Die Lastwagen brechen Verbote schon in der Nacht: Hilferuf an der Schillerstraße

dzVerkehr

Laster, die dort gar nicht fahren dürfen, rollen weiter über die Schillerstraße. Sehr zum Ärger von Anwohnern. Ein Durchfahrtsverbot an der Werver Mark könnte sich bis dorthin positiv auswirken.

Kamen

, 30.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn der Laster vorbei gefahren ist, bleibt der Lkw-Ärger. Als Philipp Daubert, Anwohner der Schillerstraße, vor einem Jahr auf die teilweise unerträgliche Situation vor seinem Wohnhaus aufmerksam machte, hatte er gehofft, dass die Verkehrsbehörden reagieren würden. Denn immer wieder rollen Laster vorbei, die dort gar nicht fahren dürften. Die Straße ist für bestimmte Lkw-Gespanne, länger als zehn Meter, eigentlich Tabu.

Lkw-Nachtfahrverbot auf der Werver Mark

Eigentlich. Denn längst nicht alle Fahrer, so Daubert, halten sich an die Verkehrsregeln. Nach wie vor. Viele Transporter darunter, die aus den großen Logistikzentren in Unna und Kamen zu den Autobahnen auspendeln oder den Stau zwischen den Autobahnkreuzen umfahren.

Verbessern könnte sich die Situation, wenn auf der Werver Mark ein nächtliches Durchfahrtsverbot für Brummifahrer verordnet würde. Davon könnte auch die Schillerstraße, die in die Werver Mark mündet, profitieren. Ein Lkw-Nachtfahrverbot auf der Werver Mark und auch auf der Lünener Straße wird auf Antrag der SPD-Fraktion zurzeit von der Stadtverwaltung geprüft.

Eine Einschätzung soll bis Mitte dieses Jahres vorliegen. „Viele Fahrer würden sich wohl nicht daran halten“, mutmaßt Daubert. „Aber es könnte eine Verbesserung bringen.“

Die Lastwagen brechen Verbote schon in der Nacht: Hilferuf an der Schillerstraße

Komplizierte Durchfahrtsbeschränkungen an der Schillerstraße. Lkw, die über zehn Meter lang sind, dürfen dort nicht durchfahren, es sei denn, sie sind Anlieger. Die Erfahrung der Anwohner ist, dass die Schilder kaum beachtet werden. © Stefan Milk

Kampf gegen die Belastungen durch Lärm und Schmutz

Unabhängig davon will er noch einmal auf die Situation an der viel befahrenen Straße aufmerksam machen. Wie Peter Streich, der sich als Anwohner der Werver Mark hartnäckig für Verbesserungen der Lebensqualität einsetzt, will er gegen die Belastungen durch Lärm und Schmutz kämpfen.

Daubert, der bei der Holzwickeder Firma Montanhydraulik im Dreischichtbetrieb arbeitet, ist auch auf Schlaf außerhalb der Nachtruhezeiten angewiesen, weil er oftmals erst morgens nach Hause kommt. Ab vier Uhr morgens rollen dann die ersten Laster an seinem Haus vorbei. „Wenn man gerade versucht, Schlaf zu bekommen, regt man sich nur noch auf.“ Und an Schlaf ist nicht mehr zu denken.

Stoßzeiten zwischen vier und sieben Uhr

Daubert wohnt mit seiner Familie, seiner Ehefrau Melanie und seiner Tochter Emma in dem Haus seiner Eltern, das aufwendig ausgebaut wurde. Doch auch im Obergeschoss sind sie Lärm und Schmutz ausgeliefert. „Die Stoßzeiten sind zwischen vier und sieben Uhr. Dann kriegt man kein Auge mehr zu“, so Melanie Daubert schon vor einem Jahr. Verbessert hat sich nichts.

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Ganztägiges Durchfahrtsverbot für Lkw auf der B1

In vielen Städten werden zurzeit Durchfahrtsverbote verhängt, um vor allem die Schadstoffbelastung so zu verringern, dass Grenzwerte eingehalten werden. Wie in Dortmund: Für die gesamte B1 gilt bald ganztägig ein Durchfahrtsverbot für Lkw.

Lastverkehr, der in einem Radius von 75 Kilometern startet oder endet, ist nicht betroffen. Alle anderen Lkw über 7,5 Tonnen werden ab den Autobahnkreuzen auf das Autobahnnetz um Dortmund mit A2, A45 und A1 umgeleitet.

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