Die schwierige Aufklärung nach einem Überfall

dzNächtlicher Angriff

Der leugnende Angeklagte, ein Opfer ohne Detailwissen und der stille Hauptbelastungszeuge: Der Prozess um einen Überfall in Kamen stellte die Geduld aller Beteiligten auf eine harte Probe.

11.12.2018, 18:52 Uhr / Lesedauer: 1 min

Dieses Verfahren hatte es in sich. Gleich zu Beginn der Verhandlung im November beteuerte der 33-jährige Kamener, mit dem Vorfall, der sich in den frühen Morgenstunden des 31. Dezember 2016 im Bereich der Friedrich-Ebert-Schule ereignete, nichts zu tun zu haben. Er sei weder an Schlägen und Tritten noch an dem Raub von Geld, iPhone und E-Zigarette beteiligt gewesen. Vielmehr sei sofort „abgehauen“, als er gesehen habe, wie sein gesondert verfolgter Begleiter den Bekannten attackiert habe.

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Der Geschädigte, der an dem Silvestermorgen unter anderem Frakturen des Nasenbeins und eines Fingers erlitt, wurde in den Zeugenstand gerufen. Zwar bestätigte er den Überfall, doch sicher sagen, ob der Angeklagte nun beteiligt war, konnte er nicht. Denn im Moment der Attacke war er, nachvollziehbarer Weise, damit befasst, sich vor den Angriffen zu schützen.

Nun sollte der gesondert verfolgte Begleiter Licht ins Dunkel bringen. Allerdings erschien er weder am ersten noch am zweiten Prozesstag am Amtsgericht Unna. Erst zum dritten Termin tauchte der 30-Jährige auf und versicherte, Ladungen nicht erhalten zu haben. Doch Aufklärung konnte von ihm, der den Kamener in seinem eigenen Prozess noch schwer belastete, nicht erwartet werden. Da sein Verfahren noch nicht rechtskräftig abgeschlossen ist, machte er von seinem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern. Unter den Umständen wurde der Kamener freigesprochen. Jedoch wurde Richter Jörg Hüchtmann deutlich: „Wir sprechen Sie jetzt frei, aber machen Sie so etwas nicht noch einmal.“

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