtige Treibscheibe zu sehen, die vom 4200 PS starken Motor angetrieben wurde, um den Korb des Fördergerüsts zu bewegen.

Die Zeche öffnet wieder: Ideen für künftige Nutzung gesucht

Auf dem ehemaligen Zechengelände wird jetzt „Monopol-Gold“ gefördert. Mit dem Verkauf des Honigs wird der Förderverein Monopol unterstützt. © Stefan Milk

Lehrbienenstand und Eltern-Kind-Schmiede

„Die Zeche Monopol hat die Stadt Kamen und ihre Einwohner über viele Jahre geprägt, und so ist das Fördergerüst Schacht Grillo heutzutage ein wichtiges Zeugnis der Bergbaugeschichte und damals wie heute ein Wahrzeichen der Stadt“, so Anna Gerhard von der Dortmunder Industriedenkmal-Stiftung. Sporadisch war das Gelände zu Veranstaltungen immer mal wieder geöffnet worden, nachdem sich der Förderverein schon seit vielen Jahren für den Erhalt der stadtprägenden Industrie-Architektur eingesetzt hatte. An dem Tag gibt es Führungen über die Anlage mit vielen Geschichten rund um die Anlage. Imker Heinrich Behrens informiert an seinem Lehrbienenstand und Familien dürfen sich an einer Eltern-Kind-Schmiede ausprobieren. Anmeldungen zu der gebührenpflichtigen Aktion unter der Email-Adresse foerderverein-monopol@gmx.de.

Die Zeche öffnet wieder: Ideen für künftige Nutzung gesucht

Das rostrote Fördergerüst ist neben dem Schiefen Turm der Ev. Gemeinde Kamen ein Wahrzeichen der Stadt Kamen. © Borys Sarad

Bürger können Anregungen zur Monopol-Nutzung geben

Besonders interessant aber dürfte der Stand sein, an dem Bürger ihre eigenen Ideen für die künftige Nutzung des Monopol-Außengeländes äußern dürfen. „Sie sind aufgefordert, ihre Ideen einzubringen“, so Gerhard. Vor Ort sind Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die diese Anregungen aufnehmen. Die Stadt, so Gerhard, möchte die Entwicklung des Geländes vorantreiben und dafür Sorge tragen, dass das Denkmal in sinnvoller und lebendiger Weise in die Stadtplanungen eingebunden wird. Auch der Förderverein hat schon erste Ideen umgesetzt und nutzt das Gelände als außerschulischen Lernort. Schülergruppen werden dabei über das Gelände geführt. Bisher ist eine intensive Nutzung nicht möglich, weil es beispielsweise noch keine sanitären Anlagen gibt und das Gesamtgelände noch besser gesichert werden muss.

Industriestandorte im Blick

Tag des offenen Denkmals

  • Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur bietet am diesjährigen Tag des offenen Denkmals an 13 ihrer insgesamt 14 Standorte die Möglichkeit, in vergangene Zeiten einzutauchen. Sie lädt zusammen mit den Partnern vor Ort, ehrenamtlichen Mitstreitern in Vereinen und Initiativen, zu Kurzführungen und Informationen über die Denkmale ein. Dabei geht es nicht nur um die Geschichte der Monumente, sondern auch um ihre Rolle in der Gegenwart und Zukunft.
  • Die Tore öffnen sich nicht nur in Kamen, sondern auch auf der Kokerei Hansa in Dortmund-Huckarde, auf der Zeche Gneisenau in Dortmund-Derne, auf der Zeche Prosper II in Bottrop, der Zeche Sterkrade in Oberhausen, auf der Zeche Consolidation in Gelsenkirchen, der Zeche Fürst Leopold in Dorsten, auf der Zeche Schlägel & Eisen in Herten, der Zeche Radbod in Hamm Bockum-Hövel, auf der Zeche Sophia-Jacoba in Hückelhoven, auf der Zeche Pattberg in Moers –Repelen, am Ahe-Hammer in Herscheid sowie am Pumpspeicherkraftwerk Koepchenwerk in Herdecke.

Monopol-Turm geradezu ein Youngster

Im Vergleich zu anderen Fördergerüsten im Ruhrgebiet, die ebenso denkmalgeschützt sind, sei der Monopol-Turm geradezu ein Youngster, wie Gerhard erläutert. Aber es zähle zu den wenigen, noch gut erhaltenen Beispielen seiner Art. Zugeordnet wird es den zweigeschossigen, mit zwei übereinanderliegenden Seilscheibenbühnen ausgestatteten Einstrebengerüsten in geschweißter Kastenbauweise. Die Elektrofördermaschine, die im benachbarten Fördermaschinenhaus steht, stammt aus dem Jahr 1966. Das Haus, so die Vorstellung, soll nach einer Sanierung als kleiner Veranstaltungsort genutzt werden - beispielsweise für Empfänge oder Trauungen.

An dem Tag des offenen Denkmals öffnen im Übrigen bundesweit historische Bauten und Stätten ihre Türen und Tore.

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