Nach dem Umzug zur Bergstraße hat die VHS durch das großzügige Haus neue Möglichkeiten, die jetzt ausgeschöpft werden. Ein Vortrag lockte sogar mehr Interessenten, als Plätze vorhanden waren.

Kamen

, 20.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

„Die Leute scheinen sich hier wohl zu fühlen!“ VHS-Leiter Dr. Thomas Freiberger zieht Zwischenbilanz nach den ersten vier Monaten am neuen Standort. Seitdem die Volkshochschule Kamen-Bönen zur Bergstraße in Heeren-Werve gezogen ist, bleibt der durch den Standortwechsel befürchtete Rückgang an Teilnehmern aus.

Im Gegenteil: Das Interesse an dem neuen „Haus der Bildung“ mit vielfach mehr Möglichkeiten wächst.

Das erste Semester dieses Jahres, das am 17. Februar startet, soll diese Entwicklung bestätigen. Das neue Programm ist abrufbar unter der Webadresse „www.vhs-kamen-boenen.de/service/home.html“.

Etwa 140 Kursleiter stehen in den Startlöchern, um ein Paket von ca. 200 Kursen und vielen zusätzlichen Einzelveranstaltungen in dem rundum sanierten Gebäude auszupacken - nach und nach bis Juni. Auch Katrin Hägerling, Pädagogische Mitarbeiterin der VHS, spürt das wachsende Interesse. „Es zeigt, dass wir mit der Neuausrichtung nicht ganz falsch liegen.“

„Die Leute scheinen sich hier wohl zu fühlen!“ VHS steigert erstmals wieder die Teilnehmerzahl

Die Naturfreunde Kamen nutzten jetzt erstmals die gut ausgestatteten Werkräume der neuen Volkshochschule, um Sägearbeiten zu vollenden und neue Nistkästen zu bauen. Praktisch sind die Steckdosenwürfel, die von der Decke hängen und Kabelsalat verhindern. © Stefan Milk

Teilnehmersteigerung nach Jahren des Rückgangs

Die Zahl von 5700 Teilnehmern in Kursen und Einzelveranstaltungen ist im jüngsten Jahresbericht der VHS nachzulesen, erstmals eine Steigerung nach Jahren des Rückgangs. In Spitzenzeiten vor mehr als zehn Jahren lag die Teilnehmerzahl bei etwa 9000. „Das werden wir so schnell nicht wieder erreichen, aber wir streben an, wieder über 6000 zu kommen“, so VHS-Leiter Freiberger, der das Amt im Februar 2017 von Manfred von Horadam übernommen hat.

Das frisch sanierte Gebäude, in dem früher die Käthe-Kollwitz-Schule untergebracht war, gibt guten Anlass zu jener Hoffnung, dass das gelingen kann. „Man muss sich zwar erst an die Größe gewöhnen. Aber es ist ein Riesenspaß, sich auszudenken, was man hier alles machen kann“, so Freiberger. „Es gibt keinen richtigen Nachteil angesichts so vieler Verbesserungen. Ein kleiner wäre: Man liegt nicht mehr im Zentrum, sondern an der Peripherie.“

„Die Leute scheinen sich hier wohl zu fühlen!“ VHS steigert erstmals wieder die Teilnehmerzahl

Katrin Hägerling (l.) löste jüngst Karin Schwerdtfeger als Pädagogische Leiterin ab. Im neuen Haus gibt es nun mehr Möglichkeiten als im alten Haus am Geist, wo dieses Bild noch aufgenommen wurde. © Stefan Milk / Archiv

Busverbindung halbstündlich mit der C23

Was zum Nachteil jener Nutzer geworden ist, die die VHS am alten Standort am Geist gut zu Fuß erreichen konnten, ist zum Vorteil jener geworden, die bisher mit dem Auto kamen und innerstädtisch einen Parkplatz finden mussten.

Etwa 40 kostenlose Parkplätze, die über die Bergstraße zu erreichen sind, stehen hinter dem Haus zur Verfügung. Zudem ist die Busverbindung im Winterfahrplan verbessert worden. Mit der C23 geht es von Kamen nach Heeren und zurück - jeweils halbstündig. „Die Haltestelle ist jetzt auch in VHS umbenannt worden“, so Freiberger.

