Deutsche Bahn bestätigt Aus für Bäckerei im Kamener Bahnhof

dzLeerstand nicht ausgeschlossen

In der Diskussion über den Auszug der Bäckerei Büsch aus dem Kamener Bahnhof meldet sich nun auch die Deutsche Bahn zu Wort. Ein zeitweiliger Leerstand ist nicht ausgeschlossen.

Kamen

, 02.11.2018, 17:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist richtig, dass die Bäckerei-Filiale zum 31. Dezember 2018 geschlossen wird“, antwortet ein Bahnsprecher auf eine Anfrage der Redaktion. Der Pachtvertrag, der Ende des Jahres auslaufe, sei nicht verlängert worden, eine verlängerte Räumungsfrist habe die Bäckerei Büsch abgelehnt.

Der Grund für diese Entscheidung ist eine Konzeptänderung. Der Bahnsprecher bestätigt, dass statt eines Bäckers künftig ein sogenannter Convenience-Store die Reisenden versorgen soll. Diese Geschäfte sind bundesweit an einigen Bahnhöfen zu finden und vertreiben ein breites Warenangebot, das von Zeitungen und Zeitschriften, Snacks und Backwaren bis zu Süßwaren und Eis reicht. Häufig laufen diese Läden unter dem Namen „Service Store DB“.

Dafür gebe es bereits Gespräche mit einem sogenannten Franchisenehmer. „Es ist aber noch nichts unterschrieben worden, die Gespräche laufen noch“, sagt der Bahnsprecher. Dieser bestätigt ebenso, dass es eine öffentliche Ausschreibung nicht gegeben hat. Wann der neue Pächter in den Bahnhof einziehen kann, steht noch nicht fest. Die Befürchtung, dass es im Kamener Bahnhof zu einem Leerstand kommen wird, scheinen sich also zu bewahrheiten. Ohne weitere zeitliche Angaben zu machen, heißt es vonseiten der Bahn zudem, dass man sich bereits recht früh für die Konzeptänderung entschieden habe.

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Die Schließung der Bäckereifiliale war am Montag bekannt geworden. Die Deutsche Bahn ließ eine entsprechende Anfrage der Redaktion zunächst unbeantwortet. Die Bäckerei Büsch drückte über die Sprecherin Sigrid Baum das Bedauern über den Wegfall des Standortes aus. „Wir sind darüber sehr traurig, der Standort zeichnet sich durch eine gute Kundenfrequenz aus und ist auch optisch sehr schön“, sagte Unternehmenssprecherin Sigrid Baum am Montag.

Kurz darauf rief die geplante Schließung auch den Grünen-Bundestagsabgeordneten Friedrich Ostendorff aus Bergkamen auf den Plan. Dieser wandte sich am Dienstag in einem offenen Brief an den Bahnvorstand Ronald Pofalla. In diesem Brief warnte Ostendorff: „Mit der Schließung des Geschäftes würde der gesamte Standort an Qualität und Akzeptanz verlieren.“ Zudem betonte er den seiner Meinung nach hohen Wert der Filiale für den Bahnhof: „Das Geschäft der Handwerksbäckerei trägt mit einem sauberen, freundlichen Erscheinungsbild zusammen mit dem aufmerksamen, herzlichen Personal im hohen Maße dazu bei, dass der Kamener Bahnhof ein lebendiger und angenehmer Ort geworden ist.“

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