Die Kosten für Kinder, die ins Heim müssen, steigen immer weiter

dz„Beunruhigende Entwicklung“

Hinter diesen Zahlen stecken tragische Schicksale: Kinder und Jugendliche, die nicht bei ihren Eltern oder Verwandten wohnen können, kosten die Stadt Kamen immer mehr Geld.

Kamen

, 04.07.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Beim Kamener Jugendamt laufen immer höhere Kosten für die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen beispielsweise in Heimen oder Wohngruppen auf. Das geht aus Zahlen hervor, die Kämmerer Ralf Tost vorgelegt hat. Die Kosten stiegen im vorigen Jahr auf 8,2 Millionen Euro – offenbar ein neuer Rekordstand. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 kam die Stadt noch mit 3,9 Millionen Euro aus.

Wie viele Kinder- und Jugendliche insgesamt betroffen sind, geht aus dem Bericht nicht hervor. Das Jugendamt unterscheidet zwischen vier Maßnahmen: ambulant, teilstationär, stationär und Pflegefamilien. Zu den ambulanten Maßnahmen zählt beispielsweise die sozialpädagogische Familienhilfe mit 38 Plätzen. Zu den teilstationären Maßnahmen gehören Tagesgruppen mit durchschnittlich sieben Plätzen. Für die Heimpflege sind 65 Plätze reserviert. In Pflegefamilien gibt es 113 Plätze.

Für Daniel Heidler (SPD) beschreiben die Zahlen „eine gesellschaftliche Entwicklung“. Der Fraktionschef bezeichnete die Entwicklung als „sehr beunruhigend“. Sein Amtskollege Ralf Eisenhardt (CDU) befürchtet, dass die Kommunen die Entwicklung trotz Präventionsprogramm „kaum beeinflussen können“. Beide äußerten sich am Dienstagabend im Hauptausschuss, wo die Zahlen präsentiert wurden.

Verwahrlosung, Missbrauch oder Drogen in der Familie – es gibt viele Gründe, warum Kinder nicht bei Vater oder Mutter bleiben können. Dann sind die Jugendämter gefragt und müssen eingreifen. Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Elke Kappen (SPD) erinnerte an „einen medial sehr wirksamen Fall“ – offenbar in Anspielung auf den Missbrauchsfall von Lügde, in dem Jugendämter in die Kritik geraten waren.

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