Die Knickerkirmes zeigt, dass es für Kinder noch etwas anderes gibt als das Handy

dz45 Jahre Knickerkirmes

Auf die Knickerkirmes kommen Eltern mit ihren Kindern, die sich selbst gerne an einen schönen Tag in ihrer Kindheit erinnern. Das liegt auch an dem besonderen Konzept der Kirmes.

von Katja Wiemers

Kamen

, 08.09.2019, 16:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Jeder der ein Kind hat und im Ort wohnt, muss auf die Knickerkirmes gehen.“ Türkan Luisi setzt dies in der Tat um: Mit ihrer Tochter Liya (3) steht sie Schlange vor dem Kinderkarussell.

Abwarten, das ist nicht so die Stärke von Liyas Bruder Selim (5), der gerne bei dem Kistenrutschen, einen Stand weiter, mitgemacht hätte. Nachdem er ungeduldig gewartet hat, gibt er auf und schaut sich lieber die weiteren Attraktionen rund um die Herz Jesu Kirche an.

Seine Mutter Türkan Luisi erinnert sich daran wie gerne sie selbst als Kind gekommen ist und bringt jetzt ihre eigenen Kinder mit. Für sie war das Hamsterrennen die schönste Attraktion des Fests: „Aber der Stand wurde ja abgeschafft, für den Tierschutz“, sagt sie etwas enttäuscht.

Die Knickerkirmes zeigt, dass es für Kinder noch etwas anderes gibt als das Handy

Die Riesenseifenblasen faszinieren natürlich alle Kinder. © Stefan Milk Stefan Milk

Lange Schlange beim Kistenrutschen

Für einige abgeschaffte Attraktionen fand Organisator Thomas Dinslage aber gleichwertigen Ersatz und verweist auf das Kistenrutschen, das schon Selim Luisi begeisterte: „Sehen Sie die Schlange? Das ist unglaublich, dass so viele von unseren kleinen Besuchern diesen Stand lieben, freut er sich.

Die Knickerkirmes wird in diesem Jahr 45 Jahre alt. Mit knapp 20 Ständen und Buden, bestehend aus Spielen, Essen und Musik, lädt das Fest ein. Doch so ein großes Angebot für die Kinder gab es nicht immer. Dinslage berichtet: „Mit der Knickerkirmes fing es vor über 45 Jahren am Schwesternheim an der Märkischen Straße an. Das Fest bestand aus drei bis vier Ständen.“

Die Knickerkirmes zeigt, dass es für Kinder noch etwas anderes gibt als das Handy

Wie immer gibt es auch Musik auf der Knickerkirmes. © Stefan Milk

Viele fleißige Helfer für den Erfolg

Dass das Fest so gut ankommt bei den Besuchern, habe er vor allem seinen knapp 100 Mitarbeitern zu verdanken. Er freue sich, dass sich jedes Jahr dieselben fleißigen Helfer dazu bereit erklären auszuhelfen. „Es ist trotzdem sehr schwer, Nachwuchs zu finden.“ Das macht Dinslage nachdenklich, denn er möchte die Kirmes gerne erhalten.

Seit knapp 12 Jahren sorgen er und seine Frau nun schon mit Herzblut für Unterhaltung und Spaß in Heeren. „Ich bin für den Aufbau zuständig, meine Frau kümmert sich um das Personal“, so Dinslage.

Vor allem betont er die Familienfreundlichkeit des Fests. „Wann kommen heute noch Tage zustande, an denen man wirklich etwas mit der ganzen Familie unternimmt? Ich habe das Gefühl, die Knickerkirmes schafft einen Familientag. Wir bieten vor allem Spiele für den Kopf an, wollen die Kinder auf andere Ideen bringen und zeigen, dass es noch anderes gibt, als das Handy.“

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