Die Kamener Stadtbücherei in Zeiten von TV, Computer und Co

dzJahresbilanz

Ein Ort zum Verweilen, Schmökern und Entdecken möchte die Kamener Stadtbibliothek sein. Dass das Konzept funktioniert, zeigen aktuelle Zahlen.

Kamen

, 08.11.2018, 15:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bibliothek soll ein interessanter Ort sein, mit einem niedrigschwelligen Angebot, politisch neutral“, fasst Andrea Sternal, Leiterin der Stadtbibliothek, das Leitbild ihres Hauses zusammen, als sie Bilanz zieht. „Die Bibliothek soll für die Menschen ein dritter Ort sein“, ergänzt sie und macht damit einen kleinen Ausflug in die Soziologie. Dort versteht man unter dem dritten Ort einen Platz, an dem die Menschen ihre Freizeit verbringen – der erste Ort ist das Zuhause, der zweite der Arbeitsplatz oder die Schule.

Das Leitbild scheint auch von der Realität bestätigt zu werden. 3000 aktive Besucher nutzten den Service der Stadtbücherei sowie der Bibliotheken im Gymnasium und in der Gesamtschule bisher mindestens einmal in diesem Jahr, die Hälfte davon Kinder und Jugendliche. Die drei Bibliotheken sind organisatorisch miteinander verbunden.

Die Besucherfrequenz

Die Besucherfrequenz ist zufriedenstellend, die Zahl werde voraussichtlich bis zum Jahresende noch die 70.000er-Marke überschreiten, vermutet Sternal. In den anderen Bibliotheken gibt es keine entsprechenden Zählgeräte. „Wir sind mit diesem Ergebnis zufrieden, weil wir die Zahlen konstant halten können“, sagt die Bibliotheksleiterin. In Zeiten von Internet, TV und Videospielen kein leichtes Unterfangen. Durch besondere Aktionen für Kinder sollen gerade die Jüngeren die Bibliothek als Freizeitort kennenlernen. Bei den Lesespektakelwochen, die dieses Jahr im Mai stattfanden, lockten etwa Schattentheaterspiele mit Märchen oder Lesungen viele Jungleser in die Bücherei. „Wir konnten dabei fast 1000 Kinder persönlich erreichen“, sagte Sternal. 41 Schulklassen kamen im Rahmen des Projektes in die Bibliothek.

An dem Erfolg hat das Büchereiteam, bestehend aus sieben Mitarbeitern und zwei Auszubildenden, hart gearbeitet. „Wir versuchen eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. Aufenthaltsqualität ist uns sehr wichtig“, erläutert Sternal den eigenen Ansatz. Den Kamenern solle ein gemütlicher Ort geboten werden, an dem sie etwa aktuelle Zeitschriften und Zeitungen bei einer Tasse Kaffee lesen können. Zusätzlich gibt es einen Arbeitsraum, der samt WLAN-Verbindung für verschiedene Lerngruppen bereitsteht. Des Weiteren sorgen Sternal und ihr Team durch verschiedenen Kooperationen mit Schulen und Kindergärten dafür, dass auch die junge Generation gefallen am Lesen findet.

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