Die Stärken und Schwächen des neuen Sesekeparks

dzEin Rundgang durch den neuen Park

Bei einem Spaziergang wird deutlich, wie sehr die neue Freizeit-Oase die Innenstadt aufwertet. An einigen Stellen gibt es Verbesserungsbedarf, beispielsweise an den Sitzstufen aus Beton.

Kamen

, 10.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Kein Zweifel. Der Sesekepark ist eine Bereicherung für die Stadt. Wer den Park selbst an derzeit trüben Dezember-Tagen besucht, findet dort immer lebhaftes Treiben. Doch es gibt auch Schwachpunkte, die bei einem Spaziergang mit Anwohner Klaus Holzer, bekannt als Gästeführer und Ortshistoriker, sichtbar werden. „Der Sesekepark ist eine tolle Sache. Kamen hat gewonnen dadurch. Aber alles kann verbessert werden“, sagt er und betont, dass er mit kritischen Anmerkungen den Park keineswegs schlechtreden möchte. Er hat den Park auf Praxistauglichkeit untersucht und einige Stärken und Schwächen ausgemacht.

Die Stärken und Schwächen des neuen Sesekeparks

Kritisch: Die Freitreppe, die mit einem Geländer ausgestattet ist, ist die einzige im Park, die eine derartige Festhaltemöglichkeit hat. © Marcel Drawe

Die Freitreppen: Die weißen Betonstufen führen hinab zur Seseke und sollen das Wasser für Besucher erlebbar machen, indem sie ganz nah herantreten können. Allerdings ist nur eine dieser Treppen mit Geländer und Handlauf ausgestattet. „Wie sollen alte Leute dort hinunter gehen?“, fragt Holzer. Jeweils nur die erste Stufe sei mit einer schwarzen Markierung versehen, um ein Stolpern zu verhindern. „Danach gibt es keine Markierungen mehr. Das kann ein Problem sein.“ Die Geländer an den Treppen, so Holzer, sollten Standard sein.

Die Stärken und Schwächen des neuen Sesekeparks

Kritisch: Zwischen Sesekepark und der Rampe zur Hochstraße hat sich ein matschiger Schleichweg gebildet, der zum Radweg auf der anderen Straßenseite führt. © Marcel Drawe

Ein Schleichweg: Zwischen Sesekepark und der Rampe zur Hochstraße hat sich im Eingangsbereich des Parks ein matschiger Schleichweg gebildet, quer hinweg über den Grünstreifen. Der Pfad führt zum Radweg auf der anderen Straßenseite der Hochstraßen-Auffahrt. „Man sieht vom Park aus das Radwegschild. Deswegen ist es fast logisch, dass über den Grünstreifen abgekürzt wird“, sagt Holzer. Die Abkürzung sei weder verkehrssicher, weil sie sehr rutschig sei, noch besonders ansehnlich, weil sich nun ein Streifen aus Schlamm durch das Grün schneide.

Die Stärken und Schwächen des neuen Sesekeparks

Vorbildlich und kritisch: Sitzauflagen mit Rückenlehne auf den Sitzelementen aus Beton. Die Sitzauflagen gibt es nur im Bereich an den Hochstraßen-Stützen. © Marcel Drawe

Die Sitzstufen aus Beton: Die weißen Betonblöcke bietet überall im Park Möglichkeiten, sich hinzusetzen und den Blick auf Fluss, Stadtsilhouette und die unterschiedlichen Spielgeräte ruhen zu lassen – wie die Kletter-Fischreuse oder das Mehrgenerationenband. Nachteil: Nur wenige der länglich geformten Sitzbereiche haben Auflagen aus dem wetterbeständigen Kunststoff, dem sogenannten „High-Pressure-Laminate“ (HPL). Dieser Stoff besteht aus mehreren Schichten Papier mit Kunstharzbeschichtung, die unter hohem Druck zusammengefügt wurden. Das Material soll auch feuerfest und unempfindlich für Graffiti sein und hat überdies eine ansprechende Optik. Kritikpunkt: Die Auflagen gibt es nur an sehr wenigen Stellen im Park, eine Rückenlehne nur im Bereich an den Hochstraßen-Pfeilern. „Das ist viel zu wenig“, kommentiert Holzer. „Und ohne Auflage setzt sich doch niemand auf die kalten Betonsockel. So etwas anzubieten, ist eine Frechheit.“

Die Stärken und Schwächen des neuen Sesekeparks

Vorbildlich: Das Klettergerüst in Form einer Fischreuse bietet Kindern zahlreiche Möglichkeiten, sich auszutoben. Das Spielgerät ist das Markenzeichen des Sesekeparks. © Marcel Drawe

Der Eingangsbereich: Ein lang gezogener Gitterzaun weist den Weg von der Maibrücke in den Sesekepark und bietet Schutz an dem stark abfallenden Gelände. Dennoch wirkt der Zaun sehr wuchtig und ist optisch kein Glanzlicht. Wildplakatierer waren bereits am Werk, die den Zaun als eine Art Litfaßsäule missbraucht haben. Auf der anderen Seite des Weges gibt es keine schützende Trennung zur Hochstraßen-Rampe. „Es wäre besser, hier eine Hecke oder Büsche zu pflanzen. Spielende Kinder könnten versehentlich auf die Straße geraten“, so Holzers Befürchtung.

Der Radweg: Der Radweg, der durch den Sesekepark führt, ist asphaltiert und bildet einen komfortablen Abschnitt auf dem Sesekeweg zwischen Bönen und Lünen. Radfahrer zieht es am Ende des Parks, schon fast unter der Hochstraße, nach rechts zum Ufer statt weiter geradeaus in den Schwarzen Weg. Sie stoßen dann erst später auf das blaue Fußgänger-Schild, das das Fahrradfahren verbietet. „Wer bis dorthin geradelt ist, fährt aber nicht zurück. Und es steigt auch niemand ab, sondern man fährt einfach weiter“, so Holzers Beobachtung. Als sollten seine Worte Bestätigung finden, kommt ein Radfahrer des Weges, biegt rechts ab und erreicht das blaue Fußgänger-Schild. Und tatsächlich. Ohne abzusteigen, radelt er auf dem Fußgängerweg weiter.

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