Meinung

Der Schutzstreifen ist ein Hochrisikogebiet, nur ohne Corona

Zu schmal, zu wenig Abstand zu parkenden und fahrenden Autos: Schutzstreifen erfüllen ihre Aufgabe nicht. Sie sind ein Hochrisikogebiet, meint unser Autor.
Unterwegs auf dem Schutzstreifen, der nur wenig Schutz im fließenden Verkehr bietet. Der Schutzstreifen erfüllt oftmals seine Funktion nicht. © picture alliance / dpa

Schutzstreifen für Fahrradfahrer. Das gut klingende Wort ist ein Versprechen. Ein Streifen, der Schutz bietet im fließenden Verkehr, in dem der Radfahrer immer der Schwächere ist im Vergleich zur motorisierten Konkurrenz.

Die Realität ist eine andere. Schutzstreifen sind oft zu schmal, führen an Parkstreifen vorbei, auf denen plötzlich aufspringende Türen zum gefährlichen Hindernis werden. Die Markierungen sind dort unterbrochen, wo neuer Asphalt aufgebracht wurde. Die gestrichelte Linie verleitet Kraftfahrer oftmals dazu, auf den Mindestabstand zu verzichten. Der sogenannte Schutzstreifen ist eigentlich ein Hochrisikogebiet, nur ohne Corona. Man spürt Lebensgefahr, wenn man dort unterwegs ist. Safe ist man dort nicht.

Dem Umbau geht ein Umdenken voran

Was also tun, wenn der Straßenraum begrenzt ist? Nur wenn man „die Autofahrer ärgert“, so sagen renommierte Verkehrsforscher, könne man eine echte Wende bei der Verkehrsplanung herbeiführen. Das heißt: Weniger Platz für Autos in den Städten, mehr für Radfahrer. Der Umbau wird dauern. Ihm geht ein Umdenken voran, das erst zaghaft begonnen hat. Wie schwer es ist, allein einen einzigen Radweg zu bauen, zeigt der RS1. Die Pläne sind seit 2014 öffentlich. 2024 wird er immer noch nicht fertig sein.

Autofahrer, Lastwagenfahrer und Radfahrer. Sie bleiben ein konfliktreiches Gemisch. Um den Konflikt nicht weiter anzuheizen: Es geht nur gemeinsam. Viele Probleme, die den (Verkehrs)Alltag prägen, gäbe es wohl nicht mit entsprechender Rücksichtnahme, die niemandem etwas nimmt.

Unna am Abend

Täglich um 18 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.