Die „Klopfspechte“ nehmen die längste Kamener Brücke ins Visier

dzBrücken-TÜV

Tausende Autos rollen täglich über die Hochstraße (B233) und ihre Brücken in Kamen. Fachleute haben jetzt die längste der Brücken untersucht – mit ernüchterndem Ergebnis.

Kamen

, 27.11.2018, 12:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

370 Meter lang ist die Betonbrücke, die sich über die Schäferstraße, die Bahnlinie Dortmund-Hamm, die Poststraße und die Bahnhofstraße spannt. Wer aus Richtung Süden über die Brücke fährt, hat von dort aus die Kamener Stadtsilhouette mit der Pauluskirche gut im Blick – im Hintergrund das Windrad auf der Lüner Höhe und das Kraftwerk in Bergkamen-Heil.

Fachleute des Landesbetriebs Straßen NRW haben die längste Kamener Brücke vorige Woche bei der turnusgemäßen Brücken-Hauptprüfung unter die Lupe genommen. Dieser sogenannte Brücken-TÜV findet im Wechsel mit einer Nebenprüfung alle sechs Jahre statt, sodass Brücken im Ergebnis alle drei Jahre auf ihren Zustand untersucht werden.

Von einer Arbeitsbühne aus nahmen die Ingenieure die Beton-Oberflächen der Brücke in Augenschein. Auch mit Hammerschlägen gingen die amtlichen Klopfspechte dem Material auf den Grund. Die gute Nachricht: „Bei der Prüfung hat sich keine nennenswerte Verschlechterung ergeben“, erklärt Lars Batzer von der Abteilung „Bau, Konstruktiver Ingenieurbau“ beim Landesbetrieb in Bochum. Die schlechte Nachricht: Die Zustandsnote des Bauwerkes liegt bei „2,9“, was zwar einen ausreichenden Zustand bedeutet, aber auch eine Sanierung erforderlich macht. „Die Brücke wird in den kommenden Jahren saniert werden, eine feste Terminierung gibt es noch nicht“, erklärt Batzer.

Die „Klopfspechte“ nehmen die längste Kamener Brücke ins Visier

Die amtlichen Klopfspechte sind am Werk und gehen dem Material auf den Grund. © Stefan Milk

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Die Zeit und die wachsende Verkehrsbelastung haben an dem über 40 Jahre alten Bauwerk deutliche Spuren hinterlassen. Der erste Spatenstich für die Hochstraße und ihre Brücken erfolgte 1973. Am 16. Dezember 1977 wurde die Entlastungsstraße, die den Bahnübergang Unnaer Straße ersetzte („Glückauf-Schranke“) offiziell dem Verkehr übergeben. Wie bei vielen Brücken im Land zeigt sich auch an dem Stelzen-Bauwerk ein Sanierungsstau. Die Schäden sind aber nicht so groß, dass Verkehrsbeschränkungen, wie etwa bei Autobahn-Rheinbrücken in Leverkusen und Duisburg, erforderlich sind.

Die Brücken-Untersuchung fand bereits am vorigen Donnerstag statt. So lange die Fachleute an der Brücke arbeiteten, war eine einspurige Verkehrsführung auf den sonst zweispurigen Richtungsfahrbahnen der Hochstraße eingerichtet. Die Brücke wird beim Landesbetrieb unter der Bauwerksnummer „4411 533 B233“ geführt.

Brücken-Inspektoren waren bereits vor einigen Wochen in Kamen unterwegs. Damals wurde die weiter nördlich gelegene B233-Brücke über die Hochstraße einem Test unterzogen. Die Ergebnisse machen auch an diesem Bauwerk in Zukunft Sanierungsmaßnahmen erforderlich, aber dringender Handlungsbedarf besteht nicht.

Einen Schritt weiter ist der Landesbetrieb bereits an den Autobahnen rund ums Kamener Kreuz. Sowohl an der A2 (Brücken Seseke und Am Langen Kamp) und an der A1 (Heerener Straße und Klöcknerbahnweg) werden Neubauten errichtet. Dadurch gibt es immer wieder Verkehrsbehinderungen auch für den innerörtlichen Verkehr.

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