Der Vater von Kamens Kunstrasenplätzen erneuert die Anlage des SuS Kaiserau

Sport in Kamen

Der Kunstrasenplatz des SuS Kaiserau an der Jahnstraße ist am Limit. 2004 errichtet, beginnt nun die Sanierung. Dafür pellen die Arbeiter erst einmal die Kunstrasenfläche ab.

Methler

, 30.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Der Vater von Kamens Kunstrasenplätzen erneuert die Anlage des SuS Kaiserau

Auf dem Sportplatz des SuS Kaiserau an der Jahnstraße in Methler wird der Kunstrasenplatz saniert. Dafür pellen die Arbeiter zurzeit den Kunstrasen ab. Das überprüften am Dienstag (v.l.) Stefan und Herbert Vennegeerts, Johannes Gibbels, Markus Steinhoff und Markus Höpper. © Stefan Milk

Wie Heuballen auf frisch gemähten Feldern liegen die Kunstrasen-Rollen, jede etwa 1,5 Tonnen schwer, auf dem Sportplatz des SuS Kaiserau. Der erste Kunstrasenplatz Kamens, der im Jahr 2004 errichtet wurde, ist am Limit, der Rasen durch Verschleiß abgestumpft. Die Arbeiter pellen deshalb Streifen um Streifen des künstlichen Grüns von dem Platz ab, rollen sie auf und stapeln sie auf einem Haufen.

Der Vater der Kunstrasenplätze Kamens

All das geschieht unter der kundigen Aufsicht von Herbert Vennegeerts und seinem Sohn Stefan vom Ingenieurbüro Vennegeerts. Herbert Vennegeerts ist so etwas wie der Vater der Kunstrasenplätze Kamens. Nicht nur der Platz des SuS Kaiserau, sondern etwa auch der Kunstrasenplatz an der Gutenbergstraße sowie der Platz in Heeren wurden unter seinen prüfenden Augen errichtet.

Billigmaterialien zum Füllen wie SBR-Granulat (Styrene Butadiene Rubber/Kautschuk), das in der Kritik steht, gesundheitsgefährdend zu sein, kamen dabei in ganz Kamen laut Vennegeerts nicht zum Einsatz.

Die Entscheidung ist auf Kamens Plätzen seinerzeit auf TPE-Granulat (Thermoplastische Elastomere) als Füllmaterial gefallen. Weil das Material aber dazu neigt, bei hohen Temperaturen zu verkleben, habe man sich dieses Mal für Quarzsand als Füllmaterial entschieden.

Der Vater von Kamens Kunstrasenplätzen erneuert die Anlage des SuS Kaiserau

Die Kunstrasen-Rollen wiegen jeweils etwa 1,5 Tonnen. © Stefan Milk

Arbeiten könnten bereits im August abgeschlossen sein

Während Vennegeerts die Beschaffenheit der verwendeten Stoffe erklärt, rollen die Arbeiter im Hintergrund einen weiteren Streifen des Kunstrasens zusammen. Bereits Ende August könnten alle Arbeiten abgeschlossen werden. Dazu zählen der Ausbau des Kunstrasens inklusive des Füllmaterials auf einer Fläche von 8050 Quadratmetern, die Säuberung und der Ausgleich von Kleinflächen der vorhandenen elastischen Tragschicht sowie der Einbau des neuen Kunststoffrasens. Zusätzlich sollen sowohl die Fußballtore des Hauptfeldes als auch die Spieler- und Betreuerkabinen ausgetauscht werden.

Die Kosten, die im Haushaltsplan mit einer Summe von 290.000 Euro vorgesehen sind, belaufen sich mittlerweile auf schätzungsweise 310.000 Euro. „Das liegt bei langen Planungen in der Natur der Sache“, so Stadtsprecher Rüdiger Büscher. Die Kosten können sogar noch weiter steigen, je nachdem welche Mängel bei den Bauarbeiten noch entdeckt werden. Doch schon Anfang des Jahres gab die Stadt zu verstehen, dass damit zu rechnen sei.

Der Vater von Kamens Kunstrasenplätzen erneuert die Anlage des SuS Kaiserau

Bei dem 2004 errichteten Kunstrasenplatz in Methler wurde TPE-Granulat als Füllmaterial verwendet. Für den neuen Platz soll Quarzsand herhalten. © Stefan Milk

Sanierung vor dem 100. Jubiläum

Für den SuS Kaiserau, der im kommenden Jahr sein 100. Jubiläum feiert, ist die Sanierung ein Segen. Der stumpfe Rasen macht den Spielern zu schaffen und der Verdacht liegt nahe, das auch einige Verletzungen auf den abgenutzten Kunstrasen zurückzuführen sind. Besonders häufig treten etwa Schambeinentzündungen sowie Beschwerden in der Leistengegend auf, klagte der Verein bereits Anfang des Jahres. Die alten Kunstrasenrollen werden nun thermisch verwertet, wobei die atmosphärisch brennbaren Anteile des Materials verbrannt werden.

Lebensdauer von ungefähr 15 Jahren

Ein Kunstrasenplatz hat eine ungefähre Lebensdauer von 15 Jahren. Der 2004 errichtete Platz in Methler hat damit eine Punktlandung geschafft. Der Platz in Heeren, der 2009 errichtet wurde, würde demnach noch eine Lebensdauer von fünf Jahren haben. Die Plätze an der Gutenbergstraße und an der Ängelholmer Straße, beide Baujahr 2014, hätten somit noch eine Lebensdauer von etwa zehn Jahren.

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