Die kleinen Fledermäuse dürfen bleiben: Ein Zuhause auch im neuen Baugebiet

dzWohnen an der Seseke

Die nachtaktiven Flügelflitzer sollen auch in dem neuen Baugebiet an der Seseke ihr Zuhause behalten. Bei der Erschließung des Geländes am Fluss wird auch auf andere Arten Rücksicht genommen.

Kamen

, 13.10.2019, 13:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die kleinen Fledermäuse dürfen bleiben. Die nachtaktiven Flügelflitzer sollen auch im neuen Baugebiet an der Seseke ihr Zuhause haben. Das schreibt das Artenschutzgutachten vor, das die Stadt Kamen in Auftrag gegeben hat und dessen Ergebnis jetzt vorliegt. Vier unter Naturschutz stehende Fledermausarten wie der Kleine Abendsegler sind im Bereich der ehemaligen KSC-Sportplätze nachgewiesen worden. Sie nutzen die Baumhöhlen als Schlafplätze und die Baumreihen entlang der Sportplätze als Jagdgebiet. Bemerkenswerte Erkenntnis: Die Fledermäuse orientieren sich an den linienhaft angeordneten Bäumen, die das neue Baugebiet zum Süden und zum Westen abschirmen. Die hochgewachsenen Linden haben nicht nur ökologischen Nutzen für die Fledermäuse, sondern bieten auch Sichtschutz zur Nachbarschaft.

Die kleinen Fledermäuse dürfen bleiben: Ein Zuhause auch im neuen Baugebiet

Im Artenschutzgutachten ist festgehalten, dass in dem neuen Baugebiet am Fluss auf Fledermäuse und Dohlen Rücksicht genommen werden muss. © Stadt Kamen

Auch Schlafplätze für die Dohlen

Auch die für Kamen bedeutende Dohlen-Population, die in dem Feldgehölz, das sich östlich des Baugebiets befindet, sollen ihren Schlafplatz behalten. Dohlen sammeln sich in der Regel gegen Abend in den Baumwipfeln, bevor sie sich mit heiseren Rufen in den Schlaf singen. Die Singvögel besitzen ein vielseitiges Lautrepertoire. Besonderheit in dem Baugebiet: Die markante Eiche, die mitten auf der jetzt verwaisten Sportanlage steht, soll erhalten und besonders in Szene gesetzt werden, um einen kleine Grünfläche in dem Wohngebiet zu belassen. „Die Eiche ist sehr vital und prägend“, sagt dazu Kamens Erster Beigeordnete Dr. Uwe Liedtke.

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Auch Uferbereich an der Seseke ist schützenswert

Bedeutend für das zentrale Baugebiet ist auch der Uferbereich zur Seseke, der besonders artenreich ist und Rückzugsgebiet für heimische Vogelarten bietet. Ungeachtet dessen steht zur Diskussion, ob der dortige Betriebsweg des Lippeverbandes künftig für die Öffentlichkeit geöffnet wird. In diesem Punkt prallen Interessen der Stadtplaner und der Naturschützer aufeinander. Während der kleine Sesekeweg eine ideale Ergänzung für das Fuß- und Radwegenetz wäre, könnten am Ufer brütende Vögel und auf Störungen empfindlich reagierende Insekten vertrieben werden. Da der Bereich Eigentum des Lippeverbandes ist und außerhalb des Planungsgebiets liegt, muss die Entscheidung, ob der Weg geöffnet wird oder nicht, schon jetzt gefällt werden. Ähnlich wie bei der Diskussion um die Öffnung des Betriebsweges in Heeren soll darüber gesondert verhandelt werden. Zudem, so heißt es im Gutachten: Vorbelastungen habe es zuvor auch mit Störungen durch den Spiel-und Trainingsbetrieb gegeben.

Wer Interesse hat, sich im neuen Baugebiet für ein Grundstück zu bewerben, kann sich bereits jetzt auf eine Liste setzen lassen, die im Rathaus geführt wird. Dazu kann man sich melden im Fachbereich „Planung, Bauen, Umwelt“. Fachbereichsleiter ist Matthias Breuer, Tel. (02307) 148-2630, Fax. (02307) 148-9006, E-Mail: matthias.breuer@)stadt-kamen.de.
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