Weil die Abfahrtzeiten kurz nach dem Ende der Veranstaltungen zur halben oder vollen Stunde liegen (werktäglich bis 21.33 Uhr) haben sich die Kursleiter darauf eingestellt und beenden ihren Unterricht rechtzeitig. Dienstagabends werden keine Einzelveranstaltungen angesetzt, weil das Kursaufkommen sehr hoch ist und kein unnötiges Parkchaos erzeugt werden soll.

Die letzten Arbeiten an der Infrastruktur stehen noch aus: Die Parkplätze hinter dem Haus werden noch ausgezeichnet, eine Fahrradabstellanlage installiert und eine behindertengerechte Rampe gebaut.

In Bönen wird zurzeit zudem die Alten Mühle mit großen Aufwand, wohl auch zeitlich, saniert. Einige Kurse sind deswegen nach Heeren verlegt worden.

„Die Leute scheinen sich hier wohl zu fühlen!“ VHS steigert erstmals wieder die Teilnehmerzahl

Die Cafeteria ist Treffpunkt vor und nach den Kursen. Sie wird künftig auch für öffentliche Veranstaltungen genutzt. © Stefan Milk

Zu viele Besucher beim naturkundlichen Vortrag

Handfestes Beispiel dafür, dass die VHS am neuen Standort angekommen ist, zeigt die Veranstaltung „Norwegen - Faszination zwischen Polarlicht und Mitternachtssonne“ mit Reisefotograf Matthias Hanke, die jetzt etwa 85 Besucher, so viel wie nie zuvor, anlockte. „Das war uns auf eine erfolgreiche Art unangenehm“, so Freiberger.

Denn der Vortragsraum ist nur für etwa 50 Teilnehmer ausgelegt - zahlreiche Interessenten mussten wieder gehen mit der Aussicht, dass der Vortrag demnächst wiederholt wird.

Das Haus für sich neu entdeckt haben die Naturfreunde Kamen, die am Donnerstag erstmals den Werkraum nutzten, um neue Nistkästen zu bauen, die im Heerener Holz und am Heerener Friedhof platziert werden. „Das ist optimal für uns, ansonsten hätten wir das im Vereinsheim machen müssen“, sagt Vorsitzender Heribert Jurasik während die Stichsäge rattert.

Genutzt wird das Haus nun auch für Bürgermeistersprechstunden mit Elke Kappen und städtische Informationsabende.

„Die Leute scheinen sich hier wohl zu fühlen!“ VHS steigert erstmals wieder die Teilnehmerzahl

Etwa 40 Parkplätze, die von der Bergstraße zu erreichen sind, stehen hinter dem VHS-Haus, der ehemaligen Käthe-Kollwitz-Schule, zur Verfügung. Bisher gibt es keine Parkplatz-Markierungen. Diese sollen in Kürze aufgetragen werden. © Stefan Milk

Kursleiter und Teilnehmer richten sich ein

Dass sich die VHS-Nutzer wohl fühlen im neuen Gebäude, so Freiberger, habe man erstmals richtig über die Wehnachtszeit gespürt. „Plötzlich lagen in der Cafeteria selbstgemachte Tischdeckchen, hier und da stand Getöpfertes. Kursleiter und Teilnehmer richten sich ein.“

Und so geht das VHS-Team zuversichtlich an neue Aufgaben am neuen Standort. Freiberger: „Es läuft besser als erwartet. Dazu trägt das neue Haus viel bei.“

„Die Leute scheinen sich hier wohl zu fühlen!“ VHS steigert erstmals wieder die Teilnehmerzahl

Dr. Thomas Freiberger in der modern ausgestatteten Lehrküche im VHS-Keller. © Stefan Milk

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Polizei ermittelt
Blutlache hinter einem Parkhaus in Kamen – kein Verbrechen, sondern ein Unfall
Hellweger Anzeiger Karneval in Methler
Mit vielen Bildern: Prunksitzung in Methler weckt Erinnerung an David Hasselhoff
Hellweger Anzeiger Karneval in Kamen
Mit vielen Bildern: Beim großen Kinderkarnevalszug fliegen 400 Kilo Kamelle
Meistgelesen