Der Versuchsballon ist geplatzt

dz„Tanze mit mir“

Der Veranstaltungsreihe „Tanze mit mir“ sollte in Kamen durch die Öffnung für ein jüngeres Publikum eigentlich wieder Leben eingehaucht werden. Doch der Versuch ist gescheitert. Die Veranstaltung am 4. August wird abgesagt, nur 18 Tickets wurden verkauft. Das Ende der Reihe ist damit wohl besiegelt.

Kamen

, 26.07.2018, 16:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist wohl das Aus für die gesamte Veranstaltungsreihe „Tanze mit mir“: Die Tanzparty, die für Samstag, 4. August, geplant war, wird abgesagt. „Wir sind ein Opfer der guten Witterung geworden“, sagt Organisator Frank Bierkemper von der Kamener Stadthalle. Bis heute seien nur 18 Tickets im Kartenvorverkauf an Tanzwillige gegangen, zu wenig für eine Veranstaltung, die in ihrer Blütezeit bis zu 400 Besucher in die Stadthalle locken konnte. „Was soll ich den Leuten erzählen, wenn da nur 20 Personen auf der Tanzfläche sind“, erklärt der Prokurist der Stadthallen GmbH die Entscheidung. Auch andere Termine der Reihe stehen nun auf der Kippe.

Die Suche nach den Gründen für den Misserfolg gestalte sich schwierig. „Das Ganze war ein Versuchsballon, den wir steigen gelassen haben, der sich dann aber zu weit von uns entfernt hat“, so der Organisator. Eventuell seien neben den hohen Temperaturen auch die Angebote im näheren Umfeld ein Grund, weswegen die Neuauflage der seit 2006 bestehenden Veranstaltungsreihe gescheitert ist.

Die Tanzparty litt schon seit geraumer Zeit an niedrigen Besucherzahlen. Bei den jüngsten Tanzabenden zählten die Veranstalter lediglich rund 150 Besucher. Die geplante Feier am 4. August sollte ein Befreiungsschlag sein, die Veranstaltung, die sonst für die Generation „50 plus“ ausgerichtet war, öffneten die Veranstalter auch für über 18-Jährige. Über das Scheitern des Tanzabends ist Bierkemper betrübt. „Das war ja mein Kind“, sagt der Organisator, „und wenn man sieht, dass das Kind kränkelt, dann tut das schon weh.“

Ob ein weiterer Termin der Tanzparty am 27. Oktober auch ins Wasser fällt, steht noch nicht fest. „Es sieht aber hart danach auch“, sagt Bierkemper, „wir müssen ja auch an die Wirtschaftlichkeit denken.“ Der Zuschussbedarf für den Stadthallenbetrieb ist nahezu jedes Jahr Thema heftiger politischer Diskussionen. Zuletzt war es allerdings gelungen, die jährlichen Fehlbeträge zu senken. Nach einem Rekorddefizit von 526.000 Euro im Jahr 2008, lag das Defizit 2017 bei 277.000 Euro.

Wie es mit dem Programm der Stadthalle Kamen weitergeht, wird Bierkemper bald mit seinen Kollegen besprechen. „Wir werden uns über das gesamte Veranstaltungspaket im zweiten Halbjahr beraten sowie zum Start des kommenden Jahres“, sagt der Prokurist. Künftig sei es etwa denkbar, dass man sich auf ein paar wenige Veranstaltungen konzentriere, die die Besucher aber mit bekannten Namen locken können. Zudem wolle man an dem Comedy-Abend „Nachtschnittchen“ festhalten. Die erste Auflage der Veranstaltung im Mai war zwar ebenso schleppend angelaufen, dennoch „wird sie die Gelegenheit bekommen sich zu entwickeln“, so Bierkemper.

Erworbene Tickets können im Büro der Kamener Stadthalle in der Zeit von 8 bis 12 Uhr im Zimmer 6 zurückgegeben werden. Der Kaufpreis wird erstattet.
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