Die Probleme der L821 in Methler: Fehlende Parkplätze, Zebrastreifen und Radwege

dzNeue Bestandsaufnahme

Ungewöhnliche Allianz für die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt in Methler: Ein GAL/Linke- und ein CDU-Politiker listen in einer Bestandsaufnahme mutmaßliche Mängel entlang der L821 auf.

Kamen, Methler

, 22.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Linke ist für einige CDU-Politiker ein rotes Tuch, eine Zusammenarbeit mit der sogenannten SED-Nachfolgepartei verpönt. Das ging in Kamen einmal so weit, dass CDU-Fraktionschef Ralf Eisenhardt keinen gemeinsamen Antrag mehrerer Ratsfraktionen unterstützen wollte, als klar wurde, dass auch die Linke/GAL-Fraktion ihn mit unterzeichnet hatte.

Ein Beispiel aus Methler zeigt nun, dass es auf Ortsteil-Ebene keine Berührungsängste gibt. Die Ratsherren Gunther Heuchel (parteilos; Linke/GAL-Fraktion) und Karsten Diederichs-Späh (CDU) haben ein Verkehrsthema gemeinsam entdeckt: die Sicherheit auf der L821 als Methleraner Ortsdurchfahrt. In einer gemeinsamen Erklärung prangern sie mutmaßliche Mängel an vier zugehörigen Straßen an.

Parkplätze, Radwege und Querungshilfen

Es geht Diederichs-Späh und Heuchel unter anderem um Parkplätze, Radwege und Querungshilfen. Sie beziehen sich mit ihrer Erklärung auf Empfehlungen von Verkehrsplanern für die Robert-Koch-Straße, die in einer neuen Stufe des sogenannten Lärmaktionsplans erwähnt ist. Der Abschnitt zwischen Einsteinstraße und Kurze Straße soll laut Lärmaktionsplan in Zukunft neu aufgeteilt werden, sodass es mehr Raum für Fahrradfahrer gibt und weniger für Autos.

Methler und die L821

Eine Landstraße, vier Namen

  • Die Landstraße 821 führt durch den Kamener Stadtteil Methler: beginnend in Wasserkurl als Massener Straße, weiter als Wasserkurler Straße und dann in Westick und Kaiserau als Robert-Koch-Straße und in Alt-Methler als Lindenallee.
  • Täglich fahren zwischen 7800 Fahrzeuge (Abschnitt Schimmelstraße bis Westicker Straße) und 9300 Fahrzeuge (Bereich Wasserkurler Straße). Das geht laut einer Mitteilung der Ratspolitiker Gunther Heuchel und Karsten Diederichs-Späh aus einer Verkehrszählung im Jahr 2015 hervor.

Unübersichtliche Querung für Radler in Wasserkurl

In Wasserkurl wird laut CDU-Politiker Diederichs-Späh immer wieder beklagt, dass Fahrzeuge aus Massen und Afferde zu schnell in den Ort hineinfahren. Noch nicht umgesetzt sei ein Antrag aus dem Planungs- und Straßenverkehrsausschuss, mehr Sicherheit für die querenden Radfahrer auf dem Körneradweg zu schaffen.

Parkplätze auf Robert-Koch-Straße knapp

Für die Einmündung Telgei/Schimmelstraße mit zwei Bushaltestellen und einer „insgesamt sehr unübersichtlichen Straßensituation“ fordert das Duo eine umfassende Lösung für die Parkplatz-Problematik. „Gerade in diesem Bereich wird auch die Führung der Radverkehre als sehr kritisch angesehen“, lässt sich Heuchel in der Erklärung zitieren.

Parkstreifen fehlen aus Sicht der Methleraner Ratsmitglieder auf der Robert-Koch-Straße. Parkende Autos am Fahrbahnrand engen die Durchfahrt ein. Eine Querungshilfe in Höhe der Mozartstraße sei schon seit Jahren im Gespräch. Der Umbau der Kreuzung Robert-Koch-/Lortzing-/Einsteinstraße in einen Kreisverkehr sei als Prüfauftrag erst im vorigen Jahr Thema eines weiteren Antrages im Ausschuss gewesen.

Fehlende Querungshilfen „ein Armutszeugnis“

Nicht nur aus Sicht von Autofahrern, sondern auch aus Sicht von Fußgängern und Radlern haben die beiden Ratspolitiker die L821 betrachtet. Nicht markierte Querungshilfen gebe es nur am Paul-Gerhardt-Haus und in Höhe der Einmündung Schimmelstraße, Fußgängerübergänge mit Zebrastreifen nur am Kreisverkehr Germaniastraße. Dazu komme noch eine Bedarfsampel in Höhe des Restaurants In der Kaiserau. „Für Sehbehinderte gibt es im gesamten Straßenverlauf überhaupt keine Querungsunterstützung“, so Heuchel. Die Situation ist „für ein Mitglied der AG fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, der Kamen angehört, ein Armutszeugnis.“

An der Lindenallee fehlt laut der Erklärung mindestens ein sicherer Radweg, wobei besonders bis zum Kreisverkehr mit der Westicker Straße bereichsweise ein erheblicher Parkdruck bestehe. Nördlich des Kreisverkehrs beeinträchtige starker LKW-Verkehr die Wohnqualität erheblich.

Die Kamener Stadtverwaltung bzw. der Landesbetrieb Straßen NRW sind für die genannten Straßen zuständig. Ein aktueller Zwischenstand bei den angesprochenen Planungen ist nicht bekannt.

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