Die unüberwindbare Treppe: Jetzt muss eine Rampe her

dzFür Barrierefreiheit auf dem Kupferberg

Sieben Stufen zwischen Kupferbergsiedlung und Münsterstraße werden zum Problem für Ältere. Ein Anwohner setzt sich dafür ein, dass eine Rampe gebaut wird, die für Barrierefreiheit sorgt.

Kamen

, 19.07.2019, 15:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Treppe, die das Wohngebiet Kupferberg mit der Münsterstraße verbindet, hat nur sieben Stufen. Doch für manche ist sie unüberwindbar. Oder wird, wenn man das so sagen kann, immer unüberwindbarer. „Es gibt immer mehr ältere Menschen in unserem Wohnquartier, die diese Treppe nicht mehr gehen können“, verweist Anwohner Karl-Adolf Schneider auf die steigende Zahl von gehbehinderten Menschen. Der 79-Jährige, der in wenigen Wochen 80 wird und noch gut zu Fuß ist, setzt sich nun als Vorstandsmitglied der Siedlergemeinschaft Kamen-Nord dafür ein, dass die Treppe ersetzt wird durch eine Rampe. Dafür sprach er jüngst in der Einwohnerfragestunde der Ratssitzung vor.

Zugang zur Buslinie „R13“ Richtung Bahnhof

Jetzt, einige Tage später, steht er vor der Treppe, die das Ende eines Fußweges aus der Kupferberg-Siedlung bildet. Der grüne Lack des Geländers ist kaum noch sichtbar, so stark ist er abgeplatzt, die Betonstufen wirken sauber, nur aus wenigen Ritzen wächst Löwenzahn. Rechts und links wuchern ungezügelt Brombeeren und anderlei Blattgekräus, Eiben und andere Bäume bilden einen grünen Rahmen für den Quartiersausgang, der zur VKU-Bushaltestelle „Kupferbergsiedlung“ führt, wenn man rechts den Bürgersteig noch 50 Meter weiter geht. Dort bremst die Linie „R13“ stündlich zwei Mal an - wochentags geht es zwischen 5.41 Uhr und 21.43 Uhr Richtung Alter Markt und Bahnhof Kamen. „Viele nutzen diese Buslinie, um schnell in die Stadt zu kommen“, berichtet Schneider, der vor einigen Jahren Fraktionsmitglied der CDU im Stadtrat war.

Hoffnung auf rasche Lösung

„Natürlich ist es auch für jüngere Menschen, die mit Kinderwagen unterwegs sind, schwierig“, sagt Schneider, der sich jetzt parteiübergreifend als Anwohner für die dortigen Siedler einsetzt und hofft, dass es eine rasche Möglichkeit gibt, für Barrierefreiheit zu sorgen. „Die Treppe muss weg“, sagt er. Ihm schwebt vor, eine Rampe zu bauen, die aus Platzgründen mit einer Rechtskurve auf den Bürgersteig einschwenken könnte. Er hat sich auch bereits nach den Eigentumsverhältnissen erkundigt. Während der Bereich der Treppe in städtischer Hand ist, sind die Randstreifen in Obhut des Landesbauamts „Straßen.NRW“. „Eine solche Rampe dürfte kein Problem sein und ist auch kein Riesenaufwand“, sagt er.

Umwege für jene, die keine Stufen gehen können

Bis etwa vor einem Jahr hatte es auch eine barrierefreie Alternative zur Treppe gegeben. Oben, direkt vor der ersten Stufe, zweigt ein Weg ab, der parallel zur Münsterstraße verläuft und am Radweg Eilater Weg endet. Doch der Weg ist in privater Hand und die Anwohner sperrten ihn völlig legitim aus versicherungstechnischen Gründen. Seitdem, so Schneider, müssten all jene, die die Treppe nicht mehr gehen könnten, große Umwege, beispielsweise über die Querstraße, in Kauf nehmen. Das sind mehrere hundert Meter zusätzlich.

Häuser auf dem Kupferberg entstanden ab 1954

Die ersten Häuser des nördlichen Quartiers sind in den 30er-Jahren entstanden, die Häuser direkt auf dem Kupferberg sind ab 1954 gebaut worden. Etwa 200 Mitglieder zählte die dortige Siedlergemeinschaft in ihren Hochzeiten - aktuell sind es immer noch beachtliche 180. Karl-Adolf Schneider hat die Entwicklung dort seit 55 Jahren miterlebt - 1964 zog er in das lebenswerte Wohngebiet, das nördlich von Feldern begrenzt wird und südlich von der A2. „Ja, wir sind alle älter geworden. Und deswegen hätten wir auch nichts davon, wenn daran jetzt drei Jahre lang geplant werden muss.“

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