Die Metall-Künstler wissen auch das Fachwerk zu schätzen

dzOffener Ateliers

Funken fliegen, Stahl und Holz werden zu unnachahmlichen Einzelstücken. In der Werkstatt von Christian Chytralla entstehen Kunstwerke und funktionelle Bauelemente.

von Niklas Mallitzky

Kamen

, 01.06.2019 / Lesedauer: 3 min

In der Werkstatt von Christian Chytralla riecht es nach geschmolzenem Stahl, zu seinen Werkzeugen gehören große, industrielle Maschinen. Kein Wunder, denn der Künstler ist Metallbaumeister und Schweißfachmann. In seinem Betrieb „Metallbau Steelvoll“ an der Konrad-Zuse-Straße entstehen kleine und große Kunstwerke. Chytralla gehört zu den Künstlern, die für die Aktion „Offene Ateliers - Kunst erleben in Kamen“ am 1.und 2. Juni ihre Ateliers für Besucher öffnen.

Der Unterbau des Tisches erinnert an einen Förderturm

Während der zwei Tage, an denen das Atelier und die Werkstatt von Chytralla für Besucher offen stehen, ruht hier keineswegs die Arbeit. Kim Alexander Delmonte ist 26 Jahre alt, Phi Nquyen 24 Jahre alt. Die beiden Mitarbeiter von Chytralla arbeiten gerade an einem Untergestell aus Stahl für einen ganz besonderen Tisch, der Chef ist an diesem Wochenende nicht selbst vor Ort. „Dieser Unterbau erhält eine Optik, die einem Förderturm ähnelt“, erklärt Delmonte. „Die Holzplatte haben wir auch schon dafür,die besteht aus altem Fachwerkholz.“


Balken aus alten Fachwerkhäusern

Einen ähnlichen Tisch haben Chytralla und seine Mitarbeiter bereits fertiggestellt, nun steht das schwere Stück in der Werkstatt und kann von den Besuchern bewundert werden. Die dicke Holzplatte, auch in diesem Fall aus altem Fachwerkholz, in der Mitte der Länge nach mit einem Stück Edelstahl getrennt. Die Bänke um den Tisch herum sind ebenfalls aus dicken Balken aus alten Fachwerkhäusern gefertigt. „Diese Arbeiten erledigen wir alle hier“, so Delmonte. „Wir arbeiten also nicht ausschließlich mit Metall sondern ganz unterschiedlichen Werkstoffen.“

Die Metall-Künstler wissen auch das Fachwerk zu schätzen

Thi Nguyen und Kim Alexander Delmonte präsentieren die Arbeiten bei „Metallbau Steelvoll“. © Borys Sarad


Kunst als Auftragswerke

Die Kunstobjekte seien heute fast ausschließlich Auftragsarbeiten, fährt Delmonte fort. Erst kürzlich hätten sie für die Stadt die Silhouette von Kamen als Wandarbeit umgesetzt. Eine Arbeit, auf die er selbst sehr stolz sei, verrät er: „Da habe ich viel dran mitgearbeitet.“ Auch das Wappen der Stadt setzten Chytralla und seine Mitarbeiter aus Edelstahl um. Die Besonderheit dabei: Die verschiedenen Colorierungen des Metalls sind nicht aufgemalt, sondern mit verschiedenen Schlifftechniken entstanden.

Die Pyramieden aus Methler stammen aus der Werkstatt

Vor allem Bewohnern in Methler dürfte eine Arbeit Chytrallas besonders bekannt sein. Die massive Edelstahlkonstruktion, bestehend aus vier stählernen Pyramiden, ziert den Kreisverkehr an der Robert-Koch-Straße. Der Übergang aus Kunst und funktionellen Stücken ist bei Chytralla fließend, denn auch den Treppen und Balkone, die der Metallbaumeister fertigt, kann man ein künstlerisches Element nicht absprechen.

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