Die Sternsinger sind unterwegs, singen und segnen Häuser - aber sie kommen nicht zu jedem

dzSternsinger in Kamen

Alle Jahre wieder segnen die Sternsinger die Häuser der Kamener. Marie, Lilith, Tyler, Sophia und Leticia sind fünf von ihnen. Welche Häuser sie besuchen, ist genau festgelegt.

von Tom Schneider

Kamen, Methler

, 04.01.2020, 17:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Marie, Lilith, Tyler, Sophia und Leticia sind am Samstagmorgen in Kamen unterwegs. Die fünf Kinder haben einen Auftrag. Sie gehen von Haus zu Haus, klingeln, singen den Bewohnern ein Lied und überbringen ihnen den Segen Gottes: Die Sternsinger sind auch in Kamen wieder unterwegs.

Rund 800 Haushalte besuchen die als Heilige Drei Könige verkleideten mit ihren funkelnden Kronen und königlichen Gewändern. 52 Kinder aufgeteilt in 16 Gruppen sind in diesem Jahr an der Aktion beteiligt.

Die Sternsinger sind unterwegs, singen und segnen Häuser - aber sie kommen nicht zu jedem

Leticia zeigt die Aufkleber mit dem Segen, den die Sternsinger an die Häuser kleben. © Stefan Milk

Im Kamener Süden beginnen Marie, Lilith, Tyler, Sophia und Leticia ihrer Runde. Das Sternsingen ist für die Gruppe eine eingespielte Sache. Es ist nicht ihr erstes Jahr als Sternsinger. Sie singen das Lied „Stern über Bethlehem".

Es passt zur Rolle von Caspar, Melchior und Balthasar, auch wenn die Kinder in größerer Zahl als ihre biblischen Vorbilder durch die Gegend ziehen. Mit dem bekannten Kreidezeichen "20*C+M+B+20" brachten sie den Segen "Christus segne dieses Haus".

Die Sternsinger sind unterwegs, singen und segnen Häuser - aber sie kommen nicht zu jedem

Manche, die von ihnen besucht werden, machen sogar ein Foto von den Sternsingern. © Stefan Milk

Geldspende und eine süße Belohnung für die Kinder

Zur Belohnung gibt es von den Bewohnern eine kleine Geldspende für einen guten Zweck und eine kleine Spende an die Kinder in Form von süßen Leckereien.

Die Spenden kommen in diesem Jahr Bildungsangeboten und Verpflegung für arme Kinder in der albanischen Stadt Shkoder zugute.

Der Einsatz der Sternsinger begann morgens mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche Heilige Familie in der Stadtmitte und einem Aussendungsgottesdienst in der St. Marien Kirche in Methler. Auch die fünf Sternsinger bereiteten sich hier auf ihre Aktion vor.

Die Sternsinger sind unterwegs, singen und segnen Häuser - aber sie kommen nicht zu jedem

Pfarrer Meinolf Wacker gibt den Sternsingern noch Tipps © Stefan Milk

Von Pfarrer Meinolf Wacker erhielten sie den Segen Gottes, den sie im Anschluss an die Kamener Bürgerinnen und Bürger weitertragen.

Viele Kamener freuen sich über den Segen zum neuen Jahr. „Es ist nicht selbstverständlich, dass das gemacht wird", kommentiert einer die Aktion. „Ich finde es sehr wichtig, dass sich Kinder so engagieren und die Tradition der heiligen drei Könige fortzuführen", meint Hedda Döring.

Viele freuen sich auf den Besuch der Sternsinger

Wie viele andere zelebriert sie den Brauch der Sternsinger schon lange. „Meine Kinder waren auch Sternsinger", berichtet sie. An ihrem Türrahmen kleben viele Aufkleber mit dem Segen, ein Zeichen für einen lebendigen Brauch. Die besondere Sammlung an Kreidezeichen geht zurück bis ins Jahr 2005. Da waren selbst die Sternsinger begeistert.

Allerdings segnen sie nicht jedes Haus. Eine A4-Seite voller Adressen arbeitet die Sternsingergruppe am Samstag ab. Alle diese Haushalte stehen auf einer Liste des katholischen Pastoralverbundes Kamen-Kaiserau. Wer auch in den letzten Jahren von den Sternsingern besucht wurde, dem statten sie auch in diesem Jahr wieder einen Besuch ab. Wer sich wundert, warum das eigene Heim niemals von den bunt-kostümierten Kindern gesegnet wurde, der muss sich auf der Liste eintragen lassen.

Die Sternsinger sind unterwegs, singen und segnen Häuser - aber sie kommen nicht zu jedem

So viele Sternsinger hat die Gemeinde Heilige Familie losgeschickt. Sie sammeln Geld für einen guten Zweck. © Stefan Milk

Gemeindereferentin Katharina Levenig betont: „Egal ob katholisch, evangelisch oder muslimisch, die Sternsinger besuchen jeden."

Auf die Frage warum sie Sternsinger sind, wissen die Kinder schnell eine Antwort: „Wegen der Süßigkeiten!" Natürlich ist das den Kindern wichtig, aber es ist nicht die ganze Wahrheit. „Es macht einfach Spaß und man kann dadurch anderen Menschen helfen", meint einer der drei Könige. Außerdem kennen sie sich, die Kinder sind untereinander befreundet. Dann macht es noch extra Spaß.

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